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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Corona sei Dank
 
Das hat Sie 2020 besonders interessiert
 
Das geteilte Jahr
 
Wohnungsbau in neuen Dimensionen
 
Eine Ampel für die Friedensstadt
 
Weg damit
Zwischenüberschrift:
Diese Dinge hätten wir ohne Pandemie nicht gehabt
 
Die zehn meistgelesenen Artikel auf noz.de aus Osnabrück und umzu
 
Das Wendejahr 2020: Das Alte muss Platz machen für eine neue Innenstadt
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Wo sind die guten Nachrichten in diesem verkorksten Jahr? Hier: Ohne Corona hätten wir in Osnabrück kein Riesenrad vor dem Dom und keine Strandbar im Schlossgarten gehabt. Es war nicht alles schlecht. Wir dürfen uns auch ein bisschen freuen.

Füße in den Sand

Der Chef der Osnabrück-Halle, Jan Jansen, und Veranstaltungsprofi Christoph Sierp hecken im Frühsommer einen Plan aus. Wenn die Leute schon nicht in Urlaub fahren können, sollen sie zu Hause die Füße in den Sand stecken können. In kurzer Zeit finden sie die richtigen Partner, die im Schlossgarten eine 4000 Quadratmeter große Strandwelt mit Liegestühlen, Bars, Strandkörben und Beachvolleyball entstehen lassen. Das Konzept kommt richtig gut an. Im Schnitt lassen hier von Juli bis September täglich 700 Gäste ihre Seele baumeln alles coronagerecht mit Abstand und Maske, versteht sich. Nebenan im Schlossinnehof wird das kulturelle Begleitprogramm geboten mit Kino und Konzerten. Füße in den Sand″ und Hände in den Himmel″ Idee und Umsetzung verdienen zehn von zehn Sternen.

Tablet-Schulen

Jedes Kind soll Zugang zu digitalem Unterricht haben: Diesem Ziel kommen Stadt und Landkreis Osnabrück einen großen Schritt näher. Als im Frühjahr die Schulen schockartig schließen und der Onlineunterricht eingeführt wird, sind Kinder ohne eigenes Endgerät und Internetanschluss die Verlierer. Lehrvideos oder Videotelefonate mit den Lehrern erreichen sie gar nicht oder nur über Umwege. Die Bundesregierung legt eilig ein Sofortbeschaffungsprogramm auf, um sozial benachteiligte Schüler mit digitalen Endgeräten auf Leihbasis auszustatten. Die Stadt Osnabrück zählt schnell nach und meldet der Landesschulbehörde: 1626 Tablets und 568 Notebooks werden benötigt. Die höchstmögliche Fördersumme von 1, 34 Millionen Euro schöpft die Stadt damit vollständig aus. Auch alle Gemeinden des Landkreises reichen Fördereinträge ein. Doch es dauert: Die Geräteproduzenten können nicht sofort liefern. Nach den Herbstferien beginnt in Osnabrück die Verteilung der Endgeräte. Ohne Corona hätte die Digitalisierung wohl noch Jahre gedauert.

Spezial-Markt

Jahrelang verfolgten die Schausteller eine verwegene Idee: Sie wollten mit dem Jahrmarkt in die Innenstadt. Weg von der Gartlage, rein ins Herz der Stadt. Im Virus-Jahr wird die Vision Wirklichkeit, wenn auch nicht so, wie es die Schausteller gern gehabt hätten. Aber immerhin. Das Stadtmarketing treibt an, Krisenstab und Ordnungsamt machen möglich, was unter Corona-Bedingungen möglich gemacht werden kann. Wichtig ist: Es ist kein Jahrmarkt, denn der wäre verboten. Es ist ein Spezial-Markt″ mit Buden und Karussells weit verstreut in der City. Die Schausteller freut′s, können sie doch endlich wieder ihrem Kerngeschäft nachgehen. Und die Besucher sind schwer beeindruckt vom wunderbaren Blick über die Innenstadt, den ihnen das Riesenrad ermöglicht. Es ist das Fotomotiv des Spätsommers: ein Riesenrad vor dem Osnabrücker Dom.

Saubere Luft

Weniger Autos, weniger Schadstoffe: Nach den Daten der Messstation am Schlosswall ist die Luft in Osnabrück so sauber wie noch nie seit Beginn der Messungen vor 15 Jahren. Der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid liegt mit 32 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (Stand November) deutlich unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm. Die Feinstaubbelastung liegt im Jahresmittel bei 21 Mikrogramm. 50 Mikrogramm sind der Grenzwert, der maximal an 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Osnabrück meldet 2020 keinen Überschreitungstag.

Bildtexte:
Sommer in der City: die Strandbar im Schlossgarten nur im Corona-Jahr möglich?
Der Blick aus dem Riesenrad.
Fotos:
Graf, Hermann Pentermann

Osnabrück Erfahrungsgemäß erzeugt die Berichterstattung über Unglücke ein hohes Leserinteresse. Doch unter den Top Ten der meistgelesenen lokalen Artikel 2020 auf noz.de aus der Region Osnabrück finden sich auch einige Überraschungen.

Platz 10: Junger Mann vermisst (rund 52 000 Aufrufe) Ende Oktober verschwindet ein junger Mann aus Hilter tagelang. Am 4. November taucht er plötzlich wieder auf. Wieso er verschwunden war und wie er zurückkam ist unklar.

Platz 9: Tödlicher Fahrradunfall auf dem Wall (rund 53 000 Aufrufe) Der tödliche Unfall einer 49-jährigen Radfahrerin auf dem Osnabrücker Wall, die von einem Lastwagen erfasst wird, bewegt viele Leser.

Platz 8: 18-jährige Radfahrerin stirbt (rund 54 000 Aufrufe) Eine schockierende Nachricht gleich zu Beginn des Jahres: Mitte Januar wird eine 18-jährige Frau auf der Pagenstecherstraße bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt. Auch sie gerät mit ihrem Rad unter einen Lastzug.

Platz 7: Infizierter feiert Party (rund 57 000 Aufrufe) Die Nachricht über einen 48-Jährigen, der sich auf einer Skifreizeit in Österreich mit dem Coronavirus infiziert und anschließend mit 150 bis 200 Personen in einem Osnabrücker Party- und Veranstaltungssaal feiert, sorgt Anfang März für Schlagzeilen. Mindestens 65 Personen werden anschließend unter Quarantäne gestellt.

Platz 6: Der laute Knall (rund 58 000 Aufrufe) Eine Explosion, ein Feuerwerk oder doch etwas ganz anderes? Wackelnde Fenster und ein spürbarer Luftdruck verunsichern Ende September die Osnabrücker. Leser berichten von einem lauten Knall. Die Osnabrücker Polizei gibt kurze Zeit später Entwarnung: Ein Überschallflugzeug der Bundeswehr sei für die Druckwelle verantwortlich.

Platz 5: Lieber Tagesmutter als Erzieherin (rund 62 000 Aufrufe) Christina Kari macht vier Jahre lang eine Ausbildung zur Erzieherin. Angesichts des Erziehermangels hätte sie sich ihren Arbeitgeber frei aussuchen können. Trotzdem wagt sie lieber den Schritt in die Selbstständigkeit. Warum sie sich dazu entschloss, Tagesmutter zu werden, erzählt sie unserer Redaktion.

Platz 4: Jugendlicher durch Stromschlag verletzt (rund 70 500 Aufrufe) Ein 16- und ein 20-Jähriger klettern Ende April auf einen abgestellten Zug. Durch einen Stromschlag wird der Jüngere so schwer verletzt, dass er in eine Spezialklinik geflogen werden muss.

Platz 3: Radfahrer legt Berliner Platz lahm (rund 70 500 Aufrufe) Besonders kurios ist das Verhalten eines Radfahrers Mitte Februar, der zeitweise den Verkehr auf dem halben Berliner Platz lahmlegt. Ein Lkw-Fahrer will verbotenerweise von der Wittekindstraße rechts auf den Erich-Maria-Remarque-Ring abbiegen. Der Radfahrer stellt sich kurzerhand mit seinem Rad neben den Lkw, sodass er nicht mehr abbiegen kann. Und der Lkw-Fahrer? Der wartet mehrere Grünphasen vergeblich darauf, endlich weiterfahren zu können.

Platz 2: Erster Quarantänefall (rund 86 000 Aufrufe) Inzwischen ein alltäglicher Vorgang, Anfang März eine viel beachtete Nachricht: Erstmals wird bekannt, dass eine Person aus Osnabrück, die Kontakt mit einem Infizierten hatte, in Quarantäne geschickt wird.

Platz 1: Besuchsverbot (rund 91 000 Aufrufe) 2020 am häufigsten aufgerufen: eine Zusammenfassung über das vom Land Niedersachsen Anfang April erlassene Besuchsverbot. Die neue Verordnung sieht unter anderem vor, dass Kontakte innerhalb der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück auf die Angehörigen des eigenen Haushalts beschränkt werden müssen.

Wie ein Skalpell hat das Coronavirus 2020 in zwei Teile zerschnitten. Wurde zu Jahresbeginn noch sorglos gefeiert, beherrschte das Virus ab Mitte März auch das Leben rund um Osnabrück. Die Bilder auf dieser Seite dokumentieren die Gegensätze: distanzfreie Freude oben, Leben unter Beachtung der AHA-Formel unten, optisch voneinander getrennt durch die Kurve der Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Osnabrück im Jahresverlauf.

Osnabrück Der Stadtrat meldet im Juli Vollzug: Die Stadt verfügt wieder über eine kommunale Wohnungsgesellschaft,. Alle Ratsmitglieder stimmen für die Gründung der WiO″ und erfüllen damit den Auftrag, den die Bürgerschaft ihnen mit dem Bürgerentschied 2019 gegeben hat. WiO″ ist die Abkürzung für Wohnen in Osnabrück″. Die neue Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochterfirma der Stadtwerke und soll bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dazu wird sie 2021/ 2022 mit 24 Millionen Euro Eigenkapital ausgestattet. Die ersten WiO-Projekte sind schon in Arbeit, und zwar in der Eversheide in Eversburg, in der Landwehrkaserne und am Schinkelbad. Unklar ist noch, nach welchen Kriterien Mieter ausgewählt werden.

Osnabrück Was Emden das Otto-Männchen, Mainz das Mainzelmännchen ist Osnabrück der Steckenpferd-Reiter: Seit Oktober leuchtet das Friedenssymbol in Grün und Rot auf der Fußgängerampel an der Alten Münze. Der Anstoß war schon 2019 von einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung gekommen. Doch das Genehmigungsverfahren für eine ortsspezifische Leuchteinrichtung ist lang. Das Symbol des Friedensreiters liegt ja nahe, aber die grafische Darstellung muss so einleuchtend sein, dass das Stehen und Gehen klar zu unterscheiden sind. Und der Standort will gut gewählt sein. Als alles klar ist, kommt Corona dazwischen. So wird es Oktober, bis Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erstmals auf den Knopf der Steckenpferd-Ampel drücken kann.

Bildtext:
Steckenpferdreiter als Ampelmännchen an der Alten Münze.
Foto:
Michael Gründel

Osnabrück Dieser Rückblick wird ein Ausblick. Denn 2020 sind wegweisende Entscheidungen gefallen, die das Weichbild der Stadt in den nächsten Jahren erheblich verändern werden. Altes muss weichen, damit Neues entstehen kann.

Johannis-Höfe

Die beste Nachricht kommt im Dezember: Die Lindhorst-Gruppe aus Winsen/ Aller will zusammen mit der Rosco-Gruppe aus Bad Hersfeld und dem Architekturbüro SKAI aus Hamburg die ehemalige Center-Fläche am Neumarkt in ein gemischt genutztes, nachhaltiges Stadtquartier umwandeln. Wohnen, Pflege, Bildung, Büro, Einzelhandel und Gastronomie sowie innerstädtisches Parken auf etwa 47 000 Quadratmeter Nutzfläche″: Das ist die Idee, die Investor Alexander Lindhorst im Rathaus vorstellt. Dazu hat er eine eigene Gesellschaft (Neumarkt-Quartier GmbH) gegründet, deren Gesellschafter seine drei Kinder (ein, vier und sechs Jahre) sind. Lindhorst will damit auch sagen: Das Investment ist auf Langfristigkeit angelegt. Satte 140 Millionen Euro will er investieren.
Die Ideen lehnen sich stark an den Plan B an, den eine private Initiative nach dem Scheitern des Einkaufszentrums zur Diskussion gestellt hatte. Sogar Platz für Kultur und Bildung wäre in den künftigen Johannis-Höfen zwischen Neuem Graben, Johannisstraße und der Großen Rosenstraße. Plan-B-Sprecher Reinhart Richter findet das alles sehr erfreulich″, wünscht sich aber noch mehr. Zum Beispiel mehr Mut, in die Höhe zu bauen, und ein architektonisches Gesamtkonzept für alle geplanten Projekte zwischen Berliner Platz und Neuem Graben.

Galeria Kaufhof

In der Mitte dieser Achse steht ein Gebäude, das zum Symbol für ein verändertes Einkaufsverhalten geworden ist: Galeria Kaufhof. Das Kaufhaus steht seit dem 15. Oktober leer. Es ist eines der 47 Häuser, die der Warenhaus-Konzern bundesweit schließt. Die 65 Beschäftigten in Osnabrück ahnen, dass ihr Haus auf der Liste stehen könnte, doch sie hoffen bis zum Schluss. Am Freitag, 19. Juni, um 14 Uhr erreicht sie in einer Betriebsversammlung die ernüchternde Nachricht.
Nach 65 Jahren ist der Kaufhaus-Standort an der Wittekindstraße endgültig Geschichte. Denn der Käufer der Immobilie, die Imvest Projektentwicklung GmbH aus Hamburg, strebt eine gemischte Nutzung an in der Branchensprache Cross Community Space″ genannt. Mieter aus unterschiedlichen Branchen sollen dort zusammenkommen und sich gegenseitig befruchten. Denkbar sind Anbieter aus Sport, E-Sport, Bildung, Gesundheit, Handel, Wirtschaft. Imvest will das Gebäude nicht abreißen, sondern sanieren.

Möser-Wohnprojekt

Auch im Quartier gleich um die Ecke reifen die Pläne für ein innovatives Wohnviertel weiter, das das Familienunternehmen Pro Urban aus Meppen im Dreieck Möserstraße/ Georgstraße realisieren will. 375 Apartments sollen dort entstehen, zwischen 18 und 36 Quadratmeter groß und voll möbliert. Im Erdgeschoss werden Serviceeinrichtungen untergebracht, die den Bewohnern das Leben angenehm machen, aber auch jedem anderen offenstehen. Im Juli stimmt der Rat der Aufstellung einen vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu. Der Zeitplan sieht vor, dass im Juni 2021 der Abriss beginnt.

Güterbahnhof

Und dann ist da noch eine Brache, die seit Jahrzehnten auf den weckenden Kuss wartet: der Güterbahnhof. Im Oktober vermeldet die Aloys-&- Brigitte-Coppenrath-Stiftung, dass sie der 3-G-Group die 22 Hektar große Fläche abgekauft hat. Es ist wie ein großes Aufatmen. Denn die Beziehungen zwischen Rathaus und Vorbesitzer (mit der Freikirche Lebensquelle″ im Rücken) waren nach vielen juristischen Scharmützeln so belastet, dass sich nichts mehr bewegte.
Die Coppenrath-Stiftung will nun in einem städtebaulichen Wettbewerb die Rahmenbedingungen für das neue Quartier festlegen, das die Initiatoren Lok-Viertel″ nennen. Ziel ist ein urbanes Quartier″ zum Leben und Arbeiten. 2019 hatte die Stiftung den Ringlokschuppen gekauft, um dort ein Forschungszentrum für künstliche Intelligenz zu schaffen. Der Bund sicherte 2020 zu, sechs Millionen Euro aus dem Programm Nationale Projekte des Städtebaus″ zur Verfügung zu stellen.

Berliner Platz

Zum guten Abschluss: Die städtische Tochtergesellschaft OPG legt Pläne für ein Parkhaus auf dem Parkplatz am Berliner Platz vor. Daneben soll ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Gegenüber soll das in die Jahre gekommene grüne Mehrfamilienhaus ein modernes Gesicht bekommen und zugleich zum Breiten Gang erweitert werden.

Bildtexte:
Die Neumarkt-Rückseite: Wo heute noch eine Parkhaus-Ruine steht, sollen in wenigen Jahren Menschen wohnen.
Johannis-Höfe zwischen Neumarkt und Johannisstraße.
Möser-Höfe zwischen Möserstraße und Georgsstraße.
Choppenrath-Innevetion-Center am Güterbahnhof.
Berliner Platz mit Park- und Geschäftshaus.
Fotos:
Jörn Martens
Grafiken:
SKAI, Pro Urban, Hüdepohl/ Ferner
Autor:
Wilfried Hinrichs


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