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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Am Neumarkt soll es hoch hinausgehen
 
Ein Hochhaus am Neumarkt?
Zwischenüberschrift:
Verein für Baukultur schlägt Wettbewerb für Johannis-Höfe vor
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Neue, frische Optik für den Neumarkt statt alter Bauruinen. Die ersten Entwürfe für die geplanten Johannis-Höfe liegen zwar schon vor, schon gibt es aber neue Ideen: Ein Hochhaus wünscht sich etwa der Osnabrücker Verein für Baukultur. Damit würde die einheitliche Höhe der Gebäude an der Johannisstraße wegfallen. Wenn es nach den Visionen des Vereins geht, soll der neue Wolkenkratzer nämlich dem Iduna-Hochhaus Konkurrenz machen, das derzeit noch mit 65 Metern das höchste Wohngebäude der Stadt ist. Dabei geht es nicht nur darum, Osnabrück mehr Großstadt-Flair zu verleihen. Dieser Mut zur Urbanität″, wie ihn Architekt und Vereinsvorsitzender Stephan Zech nennt, soll auch Grünflächen schonen. Dafür würde im Zentrum der Stadt Stellen verdichtet und eben in die Höhe gebaut.

Osnabrück Der Osnabrücker Verein für Baukultur wünscht sich mehr Wettbewerb um die besten Ideen für die Innenstadt und insbesondere für den Neumarkt. Der Entwurf für die Johannis-Höfe sei gut, aber warum sollte es nicht noch bessere Ideen geben zum Beispiel mit einem richtigen Hochhaus″ am Neumarkt?
Ein richtiges Hochhaus″ nach Osnabrücker Maßstäben ist etwa das Iduna-Hochhaus, sagt Hermann Kuhl, Vizevorsitzender des Vereins für Baukultur. Der Kommunikationsexperte plädiert dafür, auch am Neumarkt nach oben zu blicken. Wir sollten den Mut haben, höher zu bauen″, so Kuhl in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Mut zur Urbanität″ nennt das Architekt und Vereinsvorsitzender Stephan Zech: Osnabrück sollte an den richtigen Stellen verdichten, um an anderer Stelle Grünflächen und grüne Finger zu schonen.
Der Verein für Baukultur will damit eine Diskussion über die künftige Architektur in der Innenstadt anstoßen. Im Blick hat der Verein vor allem die Johannis-Höfe, die anstelle eines Einkaufszentrums im Dreieck von Neumarkt/ Johannisstraße entstehen sollen. Investor Alexander Lindhorst legte im Dezember Entwürfe aus der Feder des Architekturbüros SKAI (Hamburg) vor, die allseits hoch gelobt wurden, nach Meinung des Vereins für Baukultur aber nicht das letzte Wort sein sollten. Das ist ein guter Entwurf, aber auch der einzige″, so Kuhl. Würde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, kämen sicher noch viele gute, vielleicht sogar bessere Ideen auf den Tisch.

Kultur der Wettbewerbe

Stephan Zech sagt: Wir wollen zu einer Kultur der Wettbewerbe kommen.″ Bei öffentlichen Bauten und privaten Projekten ab einer gewissen Größenordnung und Bedeutung sollten nach Meinung des Baukultur-Vereins grundsätzlich Architektenwettbewerbe ausgeschrieben werden. Dabei sollte die Stadt Investoren nicht dazu zwingen, so Kuhl, sondern sie dazu motivieren″. Der Verein wäre auch bereit, die Durchführung solcher Wettbewerbe finanziell zu fördern.
Beim Projekt Johannis-Höfe würde ein Architektenwettbewerb zu einer wahrscheinlich einjährigen Verzögerung führen. Kuhl und Zech halten das angesichts der Bedeutung dieser Investition für die Stadt für vertretbar. Wichtig sei, die städtebaulich, gestalterisch und wirtschaftlich beste Lösung zu finden.
Das gelte für die gesamte Meile vom Berliner Platz bis zum Schloss, wo in den kommenden fünf Jahren mehrere Großprojekte umgesetzt werden sollen. Am Berliner Platz sind ein Parkhaus sowie Wohn- und Geschäftshäuser geplant. Das Telekom-Gebäude und Galeria-Kaufhof haben neue Besitzer, die Pläne schmieden. Am Neumarkt entstehen zwei Hotelneubauten.
Und an der Johannisstraße hat das ehemalige Sinn-Leffers-Haus schon Platz gemacht für Neues. Der Verein für Baukultur schlägt einen städtebaulichen Wettbewerb vor, der all diese Projekte in ihrer Gesamtheit und Wirkung auf die Stadt betrachtet.
Anschließend solle es für jedes einzelne Vorhaben weitere Gestaltungswettbewerbe geben. Bewerten soll die Wettbewerbsbeiträge ein Gestaltungsbeirat, besetzt mit externen Experten.

Keine Bürgerbeteiligung

Zech und Kuhl betonen, dass ihnen dabei kein Bürgerbeteiligungsprozess mit einer abschließenden Abstimmung vorschwebt. Man darf Gestaltungskompetenz nicht mit Mehrheiten verwechseln″, sagt Zech und zieht einen Vergleich aus der Medizin heran: Wenn sie ein gesundheitliches Problem haben, machen sie ja auch keine Abstimmung, was zu tun ist, sondern fragen einen Arzt.″
Der Verein für Baukultur führte nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit den Spitzen der größten Ratsfraktionen. Der Verein wolle ein Umdenken in Gang setzen und biete der Politik seine Hilfe an, so Kuhl.

Bildtexte:
Urbaner soll der zentrale Ort des Neumarkts werden, so der Wunsch des Vereins für Baukultur. Statt Gebäude auf Augenhöhe könnte ein Hochhaus für mehr Großstadt-Flair sorgen.
Die geplanten Johannis-Höfe laut Entwurf des Büros SKAI aus Hamburg sollen die bisherige Höhe am Neumarkt beibehalten.
Abriss des Modegeschäfts Sinn (ehemals Sinn-Leffers) in der Johannistraße. Das Foto entstand im April 2020.
Fotos:
Archiv/ Michael Gründel
Grafik:
SKAI
Autor:
Wilfried Hinrichs


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