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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwei Spatenstiche und eine Million Kubikmeter Erde
Zwischenüberschrift:
Baubeginn für den Ausbau des Stichkanals
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Pye bis zur Hollager Schleuse reicht der erste Bauabschnitt des Osnabrücker Zweigkanals, der gestern feierlich bei Glühwein und kaltem Büfett begonnen wurde: Von der Verbreiterung" der Wasserstraße versprechen sich die Beteiligten Standortvorteile für die Wirtschaft der Region Osnabrück. Wenn Stichkanal und Mittellandkanal fertig ausgebaut sind, kann das Europaschiff mit 1350 Tonnen Nutzlast und 2, 50 Meter Tauchtiefe den Osnabrücker Hafen anlaufen. Rund 14 Millionen DM werden Bund und Land für den 1, 6 Kilometer langen ersten Teilabschnitt aufwenden müssen.

Wahlweise,, maschinell oder manuell" sollte der erste Spatenstich nahe; der Hollager Schleuse erfolgen, aber die Zuschauer durften beide Varianten erleben: Mehr schlecht als recht bugsierte Baudirektor Walter Mühring vom Neubauamit für den Mittellandkanal die Baggerschaufel in den Boden. Ein paar Handvoll Erde waren die magere Ausbeute. Zur Gaudi des Publikums erwies sich die Handarbeit als wirksamer: Zusammen mit OB Ursula Flick trieb Mühring einen vergoldeten Drillingsspaten ins Erdreich. Das mit solchen Tätigkeiten unerfahrene Team beging allerdings den folgenschweren Fehler, den Aushub nur einen Meter weiter abzuladen. Nun muß sich wohl doch ein Bagger des Häufleins erbarmen.

Angesichts der gewaltigen Erdbewegungen wird das nicht weiter auffallen: Rund eine Million Kubikmeter Boden müssen bewegt werden, um den Stichkanal zwischen Bramsche und Osnabrück für den Begegnungsverkehr nach Euro-Norm auszubauen. Um auf die geforderte Breite von 26, 6 Meter zu kommen, wollen die Wasserbauer das westliche Ufer verlegen und teilweise mit neuen Böschungen, teilweise mit Spundwänden, ein neues Profil herstellen.

Nach den Worten von Walter Mühring soll ein landschaftspflegerischer Begleitplan beitragen, die ,, Wunden zu heilen". Naturschützer hatten in der Vergangenheit mehrfach gegen die Planung interveniert und Modifikationen durchgesetzt.

Dreizehn Brücken, sechs Düker und neun Einlasse müssen beim Ausbau des Stichkanals erneuert oder umgebaut werden. Allein die Arbeiten an den Schleusen in Haste und Hollage werden voraussichtlich 100 Millionen DM verschlingen. Das Geld kommt aus Hannover und Bonn. Im Rahmen der Strukturverbesserung setzten die Regierungen Albrecht und Kohl den Ausbau des Stichkanals an vorderste Stelle auf der Prioritätenliste. Mit einem Seitenhieb auf die sozialliberale Koalition vermerkte der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Karl-Heinz Hornhues (CDU), noch im Jahr 1982 habe die damalige Bundesregierung einen möglichen Baubeginn in diesem Jahrhundert ausgeschlossen.

Daß nun doch gebaut wird, dürfte einen weiteren Beteiligten gehörig rüberrascht haben: Oberbürgermeisterin Ursula Flick zitierte süffisant ein Gespräch, das sie vor Jahren mit Bernd Beyer, dem Leiter der Hafenverwaltung, geführt hat. Beyer hatte erklärt, den ersten Spatenstich werde er wohl erst nach seiner Pensionierung erleben. Da hat er sich getäuscht: Auf den Ruhestand muß er noch ein Weilchen warten. rll
Autor:
rll


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