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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Profitieren Radfahrer vom A-30-Ausbau?
Zwischenüberschrift:
Ideen für den Stadtteil Nahne gesucht / Diskussion über Radschnellweg und Kreisverkehr
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wie lässt sich der Verkehrsknoten in Nahne auflösen? Die Fußgänger und Radfahrer in dem Osnabrücker Stadtteil wünschen sich bessere Verbindungen zwischen ihren Siedlungen, durch die auch die A 30 führt. Da sind Ideen gefragt.
Über die Autobahn führt eine Fußgängerbrücke in den Norden von Nahne. Jörg Tiemann, der mit seiner Familie an der Straße Auf dem Stadtfelde lebt, gehört zu den Bewohnern der Siedlung südlich der Autobahn, die gerne zu Fuß einkaufen gehen und dafür bisher einen teils etwas beschwerlichen Weg zurücklegen mussten kurz nach der Fußgängerbrücke führte er über eine rutschige Böschung hinunter zum Marktkauf.
In mehreren Bürgerforum-Terminen engagierte sich Tiemann bereits dafür, dass der Weg zu dem Supermarkt so angelegt wird, dass er sicher ist auch für Eltern mit Kinderwagen. Die Stadtverwaltung reagierte. Offenbar hat es einer Reihe von Gesprächen bedurft, die schließlich zu einer Arbeitsteilung zwischen dem Edeka-Konzern, zu dem Marktkauf gehört, dem Eigentümer des Geländes und der Stadt geführt hat. Der Fußgängerweg ist jetzt fertig.

Vielfältig genutzt

Die Anwohner südlich der Autobahn nutzen diesen Weg aber nicht nur, um zum Einkaufen zu gehen, sondern auch, um andere Ziele anzusteuern. Johanna Petri, die ebenfalls dort wohnt, berichtete nun im Online-Bürgerforum, dass immer mehr Menschen in die Siedlung gezogen seien, vor allem junge Familien mit insgesamt 65 Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren.
Daher wünscht sich Petri eine weitere Verbesserung auf dem Weg in den Norden Nahnes. Dort, wo auf Höhe des Marktkaufs die Straße Im Nahner Feld in die Straße Am Schölerberg übergeht, befindet sich zwar eine Insel zwischen den Fahrspuren, aber die Straße zu überqueren hält die Anwohnerin für gefährlich, vor allem für die Kinder die etwa auf dem Weg zum Kindergarten oder in die Grundschule dort entlanggehen. Sie erinnerte daran, dass viele Autos dort auf dem Weg unter anderem zum Landkreisgebäude, zum Zoo und zum Naturkundemuseum unterwegs sind. Daher wünscht sie sich einen Zebrastreifen oder – „ vielleicht besser eine Ampel″.
Werden in Zukunft noch mehr Fußgänger diese Straße überqueren, weil die Siedlung südlich der Autobahn vielleicht einmal größer wird? Die Verwaltung plant zwar derzeit keine Neubaugebiete für Nahne, aber Annegret Gutendorf vom Bürgerverein regte an, freie Flächen südlich der Autobahn daraufhin zu untersuchen was Bürgermeister Uwe Görtemöller (SPD) erstaunt und gleichzeitig etwas erheitert zur Kenntnis nahm: In anderen Stadtteilen wehren sich Anwohner gegen Neubaugebiete. Und jetzt schlagen Sie vor, dass bei Ihnen in Nahne gebaut werden kann.″
Doch auch die schon bestehende Situation entlang des Straßenzuges Im Nahner Feld und Am Schölerberg beschäftigt die Stadtverwaltung. Jannik Littek vom Fachbereich Städtebau kündigte zunächst eine Verkehrserhebung als Grundlage für weitere Erwägungen an nach der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown. Und dann?
Peter Rössler vom Nahne-Center regte eine neue Gesamtregelung″ an, in die auch die Straßenzüge im Umfeld einbezogen werden. Diesen Gedanken verfolgt auch Anwohner Thomas Eußner, der außerdem weiter in die Zukunft hinein denkt. Er nahm zwar nicht persönlich an der Videokonferenz teil, doch hatte er vorher sein Anliegen schriftlich eingereicht. Bürgermeister Görtemöller las den Text vor. Darin regt Eußner für die Straßen Im Nahner Feld, Am Schölerberg und Klaus-Strick-Weg einen sehr großen Kreisverkehr″ an.
Auch den geplanten Umbau der A30 auf sechs Fahrstreifen bringt Eußner ins Spiel. Er befürchtet, dass der Verkehr im Stadtteil noch weiter zunehmen wird, wenn die Straße Langenkamp, die sich bisher durch einen Tunnel und über eine Brücke um die Autobahn herumschlängelt, begradigt wird: Das soll dem Plan nach geschehen, indem die Autobahn etwas weiter südlich verläuft. Weil der begradigte Langenkamp dann ohne die jetzigen Nadelöhre vollständig auf der nördlichen Seite des Schnellwegs liegt, befürchtet Eußner, dass mehr Autofahrer diese Verbindung nach Voxtrup ansteuern werden und viele von ihnen vermutlich zu schnell.
Doch sieht Eußner in dem Bau der Autobahn auch eine besondere Chance: Weil wegen der zusätzlichen Spuren auch die Brücke als Teil der Iburger Straße neu gebaut werden muss, erkennt der Nahner darin die Möglichkeit für einen Radschnellweg ähnlich wie in der Gartlage, nur dass er in diesem Fall über die Autobahn führt: Was ist ein noch tolleres Mitergebnis eines Autobahnbaus als ein Radschnellweg als Beifang?
Inwieweit Eußners Ideen in einen konkreten Plan münden können, ist zwar ungewiss. Dass es mit der neuen Autobahnbrücke möglich wird, die Wege für Autos und Fahrräder voneinander zu trennen, beschäftigt aber auch die Stadtverwaltung und ist damit der Vision des Anliegers offenbar recht nah.
Den jetzigen Zustand beschrieb Jannik Littek vom Fachbereich Städtebau so: Aktuell verlaufen beidseits der B 68 zwischen dem Ortsausgang Nahne und Harderberg kombinierte Geh- und Radwege.″ Und darin besteht eine gewisse Brisanz, worüber sich Fußgänger und Radfahrer, die zwischen Nahne und Harderberg unterwegs sind, auch beklagen: Sie müssen die Zu- und Abfahrten zur Autobahn queren. Auch die Verwaltung hält diese Situation aus Sicht der Verkehrssicherheit″ für bedenklich″.
Einen genauen Plan scheint es noch nicht zu geben, aber der Osnabrücker Stadtverwaltung schwebt eine neue Fuß- und Radwegverbindung über die Autobahn vor, die südlich vom Nahner Friedhof etwa auf Höhe der Stadtgrenze beginnt und bis zum Marktkauf reicht also dort, wo sich Jörg Tiemann und Johanna Petri für bessere Verbindungen zwischen dem Süden und dem Norden des Stadtteils engagieren.

Bildtexte:
Auf der Nord-Süd-Verbindung zwischen Nahne und Harderberg: Fahrradfahrer erleben auf der Iburger Straße brenzlige Situationen hier südlich vom Marktkauf. Das aber soll sich mit dem Neubau der Autobahnen 20 und 33 ändern.
Zwischen Nahne-Center und Kreishaus: Anwohner wünschen sich für Fußgänger und Radfahrer eine Ampel oder einen Zebrastreifen über die Straße Im Nahner Feld″.
Dieser Fuß- und Radweg verbindet den nördlichen Teil Nahnes mit der Siedlung südlich der Autobahn. Der Weg zum Marktkauf wurde kürzlich sicherer gestaltet.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Jann Weber


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