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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Einmal im Jahr reicht nicht!″
Zwischenüberschrift:
Ohne diese beiden Kinder wäre der Stadtteil Schölerberg dreckiger
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wie so viele andere Menschen ärgern sich Liana Ben Said und Oscar Höger über den Müll, den sie auf den Straßen oder im Wald sehen. Aber anders als die meisten anderen belassen sie es nicht dabei oder rufen nach der Stadt, damit die sich darum kümmern soll sie werden selbst aktiv. Sie gehen jetzt einmal in der Woche im Stadtteil Schölerberg auf Tour und sammeln den Abfall ein, den andere achtlos in die Gegend werfen.

Mehr Müll wegen Corona

Als die beiden Viertklässler vor Kurzem nach einer stürmischen Nacht am Morgen auf dem Weg zur Schule waren, sahen sie viele umgekippte Mülltonnen, deren Inhalt auf den Straßen verstreut lag. Da haben wir uns gedacht: Wir können Müll sammeln″, erzählen Liana und Oscar. Sie gründeten den SKT. Das bedeutet: Schölerberger Kinder-Trupp.
Sie kennen sich aus mit der Thematik. Die beiden Zehnjährigen besuchen die Grundschule Schölerberg, die seit einiger Zeit einmal im Jahr im Stadtteil sauber macht. Wegen Corona musste die Aktion im vergangenen Jahr ausfallen. Die Pandemie hat beileibe nicht dafür gesorgt, dass nun weniger Müll in der Gegend rumliegt, wie Liana sagt. Wegen Corona schmeißen die Leute ihre Masken in den Wald.″ Das findet sie komisch. Wenn man in den Wald kommt, und überall liegt Müll rum, dann sieht der Wald nicht mehr waldmäßig aus.″
In dem Gebiet zwischen der Möllmannstraße, der Schule und dem Wald am Schölerberg sind Liana und Oscar mindestens einmal in der Woche etwa eineinhalb Stunden unterwegs. Dabei finden sie jedes Mal jede Menge Zigarettenkippen, tonnenweise″ Glasscherben, gebrauchte Mund-Nasen-Masken und vieles mehr.

Hoffen auf Nachahmer

Oscar sagt, das Müllsammeln sei für ihn auch etwas, was in die Zukunft gerichtet ist. Damit meint er nicht, dass er mal Müllmann werden will. Es geht ihm um das, was die Erwachsenen gerne Nachhaltigkeit nennen: Wenn viel Müll rumliegt und die Tiere fressen es, dann sterben sie.″ Er glaubt, wenn es den Tieren gut geht, geht es auch den Menschen gut.
Die beiden Mütter sind stolz auf ihre Kinder. Es zeigt, dass sie Bewusstsein für die Natur entwickelt haben″, sagt Fatima Ben Said. Sie habe allerdings etwas Angst, dass die Kinder beim Müllsammeln etwas Kontaminiertes anfassen könnten, sagt sie. Damit Liana und Oscar nicht in direkten Kontakt mit dem Müll kommen, haben ihre Eltern ihnen Handschuhe und Greifwerkzeuge gekauft.
Monique Höger sagt, dass die beiden Kinder Vorbilder für andere Kinder sind. Das wollen sie auch sein: Liana Ben Said und Oscar Höger hoffen darauf, dass sich andere Kinder in anderen Osnabrücker Stadtteilen auch dazu entschließen, Müll zu sammeln. Sie wissen zwar, dass es den Stadtputztag gibt. Aber, so sind sie überzeugt: Einmal im Jahr reicht nicht.″

Bildtext:
Sorgen für Sauberkeit am Schölerberg: Liana Ben Said und Oscar Höger (beide 10) sammeln Müll.
Foto:
David Ebener
Autor:
Thomas Wübker


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