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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Zoo hat ein neues Elefantenbaby
 
Yaro ist der neue Hoffnungsträger für den Zoo
Zwischenüberschrift:
Nachwuchs bei den Elefanten / Brickwedde: „Tolle Nachricht im Tal der Tränen″
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Osnabrücker Zoo ist in Nöten, weil die Besucher nicht kommen dürfen und die Einnahmen in der Kasse fehlen. In diesem Tal der Tränen″ freuen sich Zoopräsident Fritz Brickwedde und das Team vom Schölerberg über eine Nachricht, die bei vielen Menschen schon jetzt die Vorfreude auf den ersten Zoobesuch nach dem Lockdown wecken dürfte: Es gibt wieder Nachwuchs bei den Elefanten, und dieses Mal ist er sogar in Osnabrück gezeugt worden. In der Nacht zum Montag hat die Dickhäuterdame Douanita zum sechsten Mal ein Baby bekommen. Es ist ein Junge, und der erkundet jetzt neugierig die kleine Welt im Elefantenhaus. Yora″ haben die Pfleger den kleinen asiatischen Elefanten genannt. Wie Yora von seiner Herde aufgenommen wird und was sein Name bedeutet, lesen Sie im Lokalteil.

Osnabrück Schon wieder ein Elefantenbaby im Zoo! In der Nacht zum Montag ist Yaro auf die Welt gekommen, und die Begeisterung ist groß, weil es sich um den ersten in Osnabrück gezeugten Dickhäuter handelt. Zum Bedauern der Verantwortlichen darf der Zoo bis auf Weiteres keine Besucher hereinlassen. Da bleibt nur die Hoffnung auf ihre Spenden und die Vorfreude auf weiteren Elefanten-Nachwuchs.
Etwas struppig sieht Yaro aus, mal rollt er seinen Rüssel wie eine Lakritzschnecke zusammen, mal fährt er ihn aus und stupst damit seine Mutter Douanita an. Was wohl so viel bedeutet, dass der kleine Bulle trinken möchte. Wenn er damit fertig ist, schläft er gerne ein wie andere Babys auch. Sein Name Yaro kommt aus dem Indischen und bedeutet so viel wie geliebter Sohn″.
Für Zoopräsident Fritz Brickwedde ist die Geburt des tapsigen Vierbeiners eine tolle Nachricht″ mitten im Tal der Tränen″, wie er es vor den Journalisten ausdrückt, die mit Abstand und Maske darauf warten, ins Elefantenhaus gelassen zu werden. Das coronabedingte Ausbleiben der Besucher bringt den Osnabrücker Zoo in finanzielle Schwierigkeiten, weil ihre Eintrittsgelder normalerweise 75 Prozent der Einnahmen ausmachen. Zum Glück gebe es viele Sympathisanten, die den Betrieb mit Spenden aufrechterhielten, meint Brickwedde.

Sechsfache Mutter

Mit seinem frisch geborenen Sympathieträger will der Zoo bei seinen Fans die Vorfreude auf den nächsten Besuch wecken, auch wenn noch niemand weiß, wann das wieder möglich sein wird. Für die asiatische Elefantenkuh Douanita ist Yaro schon das sechste Kind. 22 Monate dauert eine Schwangerschaft bei den Dickhäutern, und die Geburten gelten als unkompliziert, obwohl so ein Elefanten-Baby um die 100 Kilo wiegt.
Durch regelmäßige Untersuchungen der Hormone im Urin war schon in der vergangenen Woche klar, dass bei der 33-jährigen Douanita der Geburtstermin heranrückte. Mit einer Webcam hatten Andreas Wulftange, der zoologische Leiter, und sein Team immer alles im Blick. Somit ist auch bekannt, dass Yaro um 1.58 Uhr am frühen Montagmorgen unter den Leuchtstoffröhren im Elefantenhaus das Licht der Welt erblickte. Und dass die mehrfache Mutter sehr ruhig blieb, wie Wulftange betont. Es sei ein feierlicher Moment gewesen. Alle anwesenden Familienmitglieder hätten sich rührend um den Neuankömmling gekümmert.
Bei der Niederkunft sind die Elefantenmütter am liebsten unter sich. Ohne die Bullen, die in der Wildnis meist als Einzelgänger unterwegs sind. Also auch ohne Yaros Vater Luka. Der sei auch nicht so interessiert, dass er seinen Sohn kennenlernen möchte″, meint der zoologische Leiter. Dem 47-jährigen Bullen steigen nämlich gerade die Hormone in den Kopf. Er befindet sich in der Musth″, klärt Daniel Menken auf, Revierleiter und Tierpfleger im Elefantenhaus. In dieser testosteronreichen Phase gelten die männlichen Dickhäuter als aggressiv und reizbar. Bei Luka hat die Musth zwar schon nachgelassen, aber das Team vom Zoo wollte Douanita den Stress mit dem unruhigen Gesellen trotzdem vorsichtshalber ersparen.
Erst vor dreieinhalb Jahren hatte die Mutter ihren Sohn Minh-Tan als fünftes Kind zur Welt gebracht auch schon in Osnabrück, aber als Souvenir aus Prag, wo sie vorher gelebt und geliebt hatte. Der junge Elefantenbulle mit dem vietnamesischen Namen war bis jetzt der kleine Prinz im Elefantengehege. Er durfte sich ungestraft Späße auf Kosten der anderen erlauben, etwa, indem er ihnen das Futter klaute. Mit der Geburt von Yaro werde sich seine Rolle aber ändern, meint Daniel Menken.

Nachwuchs in Aussicht

Zur Familie gehört auch die fast acht Jahre alte Sita, ebenfalls ein Kind von Douanita. Die große Schwester der beiden Jungs erwartet ebenfalls Nachwuchs, und das schon sehr bald. Damit steht dem Osnabrücker Zoo die zweite Ankunft eines in Osnabrück gezeugten Elefantenbabys ins Haus. Dass Sita schon zwei Geburten aus nächster Nähe erlebt hat, wertet Andreas Wulftange als gutes Zeichen, dass auch bei ihr alles glattlaufen wird. Immerhin wisse sie ja nun, was auf sie zukommt. Um sie so gut es geht auf das Ereignis vorzubereiten, leiten die Tierpfleger sie an, sich regelmäßig hinzulegen und zu strecken. Schwangerschaftsgymnastik gibt es eben auch bei Dickhäutern.
Asiatische Elefanten, wie sie im Osnabrücker Zoo leben, gelten als stark gefährdet, weil ihre wichtigsten Lebensräume schwinden, die Regenwälder und immergrünen Laubwälder. Obwohl sie etwas kleiner sind als ihre afrikanischen Artgenossen, werden asiatische Elefanten bis zu drei Meter hoch und sechs Tonnen schwer. Ihre Nahrung besteht aus Ästen, Blättern, Baumrinde, Wurzeln, Früchten und Gräsern; jeden Tag müssen sie Zugang zu einer Wasserstelle haben.
Der kleine Yora wird, wie es die Natur vorgesehen hat, erst einmal mit Muttermilch gesäugt. Zwei Jahre Stillzeit oder mehr sind normal, so war es auch bei seinem Bruder Minh-Tan. Nach einigen Monaten, wenn der Rüssel funktionstüchtig ist, beginnen sich die Jungtiere auch für Heu, Pellets oder Äste zu interessieren. Erwachsene Elefanten verspeisen bis zu 150 Kilo Futter pro Tag.
Eine Größenordnung, die Zoopräsident Fritz Brickwedde zum Anlass nimmt, an die Spendenbereitschaft der Besucher zu appellieren: Für Yaro, aber auch für andere Tiere, kann eine (Teil-) Patenschaft erworben oder verschenkt werden. Wer Yaro-Pate werden möchte, ist schon für 39, 90 Euro dabei im Online-Shop unter shop.zoo-osnabrueck.de.

Bildtext:
Gemeinsam die Welt entdecken: Yaro ist erst zwei Tage alt und hat schon viel vor.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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