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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die schönen Seiten des Schnees in Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Ein Spaziergang über das Winterwunderland am Schölerberg
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am Dienstag präsentierte sich die Friedensstadt als weiß-blaues Winterwunderland. Am Schölerberg genossen etliche Osnabrücker das herrliche Winterwetter. Viele von ihnen wurden angesichts des strahlenden Himmels und der weißen Landschaft kreativ.
Von 9 Uhr morgens an bis etwa 14 Uhr am Nachmittag war Simone Rhotert im Wald auf dem Schölerberg unterwegs. Auf ihrem Rückweg hat sie ein Foto vom verschneiten Riedenbach gemacht. Der Winter ist eine Jahreszeit, in der alles einfriert. Die Perspektive ändert sich, weil alles anders aussieht, vor allem im Wald″, sagt sie. Die verschneite Stadtlandschaft und der Wald wecken eine kreative Ader in der 43-Jährigen. Sie hat aber auch einen anderen Zweck für ihren ausführlichen Spaziergang. Die Sonne ist gut fürs Gemüt, und man tankt Vitamin D.″
Simone Rhotert hat auch erfahren, dass das Wetter einen anderen Effekt auf ihr Leben hat. Als sie am Morgen vor ihrem Haus Schnee geschaufelt hat, kam sie ins Gespräch mit Nachbarn, die sie vorher noch nicht so gut kannte. Das war ein gutes Miteinander.″
Am Riedenbach sind auch der dreijährige Jakob und seine Mutter Traudi kreativ. Sie haben einen Schwimmreifen zu einem Schlitten umfunktioniert. Der Kleine hat ihn eigenhändig mit einem Filzstift bemalt. Er sagt, mit dem Schwimmreifen kann er besser fahren als mit einem Schlitten. Man muss nur den Popo hochmachen, dann geht es.″
Am liebsten fährt Jakob allerdings auf dem Rücken seiner Mutter mit, wenn die sich auf den Schwimmreifen kniet. Zur Piste am Riedenbach sind sie übrigens mit einem selbst gebauten Schlitten gelangt, den jemand auf der anderen Seite des Weges abgestellt hat. Nach Benutzung soll man ihn wieder zurückbringen.

Schneehaufen als Rampe

Die 44-jährige Traudi hat ihre Mittagspause extra für die Schlittenfahrt verlängert. Am Vormittag und am Nachmittag ist sie im Homeoffice tätig. Jakob ist die ganze Zeit dabei, weil der Notdienst im Kindergarten abgesagt wurde. Daran denkt sie aber nicht, wenn sie auf dem Schlitten″ hockt. Sie genießt das Wetter. Das ist super.″
Etwas später ist der Riedenbach voller Kinder, die den kleinen Abhang zum Schlittenfahren nutzen. Sie sind fast alle mit ihren Müttern gekommen, die heiße Getränke in Thermoskannen mitgebracht haben. Auch diese Kinder sind kreativ. Der sechsjährige Jan nutzt einen Schneehaufen, der von Anwohnern beim Freiräumen der Straße und der Autos aufgetürmte wurde, als Rampe. So richtig funktionieren will es aber nicht. Jakob hat zwar Spaß im Schnee, aber seinen Geburtstag in zwei Wochen würde er lieber im Warmen feiern. Jetzt ist es so bitterkalt.″
Von der Kälte lassen sich wenige Osnabrücker abhalten, im Wald spazieren zu gehen. Manche haben rote Gesichter, weil ihnen so warm ist. Auch viele Hundebesitzer sind an der beliebten Strecke unterwegs, was an den gelben Flecken im Schnee sichtbar ist.
Der 22-jährige Marvin Schrotdresch nutzt einen abschüssigen Weg im Wald, um dort mit seinem Schlitten hinabzusausen. Er ist Student und hat momentan frei, wie er sagt. Ann-Kristin (30) und Hannah (23) studieren ebenfalls. Sie haben auch frei, aber unfreiwillig. Eigentlich müssten sie Klausuren schreiben. Das wurde aber wegen der Wetterlage abgesagt. Darüber ärgern sie sich, weil sie lange dafür gelernt haben. Trotz des Ärgers können sie ihren winterlichen Waldspaziergang aber genießen. In der Wohnung falle ihnen die Decke auf den Kopf, sagen sie. Im Lockdown ist man für jeden Gang dankbar.″
Zwar wird bisweilen davor gewarnt, in den Wald zu gehen, weil Äste angesichts der Schneemassen abbrechen könnten. Aber am Dienstag waren etliche Spaziergänger am Schölerberg im Wald unterwegs.

Bildtexte:
Fünf Stunden war Simone Rhotert am Dienstag am Schölerberg und im Wald unterwegs.
Traumhafte Aussichten wie diese boten sich den Spaziergängern bei strahlender Sonne und klirrender Kälte.
Auf Mamas Rücken fährt es sich am besten, hat sich der dreijährige Jakob gedacht und ist mit seiner Mutter Traudi den Abhang am Riedenbach mit einem Schwimmreifen runtergefahren.
Fotos:
Thomas Wübker, Swaantje Hehmann
Autor:
Thomas Wübker


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