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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Fahrrad für den Umzugskarton
Zwischenüberschrift:
Lastenrad soll Autos ersetzen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
BERLIN. Viele Fahrten mit dem Auto sind unnötig und könnten auch mit dem Fahrrad erledigt werden. Während die Menschen im Privaten oft aus Bequemlichkeit ins Auto steigen, tun dies Lieferdienste meistens aus Mangel an Alternativen. Ein Elektro-Lastenrad soll dies nun ändern.

Das ist zumindest die Idee hinter dem Projekt Ich ersetze ein Auto″, das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem Bundesumweltministerium unterstützt wird.
Der Versuch ist auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit sollen verschiedene Kurierdienste in acht deutschen Städten das Elektro-Lastenrad iBullitt″ testen. Das Rad des Berliner Unternehmens Urban e″ verfügt über eine große Transportkiste zwischen Vorderrad und Lenker. Laut Hersteller bietet sie Platz für eine Umzugskiste. In der Maxi-Variante sollen sogar zwei der Kisten transportiert werden können, sagt Urban e″-Geschäftsführer Frank Müller. Der Elektromotor am Vorderrad, der den Fahrer entweder beim Tritt in die Pedale unterstützt oder über ein Daumengas am Lenker für Vorschub sorgenkann, soll die Fahrt mit schweren Lasten erleichtern.
Bislang seien die Rückmeldungen der Tester im Grundtenor sehr positiv″, sagt DLR-Projektleiter Johannes Gruber. Eine Voruntersuchung eines Projektpartners im kleinen Rahmen habe ergeben, dass bis zu 85 Prozent der bislang per Auto erledigten Aufträge durch ein Elektro-Lastenrad ersetzt werden könnten. Das DLR will es jedoch genauer wissen: Wie wird die Technik angenommen? Wie nutzen die Kurierfahrer das Rad? Welche Routen sind geeignet? Hierfür werden die Fahrer mehrfach befragt und ihre Wege per GPS verfolgt. Auch Auftragsbücher der Kurierdienste werden ausgewertet.
Das Fahren mit dem 2, 43 Meter langen Rad bereitet kaum Probleme. Nach drei Minuten können Sie das″, sagt Müller von Urbane″. Eine einfache Handhabung attestiert auch Innenausstatter Robert Winckler seinem vor drei Monaten erstandenen iBullitt″, mit dem er sein Werkzeug, eine Leiter, Staubsauger, Bau- oder Mustermaterial durch Berlin transportiert. Und manchmal fährt er mit seinem Rad auch Stühle durch die Hauptstadt. Die passen wunderbar rein. Man muss sie nur gut einkleiden.″
Winckler kommt nach eigener Aussage mit dem E-Lastenrad im Stadtverkehr deutlich schneller voran als mit dem Auto. Der Lenker gebe bei der Fahrt die Breite vor. So wisse er genau, wo er durchpasse und wo nicht. Außerdem hätten die Autofahrer mehr Respekt vor ihm als vor normalen Radlern. Eigentlich würde Winckler seinen kleinen Transporter mit Verbrennungsmotor gerne abschaffen und nur noch mit dem Lastenrad fahren. Aber wenn er als Innenausstatter mit einem Lastenrad statt mit einem Transporter vorfahre, sei der eine oder andere doch skeptisch.
Auch Tim Schröder fährt mit dem iBullitt″ zu seinen Kunden. Der Baumpfleger hat dann Kletterseile, einen Gurt, einen Helm, eine kleine Motorsäge, ein Seil und Absperrmaterial in seiner Kiste. Um zu seinem Einsatzort zu kommen, wählt er bewusst Strecken ohne Kopfsteinpflaster und mit wenigen Ampeln. Ich habe 50 bis 70 Kilogramm geladen, da muss man schon langsam fahren″, sagt er. Auch er kann nicht ganz auf ein Auto verzichten, etwa wenn er Äste transportieren muss. Allerdings tanke er nur noch einmal im Monat statt wie bislang jede Woche. Sein Rad will Schröder auch im Winter nutzen. Ich bin ja ohnehin draußen. Da ist es egal, ob ich eine halbe Stunde eher nass werde oder nicht″. Nur bei Glatteis will er sein Rad stehen lassen, um es vor Streusalz zu schützen.

Bildtext:
In diese Kiste passt mehr als in den Fahrradkorb: In einem Pilotprojekt erproben Kurierdienste und Handwerker derzeit das Lastenrad ein Elektromotor sorgt auch bei voller Ladung für den nötigen Kraftzuschuss.
Foto:
dapd
Autor:
dapd


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