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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Das Zehnfache an Blei und Zink
Zwischenüberschrift:
Düte: Vorschläge zur Verbesserung des Naturhaushaltes
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ist die Düte noch zu retten? Ihr Wasser ist hochgradig belastet, regelmäßig tritt sie über die Ufer, Flora und Fauna sind in Gefahr. Weiteres Unheil droht dem Flüßchen durch geplante Ausbaumaßnahmen. Am Institut für Landschaftspflege und Naturschutz der Universität ist eine Projektarbeit entstanden, die nicht nur den gegenwärtigen Zustand der Düte beschreibt, sondern auch Vorschläge zur Verbesserung der ökologischen Situation enthält. Verfasser ist Michael Wicke; Osnabrücker Naturschutzverbände (Biologische Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems) und Angler haben die Studie gekauft.

32 für den Naturschutz wertvolle Bereiche 17 davon in Osnabrück hat Michael Wicke am Dütelauf registriert. Dazu gehören naturnahe Bachabschnitte, Waldbereiche, Altarme, Brachflächen und Feuchtwiesen. Aber diese für selten gewordene Pflanzen und Tiere bedeutenden Refugien sind in Gefahr.

Wicke entdeckte in Bodenproben aus der Uferböschung erhebliche Schwermetallkonzentrationen: Blei und Zinkwerte erreichten das Zehnfache der tolerierbaren Gesamtbelastung, Cadmium das Vierfache, und Kupfer lag knappp über dem Grenzwert. Wicke macht das Stahlwerk in Georgsmarienhütte für die flußabwärts ermittelten Konzentrationen verantwortlich. Selbst im sieben Kilometer entfernten Hellern registrierte der Verfasser deutliche Überschreitungen.

Weitere Belastungen bringen die Kläranlagen mit sich: Bei Niedrigwasser besteht die Düte zu zwei Dritteln aus mehr oder weniger gereinigtem Haushaltsabwasser. Nur die wenigen Forellen können in einer solchen Brühe überleben. Michael Wicke warnt vor neuen Gefährdungen für das Flüßchen. Durch Unterhaltungsmaßnahmen und Grundwasserabsenkungen könnte zusätzlicher Schaden entstehen, ebenso durch weitere Bautätigkeit, durch Entwässerungsmaßnahmen, intensivere Grünlandnutzung und durch Verfüllung von Altarmen.

Um die Düte zu retten, müßte nach Ansicht des Verfassers der Naturhaushalt in der Düteaue verbessert werden. Folgende Maßnahmen schlägt er in seiner Projektarbeit vor:

Änderung des Regenrückhaltekonzepts: Überschwemmungszonen sollten für vorübergehende Ausuferungen genutzt werden, damit es nicht zu Grundwasserabsenkung, Bodenversauerung und Schwermetallfreisetzung kommt.

Landwirtschaft: Wicke schlägt eine Nutzungsextensivierung und den Verzicht auf jegliche Ackernutzung vor. Flurbereinigung sollte mit dem Ziel des Flächenerwerbs für den Naturschutz betrieben werden.

Gewässerausbau: Naturnahen Wasserbau sollte es auch bei der Unterhaltung geben, statt der Steinschüttungen sollten Ufergehölze verwendet werden.

Der Sohlenerosion will Wicke mit der Wiederherstellung der natürlichen Mäandervielfalt begegnen, Grobsteinschüttungen sollten entfernt und Altarme in ihrer natürlichen Funktion wiederbelebt werden.

Die naturnahen Bereiche will der Verfasser des Gutachtens als Naturschutzgebiete ausgewiesen wissen. Extensiv genutzt Pufferzonen beidseits des Flüßchens sollten nach seiner Ansicht ausgedehnt werden. rll
Autor:
rll


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