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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Dem deutschen Wald geht es so schlecht wie noch nie
 
Borkenkäfer ist der größte Schädling
Zwischenüberschrift:
Vier von fünf Bäumen haben schon lichte Kronen / Verbände schlagen Alarm
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Berlin Dürre, Stürme und der Befall durch Borkenkäfer haben den deutschen Wäldern im vergangenen Jahr massiv zugesetzt. Vier von fünf Bäumen haben eine lichte Krone″, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gestern bei der Vorstellung des aktuellen Waldzustandsberichts in Berlin. Entsprechende Probleme fanden die Wissenschaftler demnach bei 79 Prozent der Fichten, jeweils 80 Prozent der Eichen und Kiefern sowie 89 Prozent der Buchen. Der Kronenzustand ist wie ein Fieberthermometer er zeigt an, wie es den Bäumen geht″, sagte Klöckner. Der Ministerin zufolge waren noch nie so viele für die Erhebung untersuchte Bäume abgestorben wie 2020. Bei knapp 37 Prozent der Bäume wurde Blätter- oder Nadelverlust festgestellt.
Foto:
dpa/ Lino Mergeler

Berlin Im vergangenen Jahr ist es den Bäumen in Deutschland so schlecht ergangen wie noch nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Das geht aus dem aktuellen Bericht zum Zustand der Wälder in Deutschland hervor, den Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) gestern in Berlin vorgestellte.
Demnach haben Sturmschäden, Dürre und Schädlinge allen voran der Borkenkäfer dem Wald im Jahr 2020 schwer zugesetzt. In den Jahren 2019 und 2020 sei die Sterberate der Bäume im Vergleich zu den Vorjahren deutlich höher geworden″. Vor allem ältere Bäume über 60 Jahre seien vom Absterben bedroht, heißt es in dem Bericht. Derzeit betrage die Fläche, die potenziell wieder aufgeforstet werden müsste, 277 000 Hektar. Jeden Baum, den wir heute nicht nachziehen, der fehlt der kommenden Generation″, erklärte Klöckner. Die aktuelle Schadholzmenge beläuft sich demnach auf 171 Millionen Kubikmeter.
Dem Bericht zufolge nimmt auch die Verlichtung der Baumkronen immer weiter zu also der Verlust von Nadeln und Blättern. Demnach wiesen im vergangenen Jahr vier von fünf Bäumen lichte Kronen auf. Die Waldzustandserhebung zeigt: Unsere Wälder sind krank″, bilanzierte die Ministerin.
Der Klimawandel habe großen Schaden angerichtet, nun gehe es darum, den Wald nachhaltig wiederzubewalden, sagte Klöckner. Dafür stünden Waldbesitzern und Forstwirten derzeit 1, 5 Milliarden Euro zur Verfügung. Ein Teil des Geldes 800 Millionen Euro war bereits im Jahr 2019 als Bund-Länder-Paket auf den Weg gebracht worden. 2020 sei aus diesem Topf mehr Geld beantragt worden, als vorgesehen war, sagte Klöckner.
Umweltverbände schlugen angesichts der Befunde Alarm. Greenpeace beklagte, dass sich an der Waldbewirtschaftung nichts geändert habe und immer noch zu viele Flächen kahl geschlagen″ würden. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte die Bundesregierung auf, endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen″ zu ergreifen, um dem Waldsterben Einhalt zu gebieten.

Bildtext:
Totholz ist ein Problem im Wald.
Foto:
dpa/ Wolfgang Kumm
Autor:
AFP, dpa


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