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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Historisches Filmmaterial
 
„Spatzen gingen an die Pferdeäpfel″
Zwischenüberschrift:
Film über Osnabrück erscheint auf DVD – Alte Aufnahmen und Berichte von Zeitzeugen
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
OSNABRÜCK. Genau das richtige Material für Nostalgiker: In den Geschäftsstellen des Medienhauses Neue OZ ist ab Donnerstag eine DVD mit Filmmaterial aus den Jahren 1928 bis 1955 erhältlich. Die DVD wurde jetzt öffentlich vorgestellt.

OSNABRÜCK. Ein Aufruf unserer Zeitung hat viele Leser zum Stöbern gebracht: Sie brachten private Filmaufnahmen in die Geschäftsstellen des Medienhauses und ließen sich als Zeitzeugen interviewen. Das Ergebnis ist ein Film auf DVD, in dem Osnabrück die Hauptrolle spielt. Produziert hat ihn die Firma Art & Weise″ aus Marburg. Die Teilnehmer feierten jetzt die erste Premiere, der im Januar eine weitere folgen wird: Dann erscheint der zweite Teil des Films über Osnabrück.

Die Idee für das Projekt lässt sich so zusammenfassen: Was sonst vielleicht auf Dachböden und in Kellern verstaubt oder in hinteren Ecken von Schränken vergessen oder eines Tages sogar verloren gegangen wäre, sind vielleicht Schätze, die ans Licht der Öffentlichkeit gehören – „ als Teil unserer Geschichte″, wie es Christoph Niemöller, Geschäftsführer des Medienhauses Neue OZ, bei der Premiere sagte. Als die Filmproduzenten aus Marburg die vielen Osnabrücker Aufnahmen gesichtet hatten, luden sie Zeitzeugen ins Rathaus ein. Dort wurde die kleine Ratskammer zum Filmstudio. Und dann zeigte sich: Für einen einzigen Film war das alleszu viel. So entstand zunächst der erste Teil, der viele Facetten des Lebens in Osnabrück von 1928 bis 1955 zeigt in etwa 90 Minuten. Er beginnt mit beschwingt wirkenden Bildern aus den Goldenen Zwanzigern″ mit der typischen Mode. Aus dem Off berichten Zeitzeugen aus einer Zeit, in der Autos noch keine große Rolle spielten. Statt der Abgase gab es andere Hinterlassenschaften: Spatzen gingen an die Pferdeäpfel.″ Zeitzeugen berichten von vielen Bürgerhäusern und engen Straßen. Das war soviel anders das kann man gar nicht beschreiben.″ Und doch ist vieles auch geblieben oder leicht wieder zu erkennen. Manche Stadtansicht erscheint ähnlich wie heute nur eben mit Oldtimern, die heute sehr wertvoll wären. Wie sehr sich die Arbeitswelt geändert hat, zeigen viele Szenen aus der Eisengießerei Weymann: die Arbeit am Zeichenbrett, an der Schreibmaschine und vor allem in der Werkhalle. Dampfmaschinen erzeugten den firmeneigenen Strom. Im Laufe der 1930er-Jahre überschatteten Fahnen mit Hakenkreuzen das Stadtleben. Wie es in einer Pause der Firma Glas Deppen zuging, zeigt eine Szene mit Arbeitern, die mit großem Appetit ihre Brote essen und sich dampfenden Kaffee oder Tee aus der Thermoskanne einschenkten. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben einen großen Teil der Stadt. Bilder zeigen Häuser in Trümmern, aus dem Off erinnern sich Zeitzeugen. Der Film dokumentiert den Wiederaufbau der Textilfabrik Hammersen nach dem Krieg. Boxlegende Max Schmeling war als Ringrichter zu Gast in Osnabrück. Viele Szenen zeigen die Arbeit und die Familie des Domorganisten Conrad Bäumer in den 1950er-Jahren an der Orgel, auf dem Weg entlang des Carolinums und am Küchentisch mit zehn Kindern. Die DVD über Osnabrück (Teil 1 1928 bis 1955) ist ab Donnerstag in allen Geschäftsstellen des Medienhauses Neue OZ für 19, 90 Euro erhältlich.

Bildtext:
Premiere der DVD mit Bernd Nebeling (von links), Christoph Niemöller und David Rönker (beide Medienhaus Neue OZ).
Foto:
Elvira Parton
Autor:
Jann Weber


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