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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
"Ein Luxus, den wir uns nicht leisten können"
Zwischenüberschrift:
Hellern: Landwirt macht sich für Düte-Ausbau stark
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Was Naturschützer als Alptraum empfinden, ist für ihn wirtschaftlicher Zwang. Wenn andere mit leuchtenden Augen von Lebensräumen seltener Tier- und Pflanzenarten schwärmen, hat er ja nichts dagegen, aber auf seinen Flächen zählt der Nutzeffekt. Seine Meinung über Biotope: " Ein Luxus, den wir Landwirte uns nicht leisten können." Gustav Börgen lebt von seinem Hof in Hellern. Seit geraumer Zeit nacht sich der Bauer für einen Ausbau der Düte stark, weil ihn jeder Hochwasserstand nach eigenem Bekunden um die Früchte seiner Arbeit bringt.14 Unterschriften von Anliegern und Interessenten des Bachlaufs hat Landwirt Börgen schon zusammengetragen. Für die Ökologen kommt der Gedanke an den Ausbau einer Apokalypse gleich: Die Düte ist im Bereich Hellern noch weitgehend naturnah erhalten. Ihr Ausbau würde zahlreiche Arten von Tieren und Pflanzen auslöschen.

Das glaubt Gustav Börgen nicht.,, Wenn man nur die größten Knicke herausnehmen würde", meint der Bauer, dann würden wir der Landschaft nicht schaden." Seine Mitstreiter sehen es genauso, das überzeugt Prof. Hartmut Peucker, den Kreisbeauftragten für den Naturschutz in Osnabrück, noch lange nicht. Der Wert der Düte liegt in ihrer Vielfalt", ist seine Meinung. Gerade die naturhaften Formen und das Überangebot an Wasser haben nach Peuckers Einschätzung seltene Vögel an der Düte gehalten wie den Eisvogel oder die Wasseramsel.

Eine Horrorvision

Ein Ausbau, das steht für ihn fest, würde die feuchten Areale bedrohen und gerade in denen tummelt sich das Leben. Eine Begradigung auch nur teilweise, besonders eine Vertiefung der Düte ließe den Grundwasserspiegel absinken und die ,, nassen Ecken" intensiver landwirtshaftlicher Nutzung zugänglich machen in Anbetracht der wenigen verbliebenen Lebensräume dieser Art eine Horrorvision für jeden Naturfreund.

So findet der Kreisbeauftragte für den Naturschutz es unverantwortlich, wenn einer ,, zu Lasten der Allgemeinheit" seine Nutzflächen saniert. Der Hinweis, daß es sich doch immerhin um relativ kleine Stücke handelt, hindert Landwirt Börgen nicht, von seinem Konzept abzuweichen: ,, Ich hole nur nach, was hier in 30 Jahren versäumt worden ist." Und so passen verwinkelte Ackerflächen nicht in seine Planung: Gerade Linien müssen her, weil er wie er sagt ja schließlich von seinem Hof leben muß.

Düte als Kanal

Dabei hat auch Naturschützer Peucker Verständnis für die Reaktion des Bauern, soweit sie die Verschmutzung der Düte betrifft. Von " unzumutbaren Zuständen" weiß der Professor zu berichten, von gefährlichen Abwässern der Klöckner-Werke und der Kläranlage in Georgsmarienhütte, " die an der Grenze ihrer Kapazität angelangt ist".

Und aus verschiedenen stillgelegten Deponien gelangt stark verunreinigtes Sickerwaser in das stille Flüßchen.

Stark verschmutzt

Daß überhaupt in Hellern Wiesen überschwemmt werden (und zwar meist im Sommer), hat seine Ursache aber vor allem im bereits erfolgten Ausbau des Oberlaufs, der die Wassermassen der Überbauten (versiegelten) Flächen aus Georgsmarienhütte aufnimmt und schnell zu Tal strömen läßt. Landwirt Börgen leitet daraus die Alternative ab, daß die Düte überall naturbelassen bleibt oder überall ausgebaut werden muß.

Ausgebaut ist sie nun schon an den meisten Stellen, auch in Osnabrück. Und so ist Börgen zu der Überzeugung herangereift, " daß die größten Sünden von der Stadt kommen". In Bau- und Industriegebieten stellt sich die Düte (auch in Hellern) als Kanal dar. Auf seinem Grund hingegen darf nichts verändert werden. Aber nicht nur der Naturschutz steht Landwirt Börgens Plänen im Wege, auch die Finanzen lassen nicht an den Ausbau denken.

Übrigens auch nicht das Konzept von Prof. Peucker: Der möchte gerne die Stadt bewegen, die für die Landwirtschaft nicht interessanten Flächen zu erwerben und sie damit intensiver Nutzung entziehen. Die Kassen sind leer. rll
Autor:
rll


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