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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Serie: Lebende Denkmäler Ein Stück Natur in Osnabrück
 
"Früher war hier alles Moor"
Zwischenüberschrift:
Das Schwarze Wasser ist eigentlich braun
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In dieser neuen Serie wollen wir Naturdenkmäler in Osnabrück vorstellen. Die Liste der Bezirksregierung verzeichnet vor allem Bäume, Baumgruppen, Steingräber und Tümpel. Alle 56 geschützten Bereiche werden wohl nicht Eingang in die Zeitung finden können die Serie soll aber einen umfassenden Überblick gestatten.

Wenn der tägliche Spaziergang den 79jährigen Josef Riepenhoff durch das Pyer Moor führt, bietet sich ihm unterwegs eigentlich wenig, das ihn noch an einen morastigen Untergrund erinnern könnte. Der Sumpf hat Wiesen und Ackern Platz gemacht, ein Teil ist heute Wohnsiedlung und am Nordrand des ehemaligen Feuchtgebietes führt die Autobahn Hansalinie entlang. ,, Früher war hier alles Moor", erinnert sich Josef Riepenhoff. Dann kamen die Nazis mit ihrem Arbeitsdienst, ließen Gräben ziehen und Felder anlegen. Ein kleines, bewaldetes Fleckchen blieb der Nachwelt erhalten: das Schwarze Wasser. Seit dem 15. Juli 1948 steht die etwa 4500 Quadratmeter große Fläche unter Naturschutz.

Tümpel unterschiedlicher Größenordnungen und feuchte Stellen in dem kleinen Wäldchen bieten auch den selten gewordenen Pflanzen- und Tierarten Platz zum Überleben. Unzählige Frösche tummeln sich im Schwarzen Wasser, und an den Uferbereichen hat sich eine grüne Vielfalt etabliert.

Dabei ist das Wasser eigentlich gar nicht schwarz, sondern dunkelbraun. ,, Moorgrund", meint Josef Riepenhoff sachkundig, ,, nur von weitem sieht es schwarz aus." Für ihn ist das Moor ein Heilfaktor. " Das ist gut gegen Rheuma!"

Obwohl es jetzt so häufig geregnet hat, sind die meisten Stellen des Naturdenkmals zugänglich sonst steht ein Großteil der Urwald-Idylle unter Wasser. Die augenblickliche Trockenheit hat aber auch einigen Unrat ans Tageslicht gebracht. Das alte Schild mit der Aufschrift ,, Naturdenkmal Schwarzes Wasser, Verunreinigung wird bestraft" stammt noch aus der Zeit vor der Eingemeindung, die Pyer Gemeindeverwaltung hat es seinerzeit aufgestellt.

Das Grünflächenamt der Stadt, in dessen Obhut das Sumpfgebiet jetzt ist, will den Schutzbereich nun erweitern, um auch Teilen einer benachbarten Wiese Denkmalscharakter zu geben. Aus dieser Richtung droht dem Feuchtbiotop Gefahr: Der Landwirt würde seinen Grund und Boden gerne entwässern. Das wollen die Naturschützer im Grünflächenamt aber nicht zulassen. rll

AN DER OBERFLÄCHE ist das Schwarze Wasser grün, weil Pflanzentelle und Pollen darauf schwimmen. Josef Riepenhoff aus Pye zeigt, wie es darunter aussieht. Aufnahme: Lahmann-Lammert
Autor:
rll


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