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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt lässt sich Jubiläum einiges kosten
Zwischenüberschrift:
2023 feiert Osnabrück 375 Jahre Westfälischer Frieden
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Friede, Feier, vier Millionen: So in etwa sieht die Rechnung aus, mit der die Stadt Osnabrück gesamtstädtische Aktivitäten für das Jubiläumsjahr 2023 plant und damit in die Stadt investieren will. Allein knapp 5 Millionen Euro sind für das Programm inklusive Personal veranschlagt, 1, 5 Millionen Euro sollen über Drittmittel eingeworben werden. Für das Kultur-Sonderprogramm umfasst der Gesamtrahmen weitere knapp 720 000 Euro.
Dabei wurden erst 1998 350 Jahre Westfälischer Frieden″ groß gefeiert. Wir wollen 2023 kein Abziehbild von 1998″, versichert Wolfgang Beckermann, Erster Stadtrat. Zudem sei die angebliche Schwerpunktsetzung auf gekrönte Häupter bei den Feierlichkeiten 1998 weit verbreitet, aber falsch. Inhaltlich ist damals schon ganz viel passiert″, erinnert er. Und genau daran soll angeknüpft werden.
Denn die Selbstbezeichnung Osnabrück, die Friedensstadt″ werde zwar wahrgenommen, aber nur wenige Osnabrücker hätten dazu eine Verbindung allen voran junge Menschen, erklärt Beckermann, der als Vertreter von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert den Vorstand der Gesamtleitung übernommen hat. Er blickt dabei auch auf die Fridays-for-Future-Bewegung, die er als eine besondere Friedensbewegung der vergangenen Jahre ansieht. Wir würden grundsätzlich etwas falsch machen, wenn wir das nicht aufgreifen″, sagt er.
Eins steht fest: Es ist Großes geplant für das Jubiläumsjahr 2023. Doch die finanziellen Auswirkungen könnten sich im städtischen Haushalt bezahlt machen. Denn große Feste ziehen viele Menschen von außen an, die sich dann in Osnabrück bewegen, hier übernachten und einkaufen.
Bei Festivitäten, wie sie für 2023 geplant sind, blieben 70 Prozent der Gelder in der Stadt, rechnete ein externer Festivalberater vor, der bei den ersten groben Planungen zurate gezogen wurde. Demnach sieht er das Jubiläumsjahr 2023 als eine Investition der Stadt in sich selbst″, wie er in einer Beschlussvorlage für den städtischen Kulturausschuss zitiert wird.
Da trifft es sich gut, dass im Jahr 2023 gleich mehrere Jubiläen zusammenfallen: neben 375 Jahre Westfälischer Friede auch 25 Jahre Felix-Nussbaum-Haus und der 125. Geburtstag von Erich-Maria Remarque, dessen Name das hiesige Friedenszentrum trägt. Feste soll man eben feiern, wie sie fallen wenn man dem Sprichwort glauben mag.
Die Wunschliste ist groß: Neben dem jeweiligen Jubiläumsprogramm sollen auch regelmäßig stattfindende Veranstaltungen wie das Schlossgarten-Open-Air, das European Media Art Festival (EMAF), das Unabhängiges Filmfest Osnabrück (FFOS) oder das Morgenland Festival in das Kulturprogramm zum Thema Frieden integriert werden. Aber schon im Kulturausschuss im November machte Patricia Mersinger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur, deutlich, dass es auch ein gesamtstädtisches Programm geben wird. Dazu zählen etwa ein Treffpunkt für Jugendliche, angelehnt an das Labor Europa im Jahr 2018, sowie eine Zukunftsplattform. Bei diesem Klein Davos für den Frieden″, wie Mersinger es gerne nennt, sollen wieder prominente Köpfe nach Osnabrück eingeladen werde: dieses Mal, um im internationalen Austausch Ideen zur friedvollen Gestaltung der Zukunft zu entwickeln.
Diese Promis ziehen zwar enorme Aufmerksamkeit an, aber sie kosten Geld. Etwa für Anreise oder Unterkunft, aber vor allem für die Sicherheitsvorkehrungen. Denn diese seien seit 1998 enorm gestiegen, gibt Patricia Mersinger zu bedenken.
Doch der Wunsch und die Bereitschaft seien laut Mersinger von vielen Seiten vorhanden für ein großes Jubiläumsjahr, seit 1998 seien zudem viele Ideen für neue Formate entstanden. Wir wollen nicht noch einmal 25 Jahre warten″, sagt Mersinger. Auch mit der Region Osnabrück und Münster, in der wie in Osnabrück 1648 der Westfälische Friede verhandelt wurde, laufen schon die Gespräche für eine Zusammenarbeit, berichtet der Erste Stadtrat Beckermann: Wir stehen in den Startlöchern.″

Bildtexte:
Gekrönte Häupter wie im Oktober 1998 mit damals Königin Beatrix der Niederlande (links) und Margrethe von Dänemark wird es im Jahr 2023 vermutlich nicht wieder in Osnabrück geben. Dennoch ist Großes geplant.
Zum Jubiläum " 350 Jahre Westfälischer Friede" kamen 1998 20 Staatsoberhäupter, darunter aus dem europäischen Hochadel, in den Osnabrücker Friedenssaal.
Osnabrücks Erster Stadtrat und Kulturdezernent Wolfgang Beckermann.
Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereichs Kultur in Osnabrück
Fotos:
Archiv/ Gert Westdörp, Archiv/ Swaantje Hehmann, Archiv/ Jörn Martens
Autor:
Mareike Bader


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