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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ökostrom für alle Privatkunden der Stadtwerke
Zwischenüberschrift:
Regionale Direktvermarktung macht′s möglich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück 100 Prozent öko, 100 Prozent regional: Alle Privatkunden der Stadtwerke in Osnabrück bekommen ihren Strom jetzt ungefragt ohne Aufpreis aus Wind, Sonne und Biomasse von Anlagenbetreibern aus der Umgebung. Alles im Sinne der Nachhaltigkeit, sagt Stadtwerke-Vorstand Christoph Hüls.
Direktvermarktung gibt es nicht nur für landwirtschaftliche Produkte. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erlaubt es Stromanbietern seit zwei Jahren, Elektrizität aus regionalen Quellen zu vertreiben. Der Grünstrom kommt nachweislich von Wind- und Solaranlagen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern″, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadtwerke. Dabei ist die Postleitzahl maßgeblich, wie Marcus Bergmann, der Leiter des Geschäftsbereichs Energie, erklärt. Mit dem Regionalnachweisregister des Umweltbundesamts sei sichergestellt, dass keine Stromlieferung doppelt gezählt werde.
Rund 60 000 Privatkunden beziehen ihren Strom von den Stadtwerken. Die dafür erforderlichen 170 Millionen Kilowattstunden pro Jahr sollen zu etwa zwei Dritteln von eigenen Anlagen auf dem Piesberg und in Rieste erzeugt werden. Zunächst gilt das Öko-Versprechen nur für die Haushalte in Osnabrück.

Ausweitung geplant

Aber möglichst noch in diesem Jahr will Bergmann die Voraussetzungen schaffen, dass auch die Kunden aus dem Umland den grünen Regionalstrom beziehen. Dafür müssen allerdings weitere Lieferanten gefunden werden.
Der Strom aus Wind, Sonne und Biomasse aus dem Osnabrücker Land wird nicht über die Strombörse Leipzig eingekauft. Er sei allerdings teurer als grauer″ Strom, betont Stadtwerke-Vorstand Christoph Hüls. Obwohl das Produkt eine höhere Qualität″ aufweise, würden die Mehrkosten in einer sechsstelligen Summe nicht auf die Verbraucher umgelegt. Mit diesem Schritt wollten die Stadtwerke die Zufriedenheit ihrer Kunden erhöhen, heißt es dazu.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik daran gegeben, dass sich die Stadtwerke mit 5, 28 Prozent an einem Kohlekraftwerk in Lünen beteiligen. Der Meiler am Datteln-Hamm-Kanal schreibt Millionenverluste und soll voraussichtlich 2032 abgeschaltet werden. Aber er liefert eben auch Strom. Diese Mengen gehen in den Großhandel″, sagt Marcus Bergmann, der Leiter des Energiegeschäfts. Mit ihrer Einkaufspolitik hätten sich die Stadtwerke von Grau auf Grün″ umgestellt.

Solarzellen für jedes Dach

Der regionale Schwerpunkt solle noch weiter ausgebaut werden, bekräftigt Vorstand Christoph Hüls. Und dabei werde vor allem auf Solarstrom gesetzt. Schon im vergangenen Jahr habe Osnabrück bei den Fotovoltaikanlagen mächtig zugelegt, aber das Potenzial sei noch lange nicht ausgeschöpft. Die Stadtwerke hätten großes Interesse, dass auf möglichst vielen Dächern Solarzellen installiert würden, nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch darüber hinaus. Hüls′ Appell lautet: Macht die Dächer voll!
Für Solaranlagen, die älter als 20 Jahre sind, ist die Förderung nach dem EEG jetzt ausgelaufen. Jetzt fürchten die Betreiber, dass die Kosten für Messtechnik, Fernsteuerung und Versicherung die Erlöse überschreiten. Die Stadtwerke wollen jedoch erreichen, dass möglichst alle Altanlagen am Netz bleiben. Alle 65 Betreiber seien zur weiteren Kooperation eingeladen worden, heißt es dazu, und 60 von ihnen hätten positiv reagiert.
Ist denn sichergestellt, dass der Strom für die Stadtwerke-Kunden auch dann grün und regional ist, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint? Die Antwort von Energiemanager Marcus Bergmann ist eindeutig: Unser Auftrag ist, das zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen! Diese Prozesse würden heute digital und vollautomatisch bewältigt.

Bildtext:
Mit Windstrom aus der Region beliefern die Stadtwerke ihre Privatkunden, aber auch mit Strom aus Fotovoltaik- und Biogasanlagen.
Foto:
Rainer Lahmann-Lammert
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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