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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Grünes Engagement gewürdigt
Zwischenüberschrift:
Betreiber von Streuobstwiesen teilen sich Naturschutzpreis der Stadt Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Rund zwei Dutzend frei zugängliche Streuobstwiesen laden im Osnabrücker Stadtraum zum Durchatmen und Obstpflücken ein. Zwei von ihnen sind nun von der Stadt und der Haarmann-Stiftung für Umwelt und Natur mit dem Naturschutzpreis 2020 ausgezeichnet worden.
Der wird zwar schon zum fünften Mal vergeben, aber in diesem Jahr erstmals verknüpft mit einem Preisgeld. Aus einem halben Dutzend Bewerbungen, die beim Fachbereich Umwelt und Klimaschutz eingegangen sind, wurden zwei gleichwertige ausgesucht, deren Initiatoren für ihr grünes Engagement jeweils 2500 Euro erhalten.
Unterschiedlicher könnte die Geschichte der beiden Preisträger allerdings kaum sein. Denn während die rund 5000 Quadratmeter große Fläche im Stadtteil Wüste erst vor neun Jahren mit verstreut wachsenden Obstbäumen bepflanzt worden ist, blickt die ebenfalls prämierte Streuobstwiese in Sutthausen auf eine mehr als 100-jährige Historie zurück. Angelegt unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg, ist sie mit einer Vielfalt von mehr als 40 verschiedenen, überwiegend alten regionalen Apfelsorten sowie Kirsch-, Pflaumen-, Birnen- und Walnussbäumen eine echte Schatztruhe″, die im Umkreis von hundert Kilometern um Osnabrück ihresgleichen sucht″, wie Johannes Andrews die Besonderheit der Sutthausener Streuobstwiese auf den Punkt bringt. Andrews ist Geschäftsführer der Evangelischen Stiftungen Osnabrück, die die Wiese seit 2007 als ihr Eigentum pflegen, schützen und erhalten.

Apfelsaft für Alt und Jung

Dazu gehören auch regelmäßige Neuanpflanzungen, bei denen großer Wert auf Sortendiversität und regionale Herkunft gelegt wird. Im vergangenen Jahr wurden von August bis Oktober so viele Äpfel geerntet, dass insgesamt 5400 Liter daraus gepresster Apfelsaft kostenlos an Kindergärten, Seniorenheime und Kirchengemeinden verteilt werden konnten.
Durch gemeinsame Aktionen mit benachbarten Kindergärten und Schulen wurden zudem Totholzecken und Nisthilfen installiert, die eine Artenvielfalt auch unter Vögeln und Insekten begünstigen und erhalten, für die das Biotop Streuobstwiese″ ein wichtiger und wertvoller Lebensraum ist.
Für einmalig″ hält auch Jörg Langen die Wiese der Evangelischen Stiftungen, die er seit 2015 als Pächter ganzjährig bewirtschaftet und die zu jeder Tages- und Jahreszeit immer anders ist″. Dabei ist der Schäfer und Landschaftsgärtner in Personalunion nicht nur für die fachgerechte Pflege der Bäume zuständig, sondern sorgt mit seiner Mischung aus jeweils 40 Bentheimer Landschafen und englischen Swaledales auch dafür, dass das Gras stets kurz gehalten wird.
In der Wüste sind es vom Aussterben bedrohte Coburger Fuchsschafe, die dort ebenfalls ganzjährig und anstelle von landwirtschaftlichem Gerät eine Streuobstwiese beweiden, die von einer siebenköpfigen Familie bewirtschaftet wird.
Im Januar 2012 verwandelten Heiko Tilebein und Kerstin Milowski die Weidefläche in eine Streuobstwiese, indem sie dort mit Unterstützung der Baumschule Fels und gemeinsam mit Schülern der Natur-AG des Gymnasiums Mettingen im Rahmen einer Umweltbildungsmaßnahme 22 Obstbäume pflanzten. Von Büttners Roter Knorpelkirsche″ über den Dülmener Rosenapfel″ bis hin zur Westfälischen Glockenbirne″ reicht dabei die Bandbreite an ausschließlich altdeutschen, regionalen Sorten.
Bei der Pflege der noch jungen Streuobstwiese unterstützt wird das Paar von den drei Töchtern Johanna, Katharina und Greta sowie von deren Großeltern Heide und Heiko Tilebein senior. Ein Traum sei damit für die Familie in Erfüllung gegangen, sagt Kerstin Milowski in dem Video, mit dem sich die Familie erfolgreich für den Naturschutzpreis beworben hat. Umgesetzt wurde mit der Streuobstwiese auch eine Idee des Tecklenburger Naturschützers Friedhelm Scheel, der eine derartige Symbiose von alten Bäumen, Schafen und seltenen Vogelarten″ für ideal″ hält.

Bildtext:
Grüne Oase in Sutthausen: Die Streuobstwiese der Evangelischen Stiftungen Osnabrück wird von Jörg Langens grafschaftlich-englischer Schafmischung beweidet.
Foto:
Carolin Hlawatsch
Autor:
Matthias Liedtke


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