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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ist eine Obstbaumwiese wichtig für die Umwelt?
 
"Kleingärtner kommen ohne Gift aus"
Zwischenüberschrift:
Sutthausen: Naturschützer gegen neuen Sportplatz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Daß um eine alte Obstbaumwiese " so viel Aufhebens" gemacht wird, wollten die Lobbyisten des Sportvereins nicht so recht einsehen: " Die Äppel werden sowieso nicht gepflückt", meinte einer von ihnen in der Ortsratssitzung und glaubte damit das beste Argument für die vorgesehene Sportplatzerweiterung am Ernst-Stahmer-\ Veg in der Hand zu haben. Der Ortsrat schloß sich dieser Begründung an und entschied sich gegen die Bäume (wir berichteten). In der Verwaltung gibt es aber noch immer Vorbehalte gegen das Projekt: " Dem Ortsrat sind noch nicht alle Bedenken bekannt", meinte jetzt Eberhard Schmidt-Casdorf, leitender Baudirektor im Stadtplanungsamt.

Arge Befürchtungen hegt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Kreisgruppe Osnabrück (BUND), der im Vorfeld des Verfahrens angehört wurde. In seiner Stellungnahme verweist der BUND auf die Bedeutung der großflächigen Obstbaumwiesen als dauerhaften Lebensraum für artenreiche Tier- und Pflanzengemeinschaften. Die extensive Nutzung mache aus dem Bestand ein Refugium für verschiedene Tierarten, die zum Teil vom Aussterben bedroht seien. Als Beispiele nennt Christiane Balks von der BUND-Kreisgruppe Fledermäuse, Gartenschläfer, Siebenschläfer, Neuntöter, Steinkauz und eine Reihe von Schmetterlingen.

Im Zusammenhang mit der Düte warnen die Naturschützer vor einer Versiegelung zusätzlicher Flächen. Das Flüßchen sei mit dem Oberflächenwasser aus den benachbarten Siedlungsräumen bereits unverhältnismäßig stark belastet. Und zur Bedeutung des umkämpften Fleckchens vermerkt der Bund Naturschutz: " Nicht zuletzt ist die Obstwiese westlich des Ernst-Stahmer-Weges ein wichtiges, belebendes Element des Landschafts- und Ortsbildes Sutthausen, das durch die Monotonie eines Sportplatzes kaum ersetzbar erscheint."

Der Ortsrat wird sich nach der Sommerpause erneut dem Sportplatz-Projekt widmen. Wie das Gremium seinen erneuten Abwägungsprozeß (am vorgesehenenStandort Ernst-Stahmer-Weg müßte der Baumbestand geopfert, am Alternativ-Standort Grundschule für den Sportplatz eine Lärmschutzwand errichtet werden) auch beschließt entschieden wird " eine Etage höher": Das Verfahren wird zunächst den Planungsausschuß, anschließend die Bezirksregierung beschäftigen. Segnet der Regierungspräsident die Vorlage ab (damit würde der Landschaftsschutz für den Bereich der Wiesen gestrichen), kommt die Zustimmungsvorlage vor den Verwaltungsausschuß und schließlich vor den Rat.

Dabei ist vor 1990 ohnehin nicht mit dem neuen Fußballplatz zu rechnen, weil das Geld vorläufig fehlt. Aber der Sportverein Rot-Weiß Sutthausen drängt auf eine rechtliche Absicherung, um mit dem Ratsbeschluß in der Hand für eine baldige Finanzierung kämpfen zu können.

Die Notwendigkeit einer weiteren Spielfläche besteht überhaupt erst, seit der Sportplatz an der Hermann-Ehlers-Straße nach einem Streit mit dem Eigentümer umgepflügt worden ist: Auf einem Teil dieser Fläche fand vor einigen Wochen das Schützenfest statt.

Probleme könnte es allerdings auch noch mit der Eigentümerin des Geländes geben: Sie ist nämlich nicht bereit, ihre " Pferdewiese" abzutreten; " freiwillig jedenfalls nicht!" Felicitas Stahmer zeigte sich darüber hinaus befremdet, daß der Ortsrat sie nicht einmal gefragt habe, ob sie dem Erweiterungsprojekt ihre Zustimmung geben würde und das, obwohl ihre Mutter die Fläche des jetzigen Sportplatzes seinerzeit der Gemeinde Sutthausen geschenkt hat. Die Eigentümerin will dem drohenden Enteignungsverfahren gelassen entgegensehen, es aber nach Möglichkeit gar nicht erst soweit kommen lassen: " Denn die Basis für unsere Pferdezucht lasse ich mir nicht nehmen!" rll

Bilduntertitel

OBSTBÄUME UND PFERDE sind der geplanten Sportplatzerweiterung in Sutthausen im Wege. Auch vertrocknete Baumkrüppel bleiben auf der Wiese stehen: So finden auch andernorts vertriebene Insekten, Vögel und Nagetiere Platz zum Überleben. Foto: Lindemann

" Kleingärtner kommen ohne Gift aus"

In den Streit um vergiftete Erdbeeren in einem Kleingarten (wir berichteten) hat sich gestern auch das städtische Grünflächenamt eingeschaltet. Amtsleiter Hans Plonsker erklärte gegenüber unserer Zeitung, daß er von Unkrautvernichtungsmitteln in Schrebergärten nichts halte. Der Schaden, den Herbizide auf Vegetationsflächen anrichten würden, sei größer als ihr Nutzen.

Einem Kleingärtner könne zugemutet werden, " daß er das Unkraut mit der Hacke entfernt". Zum Vorfall selbst (eine Osnabrückerin, die mit ihrem Wildwuchs-Garten nicht gerade die Sympathien der benachbarten Schinkelaner Laubenpieper genießt, hatte herbizidhaltige Erdbeeren gegessen, weil ihr Nachbar mit einem Unkrautvernichtungsmittel hantiert hatte) bemerkte Plonsker, daß es sich um eine Privatangelegenheit handele, in die er sich nicht einmischen wolle. Zur gegenseitigen Rücksichtnahme gehöre es jedoch, daß sich Kleingärtner weder mit Gift, noch mit Unkrautsamen belästigten.
Autor:
rll


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