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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Neue Maschinen kehren elektrisch
Zwischenüberschrift:
Weniger Lärm und umweltfreundlicher auf Radwegen und in der Innenstadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Auf den Radwegen und in der Innenstadt ist neuerdings eine elektrische Kehrmaschine unterwegs. Äußerlich unterscheidet sich die Neuanschaffung des Osnabrücker Servicebetriebes kaum von ihren Diesel-Schwestern. Aber es fällt sofort auf, wie leise sie ist.
Geordie Patterson reinigt seit 25 Jahren die Straßen von Osnabrück. Er kann mit großen und kleinen Kehrmaschinen umgehen, kennt ihre Vor- und Nachteile. Aber von der neuen Elektrischen ist er kaum herunterzubekommen. Das liegt zum einen an der geringen Lautstärke, die ja nicht nur auf die Umgebung einwirkt, sondern ebenso auf den Fahrer. Auch die Bedienung ist einfacher″, sagt der 62-Jährige, weniger Knöpfe″. Und dann gibt es noch einen Punkt, der dem Kehrmaschinenfahrer wichtig ist: 25 Jahre lang hat ihn der aufdringliche Piepton genervt, der bei jedem Zurücksetzen ertönt. Bei der Neuen lässt er sich abschalten.
Um die Luftschadstoffe zu reduzieren und den Lärm in der Stadt zu senken, setzt der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) auf Elektro- und Hybridantrieb. Die neue E-Kleinkehrmaschine passt da gut ins Konzept der Stadt, beim emissionsfreien Verkehr″ eine Vorreiterrolle einzunehmen, wie es Finanzvorstand Thomas Fillep ausdrückt. Ziel soll es sein, bis spätestens 2030 alle Autos und leichten Nutzfahrzeuge ohne Verbrennungsmotoren anzutreiben. Mit 3, 3 Tonnen Leergewicht gehört der vollelektrische Zwei-Besen-Staubsauger des Schweizer Herstellers Aebi Schmidt noch zu den leichteren Fahrzeugen in der OSB-Flotte. Für Betriebsleiter Detlef Schnier zählt dabei, dass die Kleinkehrmaschine nicht nur eine gute Umweltbilanz aufweist, sondern mindestens genauso viel schafft wie ein vergleichbares Exemplar mit Dieselantrieb. Das wurde erst einmal ausgetestet, bevor die Entscheidung fiel.

Akku für 80 Kilometer

Der Lithium-Eisenphosphat-Akku des Schmalspur-Gefährts ist nicht brennbar und hat eine Gesamtkapazität von 75 Kilowattstunden. Damit soll die Kompakt-Kehrmaschine eSwingo 200+ 80 Kilometer Straße oder Radweg reinigen können. Eine Schnellladung ist möglich, aber beim OSB reicht es, wenn die Batterie über Nacht aufgeladen wird. Damit seine zwei Besen auch in den Ecken kehren können, ist der 1, 30 Meter breite Flitzer mit einer lenkbaren Hinterachse ausgestattet, die allerdings nur bei langsamer Fahrt funktioniert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/ h natürlich nur bei abgeschalteter Kehrvorrichtung.
Kehrmaschinen gibt es in drei Größen. Dass der OSB bei der Elektrifizierung in der Mini-Klasse anfängt, hat einen konkreten Grund: Bei den größeren Fahrzeugen werde meist nur die Antriebseinheit von Diesel nach Elektro ausgetauscht, und das bringe manche Nachteile mit sich, meint Schnier. Bei den Schmalspur-Kehrmaschinen sei die Technik schon weiter ausgereift alle Systeme funktionieren elektrisch. So viel Hightech hat seinen Preis. 315 000 Euro kostet der kleine Feger mit Batterieantrieb eine nagelneue Dieselkehrmaschine gleicher Größe hätte der OSB für 110 000 Euro haben können.
Für Finanzvorstand Thomas Fillep geht die Rechnung trotzdem auf, weil der Bund die Elektrifizierung des Fuhrparks großzügig unterstützt. Letztlich, so lautet seine Formel, muss die Stadt Mehrkosten in Höhe von 20 000 Euro auffangen, und dieser Betrag soll wieder rausspringen, weil Strom deutlich preiswerter sei als Dieselkraftstoff.
Ähnlich sieht das Finanzierungsmodell beim ersten elektrischen Hubsteiger des Osnabrücker Servicebetriebes aus, der den Baumpflegern ab März zur Verfügung stehen soll. Anders als bei der Kehrmaschine handelt es sich um ein Modell, bei dem der Dieselmotor gegen einen E-Motor ausgetauscht wurde, und der treibt auch die Hydraulik an.

Weniger Lärm

Kleinere Fahrzeuge mit Elektro-Power gibt es schon viele beim OSB, etwa vier Mini-Transporter für den Einsatz in der Innenstadt und auf Friedhöfen, außerdem vier Kastenwagen für die Spielplatzkontrolle und die Wertstoffhöfe. Zur Ausstattung gehören außerdem ein E-Roller und 14 E-Bikes, dazu batteriebetriebene Laubbläser, Heckenscheren und Motorsägen, die das Gehör von Mitarbeitern und Passanten weniger beeinträchtigen als die kreischenden Zweitaktmotoren.
Inzwischen wird beim OSB auch eine größere Anschaffung ins Auge gefasst ein Müllfahrzeug mit Elektroantrieb. Ob Brennstoffzelle oder Akku, das muss noch entschieden werden. Betriebsleiter Schnier sieht den Wasserstoffantrieb bei Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse im Vorteil. Zunächst soll ein konventioneller Müllwagen mit einer Messeinheit ausgestattet werden, um die geforderten Leistungsdaten zu ermitteln.
Erst danach soll die Ausschreibung erfolgen. Die Kosten für das CO2-arme Müllfahrzeug werden auf mehr als eine Million Euro geschätzt. Und auch in diesem Fall hoffen die OSB-Strategen auf einen ordentlichen Zuschuss aus dem Bundesprogramm. Die eigentliche Hoffnung definiert Finanzvorstand Thomas Fillep aber so: Die Dinger werden billiger, wenn mehr davon produziert werden!

Bildtext:
Vollelektrisch: Die neue Straßenkehrmaschine des Osnabrücker Servicebetriebes wird vor allem auf den Radwegen für Sauberkeit sorgen.
Foto:
André Havergo
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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