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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein neuer Supermarkt für Pye?
Zwischenüberschrift:
Seit 20 Jahren ohne Nahversorger
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Was die Bewohner des Osnabrücker Stadtteils Pye seit gut zwei Jahrzehnten vermissen, ist ein Supermarkt. Seit der letzte Nahversorger geschlossen hat, gehen viele Pyer in Lechtingen einkaufen, manche fahren nach Haste. Während die Stadtverwaltung mit einem Lebensmittelhändler über einen möglichen Pyer Standort im Gespräch ist, kommen weitere Ideen von Anwohnern ins Spiel.
Die Diskussion ist indessen nicht neu: Bereits Ende der 1990er-Jahre stand ein Supermarkt ganz oben auf der Wunschliste der Pyer. Damals fragte unsere Redaktion bei Edeka in Minden nach und erfuhr, woran es hapert. Die Antwort lautete: Für einen rentabel zu betreibenden Markt sei ein Einzugsgebiet mit mindestens 6000 Anwohnern erforderlich und damit doppelt so viele, wie Pye seinerzeit hatte. Außerdem befindet sich der Stadtteil abseits einer Durchfahrtstraße, die als Zubringer für weitere Kunden dienen würde, die zwar nicht in Pye wohnen, ihre regelmäßigen Fahrten etwa zwischen Wohnort und Arbeitsstätte dort aber für einen Einkauf unterbrechen könnten.
Das war der Stand vor 20 Jahren. Inzwischen gibt es in der Branche auch andere Konzepte mit kleineren Supermärkten. Und gleichzeitig ist abzusehen, dass Pye deutlich mehr Einwohner bekommt, denn die Stadtplaner beschäftigen sich mit Bebauungsplänen für neue Siedlungen die freilich im Stadtteil nicht sehr populär sind.
Die Verwaltung erwähnte im vergangenen Jahr und jetzt erneut im Online-Bürgerforum –, sie sei mit einem Supermarktbetreiber in vielversprechenden Gesprächen″. Um welchen Unternehmer es sich handelt, verrät sie nicht, um die Verhandlungen nicht zu gefährden.

Automaten-Einkauf

Währenddessen haben sich die Pyer eigene Gedanken über ihre Versorgung mit Lebensmitteln gemacht und sie im Bürgerforum ausgesprochen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Automaten-Supermarkt für kleine Einkäufe? Eine Anwohnerin nannte einige Vorbilder in anderen Orten. Doch auch für diese Idee müsste sich ein Betreiber finden, der investiert.
Wie wäre es mit einem Bürgerbus, der die Pyer umweltfreundlich zu den Lebensmittelhändlern im Wallenhorster Ortsteil Lechtingen bringt? Der Anwohner, der diese Idee hatte, regte eine Kooperation mit den Stadtwerken an. Davon zeigten sich nicht alle angetan. Es sei doch nicht erstrebenswert, in der Nachbargemeinde einzukaufen, meinte ein Anwohner. Es müsse eine Lösung innerhalb der Stadtgrenzen gefunden werden: Wir sind doch Osnabrücker.″
Eine weitere Idee kam von Bürgermeisterin Birgit Strangmann, die das Bürgerforum leitete: Wie wäre es mit einem mobilen Einkaufswagen″ für Senioren nach dem Vorbild eines karitativen Projekts, das es bereits in anderen Stadtteilen gibt?

Markt auf dem Kirchplatz

Ein Anwohner schlug außerdem vor, auf dem Kirchplatz einen Wochenmarkt zu ermöglichen. Eine reizvolle Idee″, fand Bürgermeisterin Strangmann. Und Sozialdezernentin Katharina Pötter versprach, diesen Vorschlag mitzunehmen″.
Doch so einfach scheint die Umsetzung nicht zu sein. Birgit Strangmann sieht als grundsätzliches Problem unter anderem, dass Wochenmärkte während der Arbeitszeit von Berufstätigen öffnen.
Ganz neu ist die Idee für einen Wochenmarkt im Übrigen nicht. Der Pyer CDU-Kommunalpolitiker Heinrich Halbrügge erinnerte sich daran, dass sie schon vor mehreren Jahren aufgegriffen werden sollte, aber: Damals hieß es dann, die Fläche an der Kirche sei nicht groß genug.″
Also doch ein Supermarkt? Und was kann die Stadt überhaupt dahingehend unternehmen? Johanna Mai vom Fachbereich Städtebau wies darauf hin, dass die Verwaltung das Engagement für eine Neueröffnung zwar unterstützen könne, die eigentliche Umsetzung aber letztlich von den Betreibern geleistet werden müsse.
Was das angeht, sieht es aber ja zumindest schon einmal besser aus als vor zwei Jahrzehnten. Während Edeka & Co seinerzeit kategorisch abwinkten, ist inzwischen Bewegung in der Sache. Die Pyer dürfen durchaus Hoffnungen haben, dass die erwähnten Gespräche der Stadt mit einem nicht genannten Lebensmittelhändler letztlich zum gewünschten Erfolg führen. Vielleicht wird ihr alter Wunsch ja demnächst wahr?

Bildtext:
Noch gibt es in Osnabrück keinen Automaten-Supermarkt ohne Angestellte. Das könnte sich ändern, wenn die Idee einer Pyerin für ihren Stadtteil wahr wird. Seit vielen Jahren gibt es in Pye keinen Supermarkt mehr.
Foto:
Sebastian Gollnow
Autor:
Jann Weber


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