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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Platz zum Spielen, Toben und Feiern
Zwischenüberschrift:
Einmal um den Pudding: Gleichförmige Häuser und glückliche Kinder in der Sechzigerjahre-Siedlung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Alle Häuser hier sahen früher gleich aus, sogar die Haustüren″, sagt Bärbel Pflaumbaum. Die 59-Jährige muss es wissen. Sie lebt in der Dodesheider Höfe-Siedlung, seit diese Anfang der Sechzigerjahre gebaut wurde. Auf dem Spielplatz zwischen Quakenbrücker und Vechtaer Hof hat sie schon als kleines Mädchen gespielt. Der steht nun wegen des neuen Spielplatzkonzepts auf der Streichliste. Die Anwohner wehren sich gegen die Schließung ihres wie sie sagen Dorfplatzes.

Ein Demonstrativ-Bauvorhaben″ habe die Stadt Ende der Fünfzigerjahre in die Dodesheide pflanzen wollen, erzählt Heino Vogel. Das richtete sich vor allem an Familien, die preisgünstig ein Haus kaufen wollten, meint er. Der 77-Jährige hat früher mit seiner Frau Johanna in einem Hochhaus an der Diepholzer Straße gelebt und so einen Überblick über die Siedlung gehabt. Das sah aus wie ein Gulag″, sagt er augenzwinkernd über die gleichförmige Bauweise.
Nicht nur von oben betrachtet gleicht ein Haus dem anderen. Damals standen noch keine Bäume an den Wegen, und alle Häuser hatten rote Dächer, erinnert sich Bärbel Pflaumbaum. Familien mit drei Kindern bekamen Eckhäuser″, sagt sie. Im Laufe der Jahre sind die Kinder der Erstbewohner und nachfolgenden Familien flügge geworden. Die Siedler wurden älter, die Spielplätze in der Nachbarschaft vereinsamten. Der Spielplatz zwischen Quakenbrücker und Vechtaer Hof bildete jedoch eine Ausnahme. Er war immer unser Dorfplatz″, sagt Reinhold Latzel. Die Gemeinschaft feiert dort Feste, und es ist ein Treffpunkt, so der 73-jährige Rentner.
Die Ausstattung des Spielplatzes ist äußerst karg. In einem Sandkasten sind lediglich eine Rutsche und eine Schaukel angebracht. Daneben stehen Bänke. Doch Kinder sehen mehr, als eine schlichte Ortsbeschreibung wiedergeben kann. Wir haben uns einen Parcours ausgedacht″, erzählt der zehn-jährige Felix. Die ein Jahr ältere Pia erklärt: Die Kinder krabbeln durch Büsche, klettern über einen Müll eimer, einen Baum zu einem Weg, von dem aus sie über den Sandkasten, über die Schaukel und die Rutsche wieder zum Ausgangspunkt gehen. Das kann man nur hier spielen″, meint Pia.
In der Sprache der Erwachsenen heißt das: Wenn weniger Spielgeräte vorhanden sind, wird die Kreativität der Kinder angeregt″, so der 75-jährige Wolfgang Thomas. Die Kinder brauchen eine Schaukel mehr wollen sie nicht″, sagt Michael Beckmann. Der 42-jährige Kfz-Mechaniker ist am Lohner Hof aufgewachsen und immer zu diesem einen Spielplatz gelaufen. Er weiß also, wovon er spricht.
Obwohl an der Lerchenstraße, also unweit der Siedlung am Vechtaer Hof, ein neuer Spielplatz mit neuen Spielgeräten entstehen soll, wollen die Kinder ihren″ Platz nicht aufgeben. Hier kann man auch ohne Mama und Papa hingehen″, sagt die siebenjährige Emmi. Kinder, die in der Siedlung leben, brauchen keine Straße zu überqueren, wenn sie zum Spielplatz oder zur Schule in der Dodesheide an der Bassumer Straße gehen. Das gilt auch für die Kinder aus den Kindergärten in der Nähe, die den Spielplatz zwischen Vechtaer und Quakenbrücker Hof nutzen. Dernächst gelegene Spielplatz am Dinklager Weg sei für die Kinder nicht geeignet, sagt Michael Beckmann. Dort liegen häufig leere Schnapsflaschen.
Eine Entscheidung über die Schließung oder den Fortbestand ist noch nicht gefallen. Die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses findet am 21. November statt. Die Bewohner würden einen Rückbau des Spielplatzes nicht verstehen. Er wird bespielt″, sagt Antje Dangschat. Er sei schon jetzt ein Mehrgeneration-Spielplatz, sagt die 43-jährige Ergo-Therapeutin: Viele ältere Bewohner des Viertels nutzen die Bänke, um sich auszuruhen und ein Schwätzchen zu halten.″ Sie hat auch schon gesehen, dass insbesondere alte Leute Kinder beim Spielen beobachten. Dann haben sie ein Lächeln auf den Lippen.″

Bildtext:
Treffpunkt für mehrere Generationen: Die Anwohner des Spielplatzes am Vechtaer und Quakenbrücker Hof wollen, dass er erhalten bleibt.
Foto:
Elvira Parton
Autor:
Thomas Wübker


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