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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Noch immer kaum ein Durchkommen auf vielen Straßen
Zwischenüberschrift:
Kritik vom ADFC / OSB: Fast überall einmal geräumt / Viele Anwohner kommen Räumpflicht nicht nach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Auf Osnabrücks Hauptstraßen ist für Autofahrer nach dem Schneesturm längst wieder freie Fahrt. Anders sieht es auf vielen Nebenstraßen und Radwegen aus. Auch Fußgänger kommen vielerorts nur mühsam voran. Kommt der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) auch Tage nach dem Schneesturm nicht gegen die Schneemassen an?
Am Sonntag und Montag habe der OSB mehr als genug damit zu tun gehabt, Straßen mit Priorität 1″ abzuarbeiten, sagt Sprecherin Katrin Hofmann auf Anfrage. Dazu zählen etwa Hauptstraßen und Krankenhauszufahrten. Sie bittet um Geduld und Verständnis, auch wenn sie den Unmut einiger Osnabrücker verstehen könne. Die sechs Großräum- und vier Schmalspurfahrzeuge seien weiterhin rund um die Uhr im Einsatz, versichert sie. Hinzu kämen die eigenen Radlader.

Zu viel Schnee

Und sie versichert: Bis auf wenige Ausnahmen wie in Lüstringen-Ost habe der OSB mindestens einmal alle Streustrecken in der Stadt geräumt - „ auch wenn es nicht immer so aussieht″, so Hofmann. Das Problem: Einmal reiche oftmals nicht, sagt sie. Denn auf vielen Straßen hätten Autos den Schnee mittlerweile auf der Fahrbahn festgefahren. Den bekämen die Räumfahrzeuge beim ersten Mal nicht weg. Zudem müsse ausreichend Bewegung auf den Straßen sein, damit das Salz eingearbeitet wird. Außerdem räumten die Mitarbeiter die Straßen nie so weit, dass der Asphalt zu sehen ist. Es bleibe immer eine Schneeschicht auf der Fahrbahn.
Der OSB arbeite nun nach und nach die Wohngebiete ab und orientiere sich dabei weiter an der Müllabfuhr, so Hofmann. Am Donnerstag etwa sei Voxtrup an der Reihe gewesen.
Die Ausgangslage sei schwierig gewesen, so Hofmann weiter. In sehr kurzer Zeit sei schlichtweg zu viel Schnee gefallen. In den ersten Tagen haben wir nicht einmal Priorität 1 geschafft″, sagt sie. Hinzu käme aufgrund des Dauerfrosts das Problem der überfrierenden Nässe. Daher habe der OSB auch noch am Dienstag primär die Hauptverkehrsrouten bedient.
Ein weiteres Problem: Wir kommen nicht überall rein.″ Als Beispiel nennt Hofmann den Schölerberg. Enge und zugeparkte Straßen erschwerten dort und anderswo die Räumung.
Und die Fahrradstraßen? Vor dem Schneefall hatte der OSB unserer Redaktion versichert: Auch diese haben Priorität. Am Dienstag war davon zum Beispiel in der Katharinenstraße noch nichts zu sehen gewesen. Für Radfahrer war kein Durchkommen. Mittlerweile habe der OSB auch die Katharinenstraße geräumt. Auf Nachfrage erklärt Hofmann: Radwege, die auf der Straße verlaufen, werden auch bei Priorität 1 mitgeräumt, wenn es sich um Hauptstraßen handelt. Das Problem: Parken Autos am Fahrbahnrand, könne man mit den Räumfahrzeugen nicht zu nah an diese heranfahren und nicht den kompletten Radweg räumen.
Wolfgang Driehaus vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Osnabrück hat in Anbetracht der Schneemenge Verständnis dafür, dass die Radwege nicht geräumt sind und die Hauptverkehrsstraßen Priorität haben. Korrekt: Er hat Verständnis gehabt, bis zum Mittwoch. Nun ist die Geduld aber am Ende″, sagt Driehaus. Jetzt müssten auch Radwege geräumt werden.
Vielerorts in Stadt und Landkreis sei die Lage dramatisch″, so Driehaus weiter. Kein Durchkommen″ gebe es für Radfahrer. Er verweist darauf: Die Radwegebenutzungspflicht ist aufgehoben.″ Wo diese für gewöhnlich gilt, die Radwege aber noch zugeschneit oder gar zugeschüttet sind, dürften Radfahrer also auf der Straße fahren.
Und die Gehwege, für die vielfach Anlieger zuständig sind? Auch diese sind noch längst nicht überall geräumt, mancherorts müssen regelrechte Schneeberge erklommen werden - wozu längst nicht jeder körperlich in der Lage ist.
Anlieger sind nicht nur Eigentümer, sondern zum Beispiel auch Erbbauberechtigte″, stellt Stadtsprecher Gerhard Meyering auf Anfrage klar. Hierbei handelt es sich um Einzelpersonen, Eigentümergemeinschaften oder auch juristische Personen. Diese können sich wiederum Dritter bedienen - wie Mieter oder Reinigungsfirmen oder Hausmeisterdienste.″
Wer der Räumpflicht nicht nachkommt, riskiert ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Doch das sei nicht immer so einfach. Es ist zu prüfen, ob die Fläche der Räumpflicht unterliegt, in welchem Umfang zu räumen ist, wer räumpflichtig ist und auf wen die Räumpflicht übertragen ist″, der der Sprecher weiter. Von Privatpersonen beauftragte Firmen seien derweil vielfach an ihre Kapazitätsgrenze gelangt.
Doch es ist keine Ausrede, wenn die beauftragte Firma nicht schnell genug Schnee schieben kann. Grundsätzlich bleibt es dann zwar bei der Verantwortung des Anliegers″, so Meyering, wenn der Verantwortliche jedoch etwa körperlich nicht in der Lage ist, dieser Verpflichtung nachzukommen, wird die Räumung im schlechten Fall etwas auf sich warten lassen.″

Schonfrist abgelaufen

Bislang habe die Stadt noch kein einzige Bußgeldverfahren eingeleitet. Den Anliegern sei aufgrund des massiven Schneefalls mehr Zeit eingeräumt worden. Die Anlieger werden aber aufgefordert, ihren Verpflichtungen, soweit noch nicht oder nicht ausreichend geschehen, nun unverzüglich nachzukommen.″
Doch wo kein Kläger, da kein Richter - und die Stadt ist weitgehend machtlos. Eine flächendeckende Überprüfung des Stadtgebietes ist aus personellen Gründen nicht möglich″, sagt Meyering. Konkreten Hinweise gehe die Verwaltung aber nach. So oder so: Anlieger, die nicht räumen, müssten nun mit Bußgeldverfahren rechnen.

Bildtext:
In vielen Nebenstraßen liegt noch immer sehr viel Schnee - da hilft nur noch der Schlitten.
Fotos:
Michael Gründel, Jörg Sanders
Autor:
Jörg Sanders


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