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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Raus ins Grüne, aber nicht zum Rubbenbruch
 
Es muss nicht immer der Rubbenbruchsee sein
 
„Die Leute wollen raus!″
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker zieht es nach draußen / 20 Ziele für coronafreundliche Spaziergänge
 
Warum die Osnabrücker Ordnungshüter auch im Grünen kontrollieren
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Homeoffice, Lockdown, geschlossene Geschäfte und Cafés was soll man da machen? Die Leute wollen raus!″, sagt der Leiter des Ordnungsaußendienstes (OAD), allerdings kommt es manchmal auch im Freien zu dichtem Gedrängel, weil viele Stadtbewohner das gleiche Ziel haben. Die meisten Ausflügler zieht es an den Rubbenbruchsee. Auf dem Rundweg ist zwar viel Platz, aber sobald sich die Sonne zwischen den Wolken zeigt, nimmt der Andrang derart zu, dass sich viele Spaziergänger näher kommen, als es in Corona-Zeiten sinnvoll ist. Der OAD kontrolliert deshalb auch an solchen Ausflugszielen, ob die Abstandsregeln eingehalten werden. Damit sich die Frischluftfans nicht nur am Rubbenbruchsee tummeln, haben wir 20 Alternativen für den Spaziergang im Stadtgebiet zusammengestellt.

Osnabrück Lockdown, Homeoffice, Kontaktverbot. In diesen trüben Zeiten wollen sich viele Osnabrücker wenigstens einen Gang durch die frische Luft gönnen. Und nicht wenige denken dabei sofort an den Rubbenbruchsee. Aber gerade dort wird es manchmal so eng, dass Abstandhalten kaum möglich ist. Doch es gibt Alternativen. Denn viele Naherholungsgebiete in Osnabrück sind wenig bekannt. Und mancher schöne Winkel erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Wir haben 20 Ziele zusammengestellt, die sich am besten mit dem Rad erreichen und dann zu Fuß erkunden lassen.

Piesberg: So ein Ausflugsziel hat wohl keine andere Stadt zu bieten. Rund um den aktiven Steinbruch gibt es Wanderwege, die auch an Wochentagen offen stehen. Nur bei Sprengungen gibt es Einschränkungen. Besonders beliebt ist natürlich der Aussichtsturm auf der Felsrippe. Aber Achtung: Auf der Treppe kann es schon mal eng werden!

Nette-Aue: Das Nettebad kennen alle, aber der grüne Finger ringsum hat noch viel mehr zu bieten. Am Regenrückhaltebecken vorbei führt der Weg durch die Aue stadtauswärts, bei Bedarf bis zum Kloster Nette oder zu Knollmeyers Mühle im Nettetal.

Lange Wand: Die Kastanienallee zweigt von der Knollstraße ab. Sie bietet sich an als Ausgangspunkt für eine Wanderung bis in die Gartlage. Schon im 16. Jahrhundert diente die Lange Wand den Nonnen aus dem Kloster Gertrudenberg als Zuweg zu ihrem Bauernhof in der Gartlage.

Bürgerpark: Er ist der älteste öffentliche Park Osnabrücks und entstand Anfang des 19. Jahrhunderts nach Gestaltungsideen von Senator Gerhard-Friedrich Wagner und dem Verschönerungsvereins von 1835″. Der Bürgerpark ist ein abwechslungsreiches Refugium für Spaziergänge, zumal die Klosteranlagen auf dem Gertrudenberg und das Gelände am Ameos-Klinikum einbezogen werden können.

Gartlage und Sandbachtal: Ein grüner Finger schiebt sich vom Stadtrand bis nah ans Zentrum. Die Gartlage bietet viele reizvolle Perspektiven. Parallel zum Sandbach gibt es gut ausgebaute Verbindungen vom Haster Weg bis zum Limberg, die sich bequem zu Fuß erschließen lassen.

Schinkelberg: Der Fernmeldeturm auf dem Schinkelberg überragt Osnabrück von Weitem sichtbar. Viele Stadtteilbewohner wissen, dass man im Sommer zu seinen Füßen auf der großen Wiese grillen kann. Das Gebiet ringsum bietet sich aber auch für Spaziergänge an.

Burg Gretesch und Gruners Berg: Im Stadtplan steht zwar Lüstringer Berg, aber die Bezeichnung ist historisch gesehen fragwürdig. Wer an der Burg Gretesch startet, kann durch dieses Waldstück wandern und zwischendurch einen Blick ins Tal des Belmer Baches werfen.

Haseuferweg nach Lüstringen: Vom Hauptbahnhof immer an der Hase entlang bis zum Stadtrand das ist nicht nur für Radler interessant, sondern auch für Spaziergänger. Dabei bieten sich reizvolle Perspektiven auf den Fluss und auf die Gleisanlagen, abenteuerlich erscheint der große Betontrog, durch den man auf die andere Seite der Bahnstrecke gelangen kann.

Lechtenbrink: Zum östlichen Zipfel von Osnabrück gehört der Lechtenbrink, eine 127 Meter hohe Erhebung, die zu den Ausläufern des Wiehengebirges gehört. Von dort oben bietet sich eine gute Sicht auf das Hasetal und die Stadt Osnabrück. Am Windgenerator vorbei führt der Weg nach Jeggen.

Sandforter Bach: Im Osten von Voxtrup verläuft der Sandforter Bach, nach dem auch das Gut Sandfort benannt ist. Es schließt sich ein Waldgebiet an, durch das auch ein Rundwanderweg führt. Wer sich eine längere Strecke vornehmen will, kann dem Bach bzw. dem Voxtruper Mühlenbach nach Süden folgen. Auch jenseits der Autobahn A 30 bieten sich hier noch reizvolle Perspektiven.

Schölerberg: Den (derzeit geschlossenen) Zoo kennen alle, aber auch außerhalb seiner Umzäunung hat das Waldstück auf dem Schölerberg viel zu bieten. Dazu gehören schöne Aussichten auf die Stadt. Das Naherholungsgebiet ist von fast allen Seiten zugänglich.

Ziegenbrink: Nur Stadtteilbewohner und Eingeweihte kennen die Wiese auf dem Ziegenbrink. Wenn im Winter Schnee fällt, entwickelt sie sich zum Rodlerparadies. Aber auch Spaziergänger kommen auf ihre Kosten. Vor allem wegen der tollen Aussicht auf die Stadt.

Hörner Bruch: Der Zugang zum Hörner Bruch ist durch die Eisenbahnlinie Osnabrück–Münster erschwert, deshalb empfiehlt sich der Weg über die Feldstraße. In dem Waldstück zwischen Hellern und Sutthausen bietet sich ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen an.

Düte-Mäander: Zu den schönsten Naturschauspielen in Osnabrück gehören die Düte-Mäander in Hellern am Ende des Kampweges. Wer dem geschwungenen Verlauf des Flüsschens folgt, kann vielfältige Entdeckungen machen. Wegen ihres Artenreichtums soll die Düte unter Naturschutz gestellt werden.

Eselspatt: Dieser schmale Pfad zieht sich abseits der Autostraßen mitten durch Hellern und findet im Tecklenburger Fußweg seine Fortsetzung. Er ist landschaftlich reizvoll, aber fast überall sehr schmal. Da kann es manchmal schwierig werden mit dem Abstandhalten.

Hüninger Weg: Was als unspektakulärer Feldweg in Hellern beginnt, steigert sich auf dem nächsten Kilometer durch den Wald zu einem intensiven Landschaftseindruck. Es lohnt sich, dem Weg bis zur Düte und schließlich bis nach Atter zu folgen.

Westerberg und Heger Holz: Für die Bewohner der westlichen Stadtteile ist der Weg über den Westerberg die erste Wahl. Er führt am Botanischen Garten und an den Hochschulgebäuden vorbei und mündet am Park-Hotel direkt ins Heger Holz, wo ein weiteres Netz an Wanderwegen zur Verfügung steht.

Gut Leye: Seit 1863 steht das äußerlich so repräsentative Herrenhaus zwar leer, aber die barocke Anlage hat ihren Charme. Das Gut Leye in Atter ist ein lohnendes Ziel, zumal die Wälder ringsum zum Spaziergang einladen.

Haseuferweg und Stichkanal: Stück für Stück hat die Stadt die Hase in den vergangenen Jahren erlebbar gemacht. Deshalb bietet es sich an, dem Fluss von der Innenstadt bis nach Eversburg zu folgen. Ab der Römereschstraße gibt es eine Alternative am Stichkanal entlang.

Hasefriedhof und Johannisfriedhof: In der Zeit Napoleons wurden sie angelegt, weil es auf den Kirchhöfen zu eng geworden war: Auf den beiden historischen Friedhöfen Osnabrücks werden seit 2005 keine Toten mehr bestattet, aber die Ruhe und die Grabanlagen lohnen einen Gang durch dieses Paradies.

Bildtexte:
Vergangener Totenkult: Der Hasefriedhof ist ein ideales Refugium für einen Spaziergang in Corona-Zeiten.
Links die Bahn, rechts die Hase: der Haseuferweg in der Nähe der Wachsbleiche.
Den Fernmeldeturm immer im Blick: Auch der Schinkelberg bietet sich für Wanderungen an.
Vom Bürgerpark ist es nicht weit bis zum Kloster Gertrudenberg. Hier die Klostermauer am Senator-Wagner-Weg.
Auch so lässt sich der Lockdown überwinden: Dieser Mann balanciert im Gartlager Wald auf einer Slackline.
Gar nicht weit: Ein Spaziergang über den Schinkelberg.
Fotos:
Michael Gründel

Osnabrück Wenn schon nicht in die Stadt, dann wenigstens ins Grüne, sagen sich viele Osnabrücker während des Lockdowns. Aber auch dort kann es manchmal ganz schön eng werden.
Die Leute wollen raus!″, sagt der Leiter des Osnabrücker Ordnungsaußendienstes, Spieker. Er hat Verständnis, dass es Familien, Paare und Singles gerade jetzt ins Grüne zieht. Bei den Kontrollgängen fällt den Streifen immer wieder auf, dass der Rubbenbruchsee das bevorzugte Ziel der Besucher ist. Sobald sich die Sonne mal zwischen den Wolken zeigt, füllen sich die Parkplätze mit Autos und die Wege mit Spaziergängern. Geht doch mal dahin, wo nicht so viel los ist″, würde Spieker den Ausflüglern am liebsten zurufen.
Der Ordnungsaußendienst (OAD) ist auch am Wochenende unterwegs und kontrolliert, ob sich die Ausflügler an die Abstandspflichten halten.

Spielplätze, Skateranlage

Zu den regelmäßigen Zielen der Streifen gehören auch der Schlossgarten, die Spielplätze und die Skateranlage an der Schlachthofstraße. Kontrolliert wird auch von der Polizei.
Wie steht es um die Akzeptanz nach zweieinhalb Monaten Lockdown? Eine große Mehrheit stehe ganz klar hinter den Beschränkungen, sagt Spieker, und deshalb gebe es für die Kontrollen auch eine große Akzeptanz. Aber es gibt auch Menschen, die sich nur widerwillig oder gar nicht auf Maske und Abstand einlassen wollen. Das ist dann ein Fall für den Ordnungsaußendienst. Der OAD-Chef drückt es so aus: Wir versuchen, im Dialog mit dem Bürger Einsicht zu erzielen.″
Manchmal gelingt das, manchmal aber auch nicht. Und dann fragen die städtischen Ordnungshüter nach den Personalien des Störenfrieds. Nicht alle rücken ihren Namen dann heraus. Sollten sie aber besser tun, meint Spieker, denn im Falle einer Verweigerung werde eine Polizeistreife hinzugebeten, außerdem sei ein doppeltes Bußgeld fällig.

Renitente sind selten

Wie teuer solche Eskapaden sind, lasse sich nicht so einfach beantworten. Das komme auf die Umstände an, etwa, ob es sich um eine Wiederholungstat handle. Dass sich Menschen renitent anstellen, sei die absolute Ausnahme, betont Spieker. Im Durchschnitt komme das etwa einmal pro Woche vor.

Bildtext:
Für einen Werktag herrschte gestern recht viel Betrieb am Rubbenbruchsee.
Foto:
Sven Stahmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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