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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Spielgebiet für Halbstarke
Zwischenüberschrift:
Klage über die Auswirkungen, die der neue Tret- und Ruderbootverleih an der Hase nach sich zieht.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wer, um Himmels willen, hatte die Idee, man müsse mitten in Osnabrück Bootfahren können? - Wer noch das Bild vor Augen hat, das vor einigen Tagen in dieser Zeitung abgebildet war, mit dem Oberbürgermeister und dem Oberstadtdirektor an Bord eines riesenhaften Tretbootes, der fragt sich unwillkürlich, wer in unserer Stadtverwaltung wohl fürs Denken zuständig ist. Genauer: fürs Zu-Ende-Denken von zunächst vielleicht faszinierenden Ideen.
Hätte man nicht vorher wissen können, daß mit dem Betrieb von sechs monströsen Tretbooten sowie zwei Ruderbooten auf dem winzigen Stück Fluß sich einiges in der bisher so idyllischen Atmosphäre am Ufer ändern würde? Die letzte grüne Oase im Innenstadtbereich verkommt nun zu einem rummelplatzartigen Spielgebiet für Halbstarke. Diese sind in den 60 Minuten, für die sie ihr Boot gemietet haben, ja geradezu gezwungen, noch irgendetwas zu unternehmen, denn die kleine Wasserfläche haben sie nach wenigen Minuten abgefahren. Was also tun? Ausprobieren, was die Boote aushalten? Ausprobieren, ob man an Land springen kann? Kann man auch die Blumen ausreißen und neuangelegte Beete in den Gärten zertrampeln? Man kann! Kann man die mit Steinen befestigte Uferböschung dadurch beschädigen, daß man mit den Steinen kleine Wasserschlachten von Boot zu Boot austrägt? Auch das kann man! Man konnte sogar mit eben diesen Steinen nach einer Nonne werfen, die das wüste Treiben stoppen wollte. Die Schwestern und die Gartenbenutzer fragen sich mit einiger Entrüstung, ob sie sich die immerwährenden Belästigungen eigentlich gefallen lassen müssen. Daß die Enten und Wasserhühner, die die stille Wasserfläche vordem bevölkerten, vertrieben sind, stört die Damen und Herren in unserer Stadtverwaltung wohl weniger. Aber vielleicht sollten sie einmal überlegen, daß sie den vielen alten Leuten und den Müttern mit kleinen Kindern, die in der Innenstadt wohnen müssen, nun ihren täglichen geruhsamen Spaziergang auch genommen haben.
Aber noch ist nichts Irreparables geschehen. Die Enten werden vielleicht noch Junge ausbrüten, die Ruhe wird zurückkehren, wenn man sich entschließt, den festen Holzsteg beim Carolinum mitsamt den Booten an eine Stelle der Hase zu verlegen, wo weniger Schaden angerichtet und wo vor allem mehr Wasserfläche angeboten werden kann. Dann wären die Jugendlichen nicht mehr indirekt zu Unfug und Beschädigungen angestiftet.

Heinz-Ludwig Hüsing und 20
weitere Unterschriften
Gertrudenstraße 18
Osnabrück

Osnabrück, was ist aus Dir geworden! Unbegreiflich finde ich die Zustände in unserer Stadt. Vierteljährlich komme ich für einen Monat in meine Heimatstadt und bin geschockt über die Entwicklung.
Was ist aus der Oase Herrenteichswall geworden! Bootssteg mit Tret- und Ruderbooten, die mißbraucht werden. Jugendliche zu sechs bis acht Personen in einem Boot! Die Boote werden gerammt - gleichzeitig zertreten sie die Böschung durch Rein- und Rausspringen - lärmen und schreien, so daß kein Mensch mehr in Ruhe den unteren Haseweg gehen kann. Vertriebene Enten - weinende Kinder mit ihren Müttern, da sie nicht mehr füttern können. Radfahrer sowie Mopedfahrer rasen über die Wege ohne Rücksicht hin und her. Böschungen werden zertrampelt, Büsche ausgerissen und kein Mensch greift ein. Wo bleibt da die Aufsicht? .....

Margret Schroers
Probsteinerstraße 25
Hamburg 70
Autor:
Heinz-Ludwig Hüsing, Margret Schroers


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