User Online: 1 | Timeout: 12:04Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Löwe greift Pflegerin im Zoo an
 
Ein Schieber war offen
Zwischenüberschrift:
Löwenangriff im Zoo: 25-jährige Tierpflegerin verletzt
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Im Zoo Osnabrück ist eine Tierpflegerin von einem Löwen angegriffen und verletzt worden. Die 25-Jährige kam als Vorsichtsmaßnahme am Sonntag in ein Krankenhaus, wie die Polizei mitteilte. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr, und die Verletzungen seien nicht gravierend, erklärte ein Sprecher weiter. Die Frau wurde angegriffen, während sie im Löwengehege arbeitete. Die Polizei sprach von einem tragischen Betriebsunfall Fremdverschulden sei auszuschließen. Der Zoo teilte mit, ein Schieber zwischen Vorgehege und Außengehege, wo sich die fünf Löwen befanden, sei zu dem Zeitpunkt anscheinend offen gewesen. Unsere Kollegin und auch wir stehen aktuell unter Schock und werden in den nächsten Tagen die Geschehnisse aufarbeiten″, so der Zoologische Leiter Andreas Wulftange.

Osnabrück Im Osnabrücker Zoo hat sich am Sonntagmorgen ein Unglück ereignet. Eine 25 Jahre alte Tierpflegerin ist von einem Löwen angegriffen und dabei erheblich verletzt worden.
Wie der Zoo am Sonntagnachmittag mitteilte, ist es um 11.30 Uhr zu dem Betriebsunfall im Löwenhaus″ gekommen. Die Tierpflegerin, die nach Informationen der Polizei 25 Jahre alt ist, sei verletzt worden, habe sich nach dem Angriff aber in Sicherheit bringen können. Sie hatte Glück im Unglück″, sagte Polizeisprecher Frank Oevermann, der zunächst von schwer verletzt″ sprach.
Wir sind gerade alle geschockt und wünschen erst mal unserer Mitarbeiterin alles Gute″, wird Andreas Busemann, Geschäftsführer im Zoo Osnabrück, in einer Mitteilung zitiert. Zum Glück besteht keine Lebensgefahr, sie wird im Krankenhaus behandelt. Wir sind sehr froh, dass es ihr den Umständen entsprechend gut geht.″

In Sicherheit gebracht

Wie Andreas Wulftange, Zoologischer Leiter im Zoo Osnabrück und zuständig für die afrikanischen Löwen, am Nachmittag Medienvertretern direkt vor dem Gehege schilderte, war die Tierpflegerin nach bisherigen Informationen für ihre notwendige Arbeit in das Vorgehege zum Außengehege der Löwen gegangen. Die fünf Löwen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf der Außenanlage, und alle Schieber zwischen Vor- und Außengehege hätten geschlossen sein müssen.
Das war aber offenbar nicht der Fall. Ein Schieber war offen, sodass ein Löwe in das Vorgehege gelangen konnte. Als die Tierpflegerin das bemerkte, machte sie umgehend kehrt, wurde aber von dem Löwen mit der Pranke noch am Rücken erwischt. Sie konnte zurück in den Pfleger-Gang gehen und sich dort in Sicherheit bringen. Sie wurde mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht, wo sie zurzeit behandelt wird″, rekonstruierte Wulftange den Vorfall.
Da die Zoomitarbeiter bereits mit ihr gesprochen haben, gingen sie am Nachmittag davon aus, dass die Verletzungen am Ende doch nicht so schwerwiegend sind. Immerhin konnte sie sich selbstständig aus der Situation retten. Die genaue Art der Verletzungen war ihnen nicht bekannt, aber es habe zu keiner Zeit Lebensgefahr bestanden, und sie sei auch durchgehend ansprechbar gewesen. Die Polizei spricht generell von schwerverletzt″, wenn ein Geschädigter ins Krankenhaus gebracht wird.
Wie genau es zu dem Vorfall kam, wolle der Zoo nun in Ruhe besprechen. Unsere Kollegin und auch wir stehen aktuell unter Schock und werden in den nächsten Tagen die Geschehnisse aufarbeiten und der Ursache auf den Grund gehen″, so Wulftange. Auf jeden Fall hat nach dem internen Notruf unser Notfallsystem gegriffen: Alle Kollegen kamen sofort, halfen der Kollegin sowie den Rettungssanitätern und versorgten die Tiere.″
Die Löwen waren zu jeder Zeit in ihrem Gehege und gesichert und sind nach dem Vorfall wohlauf. Welches Tier die Pflegerin angegriffen hatte, wollten die Zoomitarbeiter nicht mitteilen. Hintergrund ist offenbar auch, dass sich der Löwe völlig artgerecht verhalten habe. Andreas Wulftange: Es sind Wildtiere. Sie sind gefährlich, und das dürfen wir nie vergessen.″

Kein Fremdverschulden

Die Polizei geht bei dem Unglück von einem Betriebsunfall des Zoos aus. Ein Fremdverschulden schließen wir aus″, sagte Polizeisprecher Oevermann. Es werden daher auch keine weiteren Ermittlungen der Beamten folgen. Da der Zoo wegen der Corona-Beschränkungen aktuell geschlossen ist, waren auch keine Besucher in der Nähe, als es zu dem Angriff durch den Löwen kam.
Im Osnabrücker Zoo leben fünf Löwen im Rudel: Katze Shaba, die kastrierten Männchen Amani, Mahiri und Kipangi sowie Rudelanführer Nakuru. Erst im November 2020 wurde ein Teil der neuen Außenanlage im Zoo Osnabrück fertiggestellt. Seit Ende 2019 wurde das Löwengehege am Schölerberg für 2, 5 Millionen Euro umgebaut. Aufgrund der Corona-Maßnahmen erkundeten die Tiere den neuen Teil der Außenanlage unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eine Besonderheit der neuen Löwenanlage ist der 132 Meter lange und bis zu 5 Meter hohe Höhenpfad, der schon im Juli eröffnet wurde.
Vor rund vier Jahren hatten zwei ausgebrochene Bären für Schrecken gesorgt. Cappuccino-Bärin Tips, ein Mischling aus Eisbär und Braunbär, wurde damals erschossen. An dem Samstagnachmittag im März 2017 waren rund 4000 Besucher im Tierpark.

Bildtext:
Hier ruhen sie ganz friedlich: Im Zoo Osnabrück kam es am Sonntagvormittag zu einem Unfall im Löwengehege. Der Vorfall wird in den kommenden Tagen aufgearbeitet.
Foto:
Zoo Osnabrück/ Jan Banze
Autor:
dpa, Nico Buchholz, Thomas Niemeyer


Anfang der Liste Ende der Liste