User Online: 1 | Timeout: 05:04Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrück setzt weiter auf Solarstrom
 
2020 war das Jahr des Solarbooms
Zwischenüberschrift:
Mehr Module auf Osnabrücker Dächern / Nicht nur Südausrichtung lohnt sich
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Fotovoltaik boomt und das, obwohl die Förderbedingungen längst nicht mehr so günstig sind wie noch vor einigen Jahren. Osnabrück bringt es jetzt auf 30 Megawatt installierte Leistung. Inzwischen lohnt es sich, die Solarmodule nicht nur nach Süden, sondern auch nach Osten und Westen auszurichten und den Strom selbst zu verbrauchen. Die Sonnenenergie lässt sich so über einen längeren Tagesabschnitt nutzen. 2020 wurden in Osnabrück mehr und größere Fotovoltaikanlagen gebaut als im bisherigen Boomjahr 2010. Das liegt auch daran, dass viele Gewerbebetriebe ihre Dächer mit Solarmodulen pflastern und damit Geld verdienen. Die Stadt will die Entwicklung weiter fördern auch in neuen Wohn- und Gewerbegebieten. Wie das geschehen soll, lesen Sie im Lokalteil.

Osnabrück Noch nie wurden in einem Jahr so viele Solarzellen auf Osnabrücker Dächer gebaut wie 2020. Die installierte Leistung stieg um 4, 6 Megawatt 28 Prozent mehr als im bisher besten Ausbaujahr 2010. Diesen Trend will die Stadt jetzt fortsetzen.
Die 1605 Fotovoltaikanlagen in Osnabrück bringen es auf 30 Megawatt installierte Leistung und erzeugen jährlich etwa 25 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom – „ genug, um 7200 Haushalte rein rechnerisch ganzjährig mit erneuerbarem Strom zu versorgen″, wie der Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt in einer Pressemitteilung vorrechnet. Damit reduzierten sich die Treibhausgasemissionen gegenüber der konventionellen Stromerzeugung um rund 15 000 Tonnen jährlich.
Etwa 200 neue Fotovoltaikanlagen wurden 2020 in der Stadt Osnabrück installiert. Solarzellen entstanden nicht nur auf privaten Wohnhäusern, sondern auch auf den Dächern etlicher Gewerbebetriebe mit bis zu 750 kW beim Reifengroßhandel Bohnenkamp in Atter und auf dem Dach einer Logistikhalle im Gewerbegebiet am Tie.
Demgegenüber fällt der kommunale Anteil bescheiden aus. Mit sechs Anlagen und einer Maximalleistung von 350 kW beteiligten sich die Stadtwerke Osnabrück am solaren Ausbauprogramm. Die Stadt pflasterte fünf Dächer mit den blauen Modulen, unter anderem das der Hauptfeuerwache an der Nobbenburger Straße, und steigerte ihre Kapazität um 200 kW. Die genannten Zahlen drücken jeweils die Höchstleistung einer Solarstromanlage aus, die auch als Watt Peak″ bezeichnet wird. Gemeint ist also die elektrische Spitzenleistung bei maximaler Sonneneinstrahlung, die nicht dauerhaft erzielt werden kann.

Mehr Stromspeicher

Die Stadt und die Stadtwerke Osnabrück wollen den Anteil der Solarenergie am Strommix weiter erhöhen. Diesem Vorhaben kommt entgegen, dass die Preise für Fotovoltaikanlagen erheblich gesunken sind. Auch bei Speichern, mit deren Hilfe die elektrische Energie außerhalb der Sonnenstunden genutzt werden kann, sorgen fallende Preise für eine bessere Verbreitung.
Einen Grund für den Solarboom sehen Fachleute auch darin, dass die Module nicht mehr zwingend nach Süden weisen müssen. Nach den Worten von Detlef Gerdts, dem Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz, lohnt sich mittlerweile auch eine Ausrichtung nach Ost und West. So lasse sich der Eigenverbrauch über den Tag besser abdecken. Und deshalb kämen heute wesentlich mehr Dächer für die Solarnutzung infrage als noch 2012. Damals zählte allein die maximale Einspeisung ins öffentliche Netz.
Gerdts hält die Fotovoltaik für einen wichtigen Baustein, um die Klimaziele der Stadt zu erreichen. 2012 hatte der Rat den Masterplan 100 Prozent Klimaschutz″ verabschiedet und damit beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 95 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990 zu senken. In den vergangenen Jahren hat die Stadt die Zwischenziele aber verfehlt. Jetzt soll nachgelegt werden.

Noch viel Potenzial

Die Stadt Osnabrück will vor allem die Gewerbebetriebe mit großen Dächern gewinnen, in die solare Stromerzeugung einzusteigen. Das sei nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich, rechnet Gerdts vor. Auch im privaten Sektor wird auf Wachstum gesetzt. Stadtbaurat Frank Otte erwartet, dass die im September 2019 vom Rat verabschiedeten ökologischen Kriterien für die Bauleitplanung einen weiteren Schub für die Fotovoltaik bringen. Flache Dächer in neuen Baugebieten, die größer als 50 qm sind, sollen künftig flächendeckend begrünt oder mit Solarmodulen bestückt werden.
Das Potenzial sei noch lange nicht ausgeschöpft, heißt es im Fachbereich Umwelt und Klimaschutz. Würden auf allen geeigneten Dächern in Osnabrück Sonnenkraftwerke entstehen, ließe sich damit der gesamte Stromverbrauch der Stadt decken - sowohl der von den privaten Haushalten als auch der von Industrie und Gewerbe.

Bildtext:
Die größte Fotovoltaikanlage in Osnabrück ist auf dem Dach des Reifengroßhandels Bohnenkamp in Atter entstanden. Im Hintergrund sind hier die Windgeneratoren auf dem Piesberg zu erkennen.
Foto:
Christa Henke Fotodesign
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste