User Online: 1 | Timeout: 07:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wasserversorgung in Gefahr?
Zwischenüberschrift:
Umweltausschuß: Stadtwerke kritisieren Verwaltung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Stadtwerke liegen mit der Stadtverwaltung im " Clinch": Gleich an zwei Stellen gibt es " Reibungspunkte": Mit dem Amt für Wirtschaftsförderung und dem Grünflächenamt haben sich die Manager des städtischen Versorgungsunternehmens angelegt einmal argumentieren sie mit, ein anderes Mal gegen ökologische Interessen. Im Umweltschutzausschuß wurde jetzt deutlich, daß die Mitarbeiter der Stadtwerke es gar nicht gern sehen, wenn Bäume in der Nähe von Versorgungsleitungen gepflanzt werden. Und gegen die Ausweisung eines Gewerbegebietes in Voxtrup hat das städtische Tochterunternehmen Bedenken angemeldet, weil die Wasserversorgung gefährdet werden könnte.

Wolfgang Gurk, der Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung, verteidigte die Erschließungspläne für die Fläche zwischen der Autobahn und der Melier Landstraße (im Bereich " Rahenkamp"): Die gegenwwärtig verfügbaren Gewerbegebiete (21 Hektar) könnten in drei oder vier Jahren " ausverkauft" sein es sei schon jetzt angebracht, die Augen offen zu halten, um der Wirtschaft bei Bedarf neues Areal anbieten zu können. Der Meinungsbildungsprozeß innerhalb der Verwaltung sei aber noch nicht so weit vorangeschritten, als daß eine Änderung des Flächennutzungsplanes schon jetzt angebracht erscheine. " Wir von der Wirtschaftsförderung treten dafür ein, möglichst bald vorbereitet zu sein" faßte Gurk zusammen.

Vorsicht im Umgang mit einem wichtigen Wassereinzugsgebiet empfahl Stadtwerke-Betriebsdirektor Horst Wieligmann. Durch die Versiegelung größerer Flächen könne die Grundwasserbildung behindert werden. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, daß der Chloridgehalt sich erhöhe, " weil wir dann auf tiefere Gewässer zurückgreifen müßten" (in denen höhere Chloridkonzentrationen vorkommen).

" Das hätte aber weniger mit Gesundheit als mit Geschmack zu tun", setzte Wirtschaftslobbyist Gurk dem entgegen und stützte sich damit auf ein hydrologisches Gutachten von Prof. Schneider. In dem Papier sei außerdem deutlich geworden, daß man den prognostizierten Problemen mit technischen Maßnahmen Herr werden könne. So bestehe zum Beispiel die Möglichkeit, das Oberflächenwasser über einen Sandfang versickern zu lassen, statt es in die Kanalisation leiten. Der Umweltschutzausschuß nahm die Argumente zur Kenntnis, traf aber keine Entscheidung. Mit der Empfehlung an Stadtwerke und Grünflächenamt, enger zusammenzuarbeiten, passierte das Baum-Kapitel die Sitzung. Stadtwerke-Sprecher Wieligmann, diesmal nicht auf der Seite der Umweltschützer, vertrat den Standpunkt, Wasser- und Gasleitungen seien im Stadtgebiet wichtiger als Bäume. " Ich sehe ein Gefährdungspotential heranwachsen", erklärte der Techniker im Hinblick auf Wurzeln, die nicht nur die Arbeiten an den Rohren erschwerten, sondern Schäden verursachen könnten. Vor einer Woche habe es am Straßburger Platz Probleme gegeben, weil Baumwurzeln eine Wasserleitung angehoben hätten und zwar fünf Meter vom Stamm entfernt.

Hans Plonsker, der Leiter des Grünflächenamtes, verteidigte das Stadtgrün. Das Beispiel Straßburger Platz sei der erste Schadensfall dieser Art in seiner 30jährigen Praxis. " Bäume sind aber ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Stadt," erklärte Plonsker im Interesse einer gesunden Umwelt müsse man es schon in Kauf nehmen, daß Reparaturen an Versorgungsleitungen im Einzelfall komplizierter würden! " Das muß der Kunde notfalls über den Wasserpreis bezahlen." Ratsherr Peter Niebaum, der Vorsitzende des Ausschusses, schloß sich dieser Meinung an: " Als Umweltschutzausschuß müssen wir für das Grün sein!" rll
Autor:
rll


Anfang der Liste Ende der Liste