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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Klinikum plant zwei Parkhäuser
 
Klinikum will „Green Hospital″ werden
Zwischenüberschrift:
Masterplan 3.0 vorgestellt / Der erste Schritt: Zwei Parkhäuser bauen
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Das Klinikum Osnabrück will das Parksystem vor dem eigenen Haus neu ordnen. Zwei Parkhäuser sollen in den nächsten Jahren die ebenerdigen Parkplätze ersetzen, um Flächen für Krankenhauserweiterungen zu gewinnen. Das sieht der Masterplan 3.0 vor, den die Klinik-Geschäftsführer der Politik jetzt vorstellten. Derzeit verfügt das Klinikum über insgesamt 1361 Stellplätze für Besucher und Mitarbeiter. Die beiden neuen Parkhäuser sollen zusammen 1700 Stellplätze bieten. Laut Masterplan will sich das Klinikum in den kommenden zwei Jahrzehnten schrittweise zu einem klimaneutralen Green Hospital″ wandeln. Um das zu erreichen, setzt das kommunale Krankenhaus unter anderem auf ökologische Stromerzeugung, hohe Energieeffizienz und einen Kohlendioxid-Kreislauf.

Osnabrück Das Klinikum Osnabrück will sich schrittweise zu einem klimaneutralen Green Hospital″ wandeln. Einer der ersten Schritte auf diesem Weg ist so paradox auch es klingt der Bau von zwei großen Parkhäusern.
Die Klinik-Geschäftsführer und ein Planer vom Büro Astoc aus Köln stellten dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt den aktuellen Masterplan für das Klinikum vor. Er zeigt, wie und wo sich das Krankenhaus baulich in den kommenden zwei Jahrzehnten entwickeln kann.
Dabei ist der Entwicklungsdruck hoch, wie Geschäftsführer Rudolf Küster erklärte. Die Klinik ist vor 30 Jahren auf dem Finkenhügel neu entstanden auf der Grundlage des damaligen medizinischen Standards. 2012 entstand ein erster Masterplan, um dringend nötige Erweiterungen strategisch steuern zu können. Jetzt folgt nach 2016 die dritte Fortschreibung: der Masterplan Klinikum 3.0″.
Aus dem Klinikum ist über die vergangenen fünf Jahre ein Gesundheitscampus geworden. Neu hinzugekommen sind das Zentrum für Geriatrie, die Hautklinik, die Augenklinik und die Akademie. Durch die Aufgabe des Standortes Georgsmarienhütte kommen 124 Betten am Finkenhügel hinzu. Zurzeit verfügt das Klinikum nach Angaben von Astoc-Planer Sebastian Hermann über eine Geschossfläche von 92 000 Quadratmetern. Das Konzept Klinikum 3.0″ schafft ein zusätzliches Potenzial von 46 000 Quadratmetern.
Das große Ziel ist dabei, die medizinische Maximalversorgung auf höchstem Niveau in einem klimaneutralen Krankenhaus zu sichern. Das Schlagwort Green Hospital″ traf einen Nerv der Ausschussmitglieder, vor allem in der Grünen-Fraktion. Ökostrom aus eigenen Fotovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke, ein geschlossener CO2-Kreislauf das sind nur drei von vielen Bausteinen, die das Klinikum langfristig in eine grüne Zukunft führen sollen.
Ein weiterer Baustein müsse ein umweltfreundliches Verkehrskonzept sein, mahnte Grünen-Ratsherr Michael Kopatz. Durch den Bau von zwei Parkhäusern mehr Platz für Autos zu schaffen ist seiner Ansicht nach keine gute Idee. Das ist geplant:

1 Der Masterplan sieht als ersten Schritt die Neuordnung des Parkens vor. Heute stehen 1361 Stellplätze zur Verfügung. Die Experten gehen von einem Bedarf von 1700 Stellplätzen aus. Sicher ist, dass der Parkplatz P1 in wenigen Jahren nicht mehr zur Verfügung steht. Die dortige Fläche ist Teil des Bebauungsplans 617 und wird mit Wohnhäusern bebaut. Die Planer schlagen vor, die heutigen Parkflächen weitgehend aufzugeben und durch zwei große Parkhäuser zu ersetzen. Vorgesehen ist ein dreistöckiges Parkhaus auf der Fläche des heutigen Hubschrauberlandesplatzes. Wegen der kurzen Wege soll es vor allem den Besuchern dienen.
Das zweite Parkhaus, das auf der P5-Fläche im Schatten des Zentrums für Geriatrie errichtet werden könnte, stünde in erster Linie den Mitarbeitern zur Verfügung. Der Bau dieses Parkhauses soll nach Empfehlungen der Masterplaner mit einer Umstrukturierung des Versorgungszentrums (mit Küche) und der Logistik verbunden werden. Im Keller des Parkhauses könnte ein Teil der Haustechnik untergebracht werden.
Durch den Bau der Parkhäuser würden zwei Drittel der Flächen frei werden, die heute durch Stellplätze blockiert sind. Schon 2010 waren die Pläne für ein Parkhaus so weit gereift, dass Aufträge an Baufirmen vergeben wurden was sich als voreilig herausstellte und politisch hohe Wellen schlug. Das Klinikum steckte wirtschaftlich in Not und musste die Planungen abbrechen.

2 Der Hubschrauberlandeplatz wird auf das Dach der Notaufnahme verlegt. Das ist medizinisch und logistisch sinnvoll, weil so die Wege kürzer werden. Damit wird Platz für große Erweiterungsbauten seitlich des Haupteingangs geschaffen. Im vorangegangenen Masterplan war noch eine Verlagerung der zentralen Pforte in Betracht gezogen worden. Davon nimmt die neue Planung nun Abstand. Wofür die Neubauten genutzt werden könnten, ist heute noch nicht abzusehen.

3 An prominenter Stelle, vor dem heutigen Ärztehaus 1 am Haupteingang, wird ein weiteres Ärztehaus entstehen. Der Baubeginn stehe unmittelbar bevor, sagte Klinikum-Geschäftsführer Küster. Investor ist das Osnabrücker Bauunternehmen Echterhoff. Der Neubau wird die Pathologie sowie mehrere Arztpraxen aufnehmen.

4 Wenn die Parkflächen verschwinden, kann entlang der Straße Am Finkenhügel eine Kette von Gebäuden entstehen. Auch über deren Nutzung gibt es heute noch keine Vorstellungen. Ziel des Masterplans ist es nur, mögliche Erweiterungspotenziale zu identifizieren und darzustellen. In zweiter Reihe bleiben der Augenklinik und der Hautklinik weitere Expansionsmöglichkeiten.

5 Viel Platz ist im Norden. Der Masterplan lässt die Option offen, nördlich des Zentrums für Geriatrie einen relativ großen Baukörper zu ergänzen. Heute ist ein Teil dieser Fläche mit einem Parkplatz belegt. Damit wäre dann die bebaubare Fläche in diesem Bereich ausgeschöpft. Konkreten Bedarf gibt es zurzeit dafür nicht. Ein Teil dieses Anbaus soll laut den Planern die Küche und ein Versorgungszentrum aufnehmen.

6 Die neuen Wohnquartiere am Finkenhügel sind nicht Teil des Klinikum-Masterplans. Die Planer haben sie in die optische Darstellung aufgenommen, um einen Eindruck von der baulichen Verdichtung im Westen der Stadt zu vermitteln. Die Stadt rückt an das Klinikum heran″, sagte Klinikum-Geschäftsführer Küster. Zwei Bebauungspläne („ Finkenhügel/ südlich Am Heger Holz″ und Am Hirtenhaus″) sind in Arbeit. Zusammen umfassen sie gut 16 Hektar und bieten Platz für 430 Wohneinheiten.

Bildtexte:
Entwicklungspotenzial am Finkenhügel: So könnte das Klinikum Osnabrück in 20 Jahren aussehen.
Ständig im Wandel ist das Klinikum Osnabrück am Finkenhügel. Dieses Luftbild entstand 2018.
Unmittelbar bevor steht der Baubeginn für ein neues Ärztehaus.
Grafik:
Klinkum Osnabrück/ Astoc
Fotos:
Gert Westdörp, Echterhoff

Kommentar
Und wo ist das Verkehrskonzept?

Die Geschäftsführer des Klinikum, Frans Blok und Rudolf Küster, haben ihre Hausaufgaben exzellent erledigt. Der Masterplan Klinikum 3.0″ entwickelt den Gesundheitscampus organisch weiter und peilt unter dem Titel Green Hospital″ ein Ziel an, das in die Zeit passt.
Richtig ist auch, das Parken neu zu ordnen und Parkhäuser zu bauen. Welch eine Platzverschwendung ist das heute: Auf drei Hektar edelster Fläche stehen ebenerdig knapp 1400 Stellplätze bereit. Stapelte man die Autos auf drei Parkdecks übereinander, würden zwei Drittel der heute blockierten Flächen für die medizinische Weiterentwicklung frei.
Doch damit ist die viel wichtigere Frage nicht beantwortet: Wie werden die Menschen künftig zum Klinikum gelangen? Es ist Sache der Stadt und der Politik, darauf eine Antwort zu geben. Sichere Radwege, ein Fahrradparkhaus, ein engmaschiges Busnetz alles das müsste für ein Green Hospital″ selbstverständlich sein.
Doch auch in Zukunft werden viele Menschen, vor allem aus dem Umland, das Klinikum nur mit dem Auto erreichen können. Schon heute ist die Anbindung suboptimal, weil sich Autofahrer von Norden durch die Wohngebiete am Westerberg ihren Weg suchen. In ein paar Jahren werden drei weitere Wohngebiete Finkenhügel, Hirtenhaus und Am Parkhotel gebaut sein und zusätzlichen Verkehr erzeugen. Bis dahin muss die Politik eine Idee haben, wie sie den Verkehr lenken will.
Dabei muss auch ein Straßenneubau in den Überlegungen eine Rolle spielen. 2014 lehnte eine knappe Mehrheit in der Bürgerbefragung die Entlastungsstraße ab. Doch damals war die Situation eine andere: Es gab noch nicht den Wohn- und Wissenschaftspark, der Hochschulcampus war noch im Aufbau und an fast 500 neue Wohneinheiten im Umfeld des Klinikums dachte auch noch niemand

w.hinrichs@ noz.de
Autor:
Wilfried Hinrichs


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