User Online: 1 | Timeout: 15:19Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Immer mehr Nichtschwimmer
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker CDU bringt ein neues Hallenbad ins Spiel
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Immer mehr Kinder können nur schlecht oder gar nicht schwimmen auch in Osnabrück. CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde verfolgt die Entwicklung mit Sorge, wie er sagt und die begrenzten Kapazitäten der Osnabrücker Bäder seien ein Teil des Problems.
Laut CDU-Fraktion treffen in den Osnabrücker Bädern verschiedene Interessen Freizeitspaß, Sport und Schwimmunterricht aufeinander und müssen sich die vorhandenen Kapazitäten teilen. Von immer mehr Vereinen und Schulen bekomme er zu hören: Die Kinder lernen nicht richtig schwimmen. Diese Rückmeldung bekomme er auch von den Stadtwerken, die die drei städtischen Bäder betreiben, so Brickwedde im Gespräch mit unserer Redaktion.
Dass immer mehr Kinder schlechte Schwimmer oder gar Nichtschwimmer seien, habe sicherlich mehrere Gründe, so Brickwedde. Die begrenzte Kapazität an Schwimmbecken sei aber sicherlich einer davon. Seine Fraktion stellte daher nun die Frage an die Stadtverwaltung, was ein neues Schwimmbad kosten würde und ob es für ein solches Projekt Fördermittel geben könnte. Inzwischen liegen die Antworten vor.

Was würde ein Neubau kosten? Ein Hallenbad mit einem 12, 5 mal 25 Meter großen Becken (312, 5 Quadratmeter) wie im Moskaubad erfordere eine Gebäudegrundfläche von 1000 Quadratmetern inklusive Sanitäranlagen und Umkleidebereich, heißt es vonseiten der Stadtwerke. Das Grundstück samt Feuerwehrzufahrt müsse 2500 bis 3000 Quadratmeter haben. Auf Grundlage dieser Daten rechnen die Stadtwerke mit Baukosten in Höhe von 7 Millionen Euro mindestens.

Geht es auch günstiger? Durchaus. Für ein kleineres Becken der Größe 10 mal 15 Meter (150 Quadratmeter) wie im Schinkelbad müsste die Gebäudegrundfläche nur 380 Quadratmeter betragen. Würden die Stadtwerke eine solche Schwimmhalle an ein bereits vorhandenes Schwimmbad anbauen, etwa an das Schinkelbad, entfielen die Kosten für den dann ja bereits vorhandenen Sanitär- und Umkleidebereich. Für einen solchen Anbau rechnen die Stadtwerke mit Baukosten von mindestens 3 Millionen Euro.

Und die Folgekosten? Die Stadtwerke errechneten nicht nur mögliche Baukosten einer neuen Schwimmhalle, sondern auch die Folgekosten. Für einen Neubau mit einem 312, 5 Quadratmeter großen Becken würden jährlich rund 1, 25 Millionen Euro an Betriebskosten anfallen. Nach Abzug der kalkulierten Einnahmen bliebe unter dem Strich ein Defizit von rund einer Million Euro.

Wo könnte ein neues Hallenbad entstehen? Das ist unklar. Für ein komplett neues Bad gebe es zumindest in der Nähe städtischer Einrichtungen wie Schulen und Kitas keine freie Fläche in geeigneter Größe, heißt es vonseiten des Eigenbetriebs Immobilien- und Gebäudemanagement.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Diese seien sehr übersichtlich″, heißt es in der Antwort an die CDU-Fraktion. Die Bauministerien von Land und Bund sähen es lieber, wenn vorhandene Bäder umgebaut oder saniert werden. Unter Umständen käme auch eine Förderung eines Neubaus in Betracht, dieses müsste aber im Einzelfall geklärt werden″, antworten die Stadtwerke nach Rücksprache mit der Fördermittelmanagerin der Stadt.

Wäre eine Kooperation mit dem VfL Osnabrück denkbar? Konkret wollte die CDU wissen, ob die Schwimmabteilung des VfL als Betreiber eines neuen Bades infrage käme und ob eine Integration in das Jugendleistungszentrum kostengünstig möglich wäre. Dazu heißt es von den Stadtwerken kurz und knapp: Aus ihrer Sicht gibt es keine Einwände bezüglich einer möglichen Kooperation mit dem Jugendleistungszentrum.

Welches Resümee zieht die CDU aus diesen Antworten? Wir haben das in der Fraktion noch nicht beraten können″, sagt Brickwedde. Das werde in den kommenden Wochen nachgeholt. Dann werden wir mit Stadtwerken und Vereinen besprechen, wie das Problem auf Basis dieser Antworten behoben werden kann.″ Die CDU werde in jedem Fall einen entsprechenden Antrag einbringen, versichert Brickwedde. Ob dieser den Bau eines komplett neuen Hallenbads fordert oder einen Anbau an ein bestehendes Bad favorisiert, müsse noch geklärt werden.
Der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) zufolge können immer mehr Kinder nicht schwimmen, ihr zufolge hat bundesweit jede vierte Grundschule kein Schwimmbad zur Verfügung, um Schwimmunterricht anzubieten. Ergebnis: Nach einer DLRG-Studie aus dem Jahr 2017 sind bundesweit 59 Prozent der Mädchen und Jungen keine sicheren Schwimmer, wenn sie die Grundschule verlassen. 23 Prozent haben demnach nicht einmal das Seepferdchen.

Bildtext:
Nicht jeder fühlt sich im Wasser so zu Hause wie dieser Junge der DLRG zufolge sind viele Kinder schlechte Schwimmer oder gar Nichtschwimmer.
Foto:
imago images/ Panthermedia
Autor:
Jörg Sanders


Anfang der Liste Ende der Liste