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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Die Stadt satt machen″
Zwischenüberschrift:
Indoorfarm mit Dachgewächshaus – Pflanzenfabrik der Zukunft entsteht in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Mithilfe einer weltweit einzigartigen Kombination aus Indoorfarm und Dachgewächshaus entwickeln Forscher am Campus Haste Methoden zum optimalen Anbau von Lebensmitteln in Städten. Wie die Pflanzenfabrik der Zukunft funktioniert, erklärt Andreas Ulbrich, Professor für Gemüseproduktion an der Hochschule Osnabrück.

Professor Ulbrich, die Hochschule Osnabrück hat am Mittwoch am Campus Haste den Grundstein gelegt für ein vier Millionen Euro teures Gebäude, das den Lebensmittelanbau revolutionieren könnte. Gemüse soll dort ohne Erde in Regalen wachsen und in einem Treibhaus auf dem Dach. Schafft die Forschung damit den Feldsalat ab?
Nein, aber mit unserem neuen Forschungszentrum Agrarsysteme der Zukunft″ holen wir das Feld, auf dem der Salat wächst, gewissermaßen von draußen nach drinnen. Vielen Städten besonders den schnell wachsenden Metropolen fehlt ja schon heute der Platz für Lebensmittelanbau im Freiland. Wir wollen herausfinden, ob und wie es mithilfe spezieller Indoorfarmen und Dachgewächshäusern gelingen kann, Menschen in dicht besiedelten Gegenden hinreichend mit pflanzlicher Grundnahrung aus regionaler, ökologischer Produktion zu versorgen. Man könnte auch sagen: die Stadt durch eine neue Art von Pflanzenfabrik nachhaltig satt zu machen.

Aber schmecken die Lebensmittel aus der Pflanzenfabrik denn auch?
Wahrscheinlich sogar besser. Schließlich können wir alle Umweltfaktoren wie Licht, Wärme, Wasser- und Nährstoffzufuhr in diesem großen Experimentierkasten so gut aussteuern, dass die Pflanzen optimal wachsen und höchste Produktqualität bieten. Beispiel Salat: Der ist sehr empfindlich, mag es überhaupt nicht trocken und heiß. Wegen der Dürresommer fiel die Freilandernte deshalb zuletzt eher mau aus. Unser Salat hingegen gedeiht wetterunabhängig, ist damit gleichbleibend knackig-frisch und deutlich gesünder als der vom Feld.

Was soll in dem neuen Forschungszentrum alles angebaut werden?
Üblicherweise werden in Indoorfarmen Salate und Kräuter kultiviert. Aber das allein macht den Menschen nicht satt. Wir nehmen deshalb in unserem Forschungszentrum, das es so auf der ganzen Welt kein zweites Mal gibt, noch Tomaten dazu, gegebenenfalls Beerenfrüchte, außerdem kohlenhydrat- und energiereiche Pflanzen wie die Süßkartoffel. Die ist sehr wärmeliebend und wächst daher in unserer Klimaregion unter freiem Himmel nur schlecht, hat aber als Lebensmittel viele Vorteile gegenüber der normalen Kartoffel. Auch an der Herstellung von Wasserlinsen als Sojaersatz wollen wir forschen. Wenn mit dem Bau alles läuft wie geplant, halten wir Ende 2022 die ersten essbaren Produkte in Händen. Und wer weiß: Vielleicht finden sich solche Pflanzenfabriken ja eines Tages nicht mehr nur bei uns auf dem Campus, sondern auch an anderen Stellen in der Stadt zum Beispiel auf Dächern von Supermärkten oder Lagerhallen. So ließen sich Anbauflächen, die Osnabrück in seinen Grünen Fingern verliert, teilweise zurückgewinnen.

Bildtexte:
So stellt sich die Hochschule Osnabrück das neue Forschungszentrum am Campus Haste vor, in dem Agrarsysteme der Zukunft entwickelt werden sollen.
Griffen für den Neubau des Forschungszentrums am Mittwoch symbolisch zum Spaten: (von links) Architekt Martin Ferner, Julika Bruning vom Gebäudemanagement der Hochschule, Präsident Andreas Bertram, Dekan Bernd Lehmann und Professor Andreas Ulbrich.
Andreas Ulbrich, Professor in Osnabrück Hochschule
Foto:
Hochschule Osnabrück/ Hüdepohl Ferner Architektur- und Ingenieur GmbH, Jörn Martens
Autor:
Sebastian Stricker


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