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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Müll? Unter der Erde
Zwischenüberschrift:
OSB will Unterflurmüllcontainer testen / Pilotprojekt in Voxtrup
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Mülltonne der Zukunft muss nicht zwingend an die Straße gerollt werden. Sie kann auch einen festen Standort haben und zwei Meter tief in den Boden reichen. In Voxtrup will der Osnabrücker Servicebetrieb erstmalig neue Unterflurbehälter testen.
So könnte auch ein Geldautomat oder ein exklusiver Gartengrill aussehen: Sichtbar ist nur das massive Metallgehäuse, das aus dem Boden ragt. Wer die Klappe öffnet, kann seinen Müll in den unterirdischen Schacht fallen lassen. Auch für ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen seien Unterflurbehälter leicht bedienbar, heißt es in den Beschreibungen der Hersteller. Weil sie als platzsparend gelten, sollen sie sich auch für verdichtete Stadtquartiere anbieten. Als weiterer Vorteil wird ein sauberes Erscheinungsbild genannt, das die Nutzer auch von den lästigen Beistellungen″ abbringen könnte.
Im Baugebiet Grüner Garten″ an der Meller Landstraße will der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) gemeinsam mit den Evangelischen Stiftungen die neuen Container testen. Neben einem Altenheim sollen auf dem Areal etwa 100 Wohnungen in unterschiedlicher Bauweise entstehen. Die Palette reicht vom Einfamilienhaus bis zum Mietwohnungsbau, auch Betreutes Wohnen ist geplant. Weil sich die Stadt für eine relativ dichte Bebauung entschieden hat, wurde nach einer platzsparenden Lösung für die Abfallbehälter gesucht.
Wir wollen andere Wege gehen″, erklärte OSB-Chef Detlef Schnier kürzlich im Betriebsausschuss Osnabrücker Servicebetrieb. Technisch ist das nicht sonderlich schwierig, zumal solche Systeme schon in anderen Städten installiert sind. Der Grundstückseigentümer baut den Betonschacht, und der OSB stellt die Metallbehälter auf. Neuland müssen die Unterflur-Pioniere allerdings in abrechnungstechnischer Hinsicht beschreiten, sofern die Anlage von verschiedenen Eigentümern genutzt wird. Bei einer Wohnungsbaugesellschaft sei das einfacher, vermerkte Schnier, aber man sei in einem kreativen Prozess mit den Evangelischen Stiftungen.
Der Betriebsausschuss hat sich einstimmig für den Modellversuch ausgesprochen. Zugleich wurde die Frage aufgeworfen, ob sich ein System unterirdischer Container nicht auch für die Fußgängerzone anbiete, wo jetzt die Big Bellys stehen. Das größere Volumen der Unterflurbehälter sei ein Vorteil, erklärte Schnier, aber unter dem Pflaster der Großen Straße gebe es so viele Leitungen, dass kaum ein Standort für so eine Müllbox zu finden sei.
Auch die Hoffnung von Ausschussmitgliedern, dass Glascontainer künftig unter die Erde verbannt werden könnten, musste der OSB-Betriebsleiter dämpfen. Die Altglasverwertung werde ja nicht aus den Müllgebühren finanziert, deshalb stelle sich die Frage, wer bereit sei, für die Mehrkosten aufzukommen. Sonst bleibe nur der städtische Haushalt.
Unklar ist auch, welche Mehrkosten der Modellversuch in Voxtrup verursachen wird. Unterflurbehälter lassen sich nicht in ein konventionelles Müllfahrzeug kippen. Stattdessen muss ein Kran die Metallbox aus dem Boden ziehen und den Inhalt auf einen Kipper schütten. Das System lohnt sich wohl erst, wenn weitere Wohngebiete angeschlossen werden.
In der schleswig-holsteinischen Gemeinde Bordesholm gibt es schon seit drei Jahren Erfahrungen mit Unterflurbehältern. Es wird berichtet, dass sich Transportkosten sparen ließen, weil die Container nur alle sechs bis acht Wochen entleert werden müssten je nach Bedarf: Wann die nächste Leerung fällig ist, wird von Sensoren angezeigt.

Bildtexte:
Unterirdisch werden die Abfälle hier gelagert. Die Müllabfuhr kommt mit einem Kran, zieht die Behälter aus dem Boden und leert sie aus. In Voxtrup will der Osnabrücker Servicebetrieb das System in einem Pilotprojekt testen.
Klappe auf, Klappe zu: Unterflurmüllbehälter gelten als platzsparend und leicht zu befüllen.
Wo Platz knapp ist, sind Unterflurmüllbehälter gefragt.
Fotos:
Kubatzki
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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