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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
100 Jahre alte Blutbuche gefällt
Zwischenüberschrift:
Warum die Geschichte des Naturdenkmals an der Lutherkirche trotzdem nicht endet
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Eine 100 Jahre alte Geschichte, die eng mit der Lutherkirche im Osnabrücker Stadtteil Schölerberg verknüpft ist, ist nun zu Ende gegangen. Im Garten des Gotteshauses wurde die Blutbuche gefällt, die mit dem Bau der Kirche gepflanzt wurde. So ganz verschwunden ist der Baum aber nicht. Er lebt woanders weiter.
Unter der Blutbuche sind viele Feste gefeiert worden. Hausmeister Andreas Laukert berichtet, dass im vergangenen Sommer die Gartenkirche um den Baum platziert war. Seit November 1979 ist er als Naturdenkmal ausgewiesen.
Vor 26 Jahren feierte Artur Wegner sein Abschiedsfest im Schatten des Baums. Er war von 1990 bis 1995 Pastor der Lutherkirche. Und er hat den Fortbestand der Blutbuche gerettet. Zur Fällung reiste der Rentner mit seiner Frau extra aus Schüttorf an.
Der 77-jährige Wegner erzählt, dass seine Frau Doris im Mai 1991 das Unkraut aus dem Pfarrgarten beseitigen wollte. Ein Trieb leistete dabei besonderen Widerstand und ließ sich nicht aus der Erde ziehen. Ihr Mann sollte ihr helfen, doch der weigerte sich. Er sah kein Unkraut, sondern einen Jährling der Blutbuche. Da er in der Nähe eines Strohballens keimte, der beim Weihnachtskrippenspiel als Sitzplatz für Maria, Josef und die Hirten gedient hatte, deutet der Theologe den Fund des Sprösslings der Blutbuche augenzwinkernd als Geschenk der jungfräulichen Mutter von Jesus Christus.
Artur Wegner hat den Nachkömmling der Blutbuche der Lutherkirche am 2. April 1994 im Garten seiner Mutter in Schüttorf eingepflanzt. Mittlerweile ist er zu einem etwa 16 Meter hohen Baum angewachsen, der im Sommer rote Blätter trägt. Daher hat die Blutbuche auch ihren Namen.

Holz gegen Spende

Die Blutbuche im Garten der Lutherkirche ist etwa 26 Meter groß geworden. Sie musste gefällt werden, weil der Wurzelraum und der untere Stammbereich erheblich vom Riesenporling befallen war, wie Pastor Hilko Danckwerts mitteilte. Dieser Pilz verursacht eine Versorgungsstörung, die schließlich eine starke Vitalitätsminderung des Baums zur Folge hat. Befallene alte Buchen können aufgrund des Stabilitätsverlustes des Stammes mit voll begrünter Baumkrone unvermittelt zusammenbrechen. Deswegen war der alte Baum auch eine Gefahr für die Umgebung geworden.
Die Fällung übernahm der Betrieb Grüner Zweig aus Tecklenburg. Sie dauerte von Mittwoch bis Freitag. Laut Baumpfleger Manuel Decker ergibt die Blutbuche etwa zehn Kubikmeter Holz. Dies kann gegen eine Spende erworben und zum Beispiel für Kaminholz benutzt werden, sagt Hausmeister Andreas Laukert. Infos dazu gibt es unter der Nummer 0541 571900 oder im Internet unter www.suedstadtkirchengemeinde.de.

Bildtexte:
Wegen Pilzbefalls musste die 100 Jahre alte Blutbuche an der Lutherkirche, ein Naturdenkmal, gefällt werden.
Vor drei Jahrzehnten war Artur Wegner Pastor der Lutherkirche. Unter der Blutbuche feierte er 1995 seinen Abschied. Er pflanzte einen Sprössling des Baums in Schüttorf an.
Fotos:
Jörn Martens


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