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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Tunnel und dazu viele neue Wohnungen
 
Bahnübergang soll verschwinden
Zwischenüberschrift:
Atterstraße: Stadt Osnabrück bereitet Bau der Unterführung vor
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Schranke rauf, Schranke runter: Viele Male am Tag ist dieses Spiel an der Atterstraße zu beobachten, und die Verkehrsteilnehmer verbringen viel Zeit mit dem Warten auf den durchfahrenden Zug. Jetzt soll der ebenerdige Bahnübergang einer Unterführung weichen. Die Stadt will einen Tunnel bzw. einen unterirdischen Trog bauen, um Fußgängern, Radlern und Autofahrern die lästigen Wartezeiten zu ersparen. Der Clou an der Sache ist, dass im Zusammenhang mit dieser Planung auch weit über 100 neue Wohnungen entstehen sollen. Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe!″, sagt Holger Clodius, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Wie es dazu kommt, lesen Sie im Lokalteil dieser Ausgabe.

Osnabrück Die Stadt hat jetzt einen Plan, um den Bahnübergang an der Atterstraße zu untertunneln. Es wird allerdings noch mehrere Jahre dauern, ihn umzusetzen. Als Nebeneffekt soll auf den Grundstücken nebenan ein ganzes Dutzend großer Wohnblöcke entstehen. Voraussetzung ist aber, dass die Eigentümer mitmachen.
Im spitzen Winkel schneidet die Bahnstrecke Osnabrück–Amsterdam die Atterstraße. Jeden Tag staut sich der Verkehr etwa fünf Stunden vor dem ebenerdigen Übergang. Seit Jahrzehnten wird in Eversburg eine Untertunnelung gefordert. Planungsrechtlich ist dafür jetzt der Startschuss gefallen. In einem leichten Bogen soll die Straße mit beidseitigen Geh- und Radwegen in einem Betontrog die DB-Trasse unterqueren.
Doch dafür muss die Stadt zusätzliche Flächen erwerben. Die gehören zwei Speditionen, und mit denen seien auch schon Gespräche geführt worden, sagt Holger Clodius, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Es gelte, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Aber Vereinbarungen gebe es noch nicht.
Was mit den kleinen Nebenflächen begann, weitet sich zu einem Riesenprojekt aus. Ziel ist es nämlich, die Betriebe an andere Standorte zu verlagern, um auf den Grundstücken Wohnungsbau zu ermöglichen und das im großen Maßstab. Die Planskizze, die kürzlich dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgelegt wurde, lässt zwölf massive Blöcke erkennen, dazu noch einige Reihenhäuser am südlichen Rand.
Das müsste für weit mehr als 100 Wohnungen reichen, bestätigt Clodius. Allerdings sind noch viele Fragen offen, etwa zum Lärmschutz. Denn die Nähe zur Bahnstrecke stellt die Planer vor besondere Herausforderungen, und es ist gut möglich, dass ein Teil des Vorhabens daran scheitert. Auch die Verkehrsanbindung für das nördlich gelegene Wohngebiet gilt nicht als konfliktfrei, weil die schmale Straße Am Eversburger Bahnhof″ als Zufahrt favorisiert wird.
Mit dem neuen Bebauungsplan 672 (Eisenbahnüberführung Atterstraße) will die Stadt den Weg für die Neuordnung an der Atterstraße frei machen im beschleunigten Verfahren. Damit ist im Wesentlichen der Verzicht auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemeint, weil sich die Planung auf bereits bebaute Flächen bezieht.
Von der SPD-Eversburg wird die Aussicht auf die Veränderungen am Bahnübergang freudig begrüßt: Jetzt geht es wirklich los″, schreibt Ratsherr Heiko Panzer in einer Pressemitteilung und erinnert an die Unterschriftensammlung vom Herbst 2018, mit der sich 2278 Bürger dafür eingesetzt hätten, den Bahnübergang zu beseitigen. Auch wenn noch ein weiter Weg vor uns liegt und bis zur Realisierung viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen sind hier zeigt sich, dass sich Beharrlichkeit und langer Atem lohnen!″, meint Panzer.

Bildtexte:
Für mehrere Stunden am Tag wird die Atterstraße zur Wartezone. Jetzt stellt die Stadt die Weichen für eine Unterführung. Aber bis sie fertig ist, werden noch einige Jahre vergehen.
Mit einer leichten Verschwenkung soll die geplante Unterführung der Atterstraße die Bahnstrecke kreuzen.
Zwei Speditionen müssten ihre Flächen aufgeben, damit die Pläne der Stadt am Bahnübergang Atterstraße verwicklicht werden können.
Fotos:
David Ebener, Geodaten Osnabrück
Grafik:
Stadt Osnabrück

Kommentar
Gut erkannt: Da geht noch mehr!

Jahrzehntelang bewegten sich nur die Schranken auf- und abwärts, aber sonst passierte nicht viel am Bahnübergang Atterstraße außer dass Fußgänger, Radler und Autofahrer insgesamt mehrere Stunden damit zubrachten, auf das Durchfahren der Züge zu warten. Jetzt regt sich etwas, und auf einmal rückt nicht nur der geforderte Tunnel in Reichweite, sondern auch noch ein dickes Paket mit Wohnungen. Das Ganze soll im beschleunigten Verfahren durchgezogen werden. Die Stadtplaner haben den Turbo angeworfen. Für Eversburg ist das eine gute Nachricht.
Wenn es darum geht, aus Grundstücken einen höherwertigen Nutzen zu ziehen, treten sonst fast immer Projektentwickler auf den Plan und machen ein gutes Geschäft dabei. An der Atterstraße waren es wohl die Stadtplaner, die das Potenzial der beiden Speditionsgrundstücke erkannt und die Initiative ergriffen haben.
Zuerst drehte sich alles nur um ein paar Quadratmeter, die links und rechts fehlten, um die Unterführung zu bauen. Es wurden Gespräche geführt, und es stellte sich heraus: Da geht noch mehr! Für die Stadt tut sich eine Chance auf, das Kapitel mit dem Bahnübergang zu beenden und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Da hat jemand einen guten Job gemacht. Weiter so!

rll@ noz.de
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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