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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wo Lautstärke wehtut
Zwischenüberschrift:
Lärmforum: Osnabrücker Bürger verschaffen sich Gehör
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Wo in Osnabrück dröhnt es den Einwohnern am stärksten in den Ohren? Beim ersten Osnabrücker Lärmforum im Felix-Nussbaum-Haus äußerten sich etliche von Lärm betroffene Bürger. Knapp 50 Personen waren erschienen, um an einem Lärmaktionsplan für Osnabrück mitzuwirken. Dass es leiser werden soll, fordert eine EU-Richtlinie zum Umgebungslärm. Bis Juli 2013 muss auch in Osnabrück der Lärmaktionsplan stehen; unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Im Eingangsbereich luden Stelltafeln mit Stadtplänen ein, Problembereiche zu markieren. Gerhard Quantz aus Atter klebte einen blauen Punkt auf die Straße Erxtenburg. Durch das Gewerbegebiet ist es hier ziemlich laut″, kommentierte er sein Tun.
Die meisten Punkte wurden für belastenden Straßenlärm in Rot geklebt. Auf Kommentar-Karten stand: Transit Lkw″ oder Rennstrecke Kurt-Schumacher-Damm″. Mit 50 km/ h rasen Busse und Lkw an den straßennahen Altbauten der Bramscher Straße und Süntelstraße vorbei″, beschwerte sich Hans Lücke, der dort wohnt. Dass hohe Geschwindigkeit und Lkw-Verkehr besondere Lärmverursacher sind, aber hier auch Stellschrauben zur Lärmreduzierung angesetzt werden können, verdeutlichte Christian Popp vom Hamburger Lärmkontor. Das Gutachterbüro hatte für Osnabrück bereits mit digitalen Modellen eine Lärmkarte erarbeitet und Schwerpunkte der Anwohnerbelastung berechnet.
Durch Tempo-Halbierung, Lkw-Führung, Straßenbelag oder Abrückung und Abschirmung lasse sich der Lärm jeweils um 3 bis 5 dB( A) verringern, so Popp. Eine Reduzierung des Pkw-Aufkommens habe nur einen geringen Effekt: 20 Prozent weniger bringe nur minus 1 dB( A). Erst eine Halbierung der Pkw-Anzahl bewirke 3 dB( A).
Warum siedelt man Neubaugebiete in lauten Lagen an?″, fragte Heidi Scharfschwerdt. Sie wohnt mit ihrer Familie in grüner Hanglage, aber im Lärmbereich des Hafens und der B 68. Wir hätten uns zumindest beim Bauen einen Hinweis auf Schallschutz gewünscht!″, meinte sie. Das war vor 15 Jahren″, antwortete Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau. Heute sei das in Ausführungsvorschriften geregelt.
Aber nicht nur Verkehrs- und Gewerbelärm stören die Bürger. Auf Freizeitlärm verwiesen Heiner Brinkhege und Eleonore Werries. Beide wohnen in der Stadtmitte. Von der Maiwoche oder an Wochenenden dröhnen bei Konzerten die Bässe durch die ganze Stadt. In den Grünanlagen lärmen Laubblasgeräte, im Botanischen Garten Häcksler″, berichtete Brinkhege. Im weiteren Verlauf des Abends wurde in Diskussionsgruppen an Verbesserungsideen gearbeitet.
Antje Janßen von der LK Argus Kassel erläuterte das Vorgehen für Osnabrück. Zunächst würden 25 Bereiche der Prioritätsstufe 1 am Wallring und einigen Ausfallstraßen verbessert, mit einer Gesamtlänge von 13 km. Dazu komme der Schutz ruhiger Gebiete. Hier nannten die Teilnehmer Grünflächen wie Gartlage, Bürgerpark oder Schölerberg. Der Aktionsplan werde im Juli 2013 Rat und Verwaltung vorgelegt. Nach fünf Jahren sei eine Erfolgsprüfung vorgesehen.

Ab sofort können Bürger Lärmschwerpunkte melden: www.osnabrueck.de/ laermschutz. Am 11. und 17. Oktober gibt es Spaziergänge mit Vertretern der Verwaltung durch betroffene Wohngebiete. Im Februar 2013 wird ein zweites Lärmforum stattfinden.

Bildtext:
Die Lärmquellen im Blick: Gerhard Quantz aus Atter zeigt der Osnabrücker Verkehrsplanerin Heike Stumberg, wo es zu laut ist.
Foto:
Uwe Lewandowski
Autor:
Gisela Kriz


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