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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Rote Brühe" ist gesundes Trinkwasser
Zwischenüberschrift:
Leitungsrohre mit Luftdruck gesäubert
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stoßweise und mit enormen Druck schießt die Fontäne aus dem Hydranten am Reinhold-Tiling-Weg. Diese ,, dreckige Soße', die aus dem Rohr heraussprudelt, soll Trinkwasser sein? Auf dem Weg durch den Rinnstein zum Gulli verwandelt sich das Wasser in tiefrote Brühe das kühle Naß wurde durch Eisenpartikel, die sich in Jahrzehnten in den Rohren abgesetzt hatten und jetzt durch das Wasser wirbeln, verfärbt. Das Eisen ist nicht gesundheitsschädlich. Doch wenn die trüben Wässerchen, zum Beispiel nach einem Rohrbruch, aus dem Wasserhahn der Küche fließen, vergeht dem Verbraucher der Durst. Aus diesem Grund reinigten die Stadtwerke in den vergangenen Tagen das Wasserleitungsnetz in Dodesheide. Für die betroffenen Osnabrücker bedeutete das zumindest stundenweise: Wasser horten.

Die Wasseraufbereitung in Wittefeld, nach Düstrup und Thiene das jüngste Osnabrücker Wasserwerk, war in den Anfangsjahren nicht optimal, erläutert Dipl-Ing. Gustav Alwes, Leiter des Gas-und Wasserrohrnetzes der Stadtwerke. Deshalb lagerten sich in Jahrzehnten Eisen-und Mangan-Partikel in den Wasserleitungsrohren ab. In den Gußrohren kamen noch Kalkkorrosionen dazu. Bei Wasserrohrbrüchen, die immer wieder auftreten können, wurden die Teilchen durch die hohe Fließgeschwindigkeit des Wassers bis in die Haushalte transportiert empörte Anrufe ließen die Telefondrähte der Störungsstelle glühen.

Mit dem neuen Verfahren einer Hamburger Spezialfirma, der " Wasser-Luft-Spülung", wurde in den vergangenen vier Tagen das 23 Kilometer lange Rohrleitungsnetz in Dodesheide gereinigt. Einen Tag vor den Arbeiten verteilten zwei Stadtwerke-Mitarbeiter von morgens 7 Uhr bis in die Nachmittagsstunden jeweils 1000 Handzettel, auf denen die Anwohner über die Aktion informiert wurden. Sie erfuhren, zu welchem Zeitpunkt sie für maximal vier Stunden die Hausanschlußleitungen abdrehen und kein Wasser verbrauchen sollten, damit die Ablagerungen nicht bis in die Inneninstallationen gespült werden.

" Einige Anwohner, die nachmittags nicht mehr in den Briefkasten schauten, erfuhren leider nichts von der Aktion. Wir haben daraus gelernt und werden beim nächsten Mal die Zettel früher verteilen", versicherte Gustav Alwes.

Straßenzug um Straßenzug wurde das Dodesheider Rohrleitungsnetz wie eine Insel abgeriegelt. Mit Hilfe eines an einen Hydranten angeschlossenen Kompressors wurde Luft mit einem Druck von fünf bar in das Trinkwassernetz gepumpt stoßweise, damit die Luftpolster die Ablagerungen aufwirbeln und das nachschießende Wasser sie abtransportiert.

" In 800 bis 1800 Metern Entfernung schießt die Brühe aus einem zweiten Hydranten heraus", erläutert Hans Jürgen Gehrckens vom Hamburger Unternehmen " clean-pipe". Der Mann mit dem Kapitänspatent, der von einem feuchten Element zum anderen wechselte, lobt die Leistung des geräuscharmen Kompressors. 400 Liter Luft werden pro Sekunde in die Rohre gedrückt und die Geschwindigkeit des Trinkwassers von den sonst üblichen 0, 5 Metern pro Sekunde auf 15 Meter erhöht. Schon nach einigen Minuten sind die Wasserrohre gesäubert, die Arbeiter können zum nächsten Abschnitt weiterziehen.
Die Stadtwerke sind mit der rund 50 000 DM teuren Aktion zufrieden und denken schon an weitere Rohrsäuberungen. Schließlich wird auch Schinkel, der Fledder und die Innenstadt seit Jahren mit Wasser aus Wittefeld versorgt. In der City könnte das Wasser allerdings nicht tagsüber für Stunden abgedreht werden. Doch der leise Super-Kompressor arbeitet auch nachts.d.

Bilduntertitel

MIT HOHEM LUFTDRUCK wurden die Trinkwasserrohre in den vergangenen Tagen in der Dodesheide von Ablagerungen gereinigt. Ein schwerer Bulli wird gebraucht, um die Schläuche, aus denen das Wasser schießt, am Boden zu halten. Üblicherweise war die Fontäne kleiner doch für das Pressefoto gaben die Arbeiter " etwas mehr Druck". Fotos: Jörn Wartens
Autor:
d.


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