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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ein Blick auf die Straßen der Zukunft
 
Mehr Platz für Busse und Radler
Zwischenüberschrift:
Vorher/nachher: So könnten große Osnabrücker Kreuzungen in Zukunft aussehen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Wie lassen sich Kreuzungen und Wege auf zwei Hauptlinien des öffentlichen Nahverkehrs in Osnabrück so umbauen, dass dort ideale Bedingungen für Busse, Fahrräder und Fußgänger herrschen? Mit dieser Frage trat das Projektbüro Mobile Zukunft eine gemeinsame Einrichtung von Stadt und Stadtwerken an die Gutachter Goudappel Coffeng (Den Haag/ Deventer) heran. Zusammen mit dem Zentrum für innovative Verkehrsforschung (ZIV) in Darmstadt haben die Niederländer jetzt Antworten gefunden. Spannende Antworten. Ja, man darf sogar sagen: spektakuläre Antworten. Ob und welche Ideen aus dem vorliegenden Papier aber in die Tat umgesetzt werden, ist völlig offen und nicht zuletzt eine politische Entscheidung. Die CDU findet etwa, dass der Autoverkehr zu kurz kommt.

Osnabrück Getrennte Spuren für Busse, Autos und Fahrräder, sichere Furten für Fußgänger, dazu viele grüne Inseln im grauen Asphalt: So sieht es aus, wenn niederländische Verkehrsplaner sich über die Zukunft wichtiger Straßen und Plätze in Osnabrück Gedanken machen.
Wie lassen sich Kreuzungen und Wege auf zwei Hauptlinien des öffentlichen Nahverkehrs in Osnabrück so umbauen, dass dort ideale Bedingungen für Busse, Fahrräder und Fußgänger herrschen? Mit dieser Frage trat das Projektbüro Mobile Zukunft eine gemeinsame Einrichtung von Stadt und Stadtwerken an die Gutachter Goudappel Coffeng (Den Haag/ Deventer) heran. Zusammen mit dem Zentrum für innovative Verkehrsforschung (ZIV) in Darmstadt haben die Niederländer jetzt Antworten gefunden. Spannende Antworten. Ja, man darf sogar sagen: spektakuläre Antworten.
Ihre Vision für eine Neuordnung einiger der am stärksten befahrenen Osnabrücker Straßen und Plätze haben die Experten in einer Konzeptstudie mit dem sperrigen Namen Qualitätsverbesserung für den Umweltverbund am Beispiel der Metrobusachsen M2 und M4″ verpackt. Die Untersuchung zeigt, wie viel mehr an Busbeschleunigung und Sicherheit für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer drin wäre, wenn der zur Verfügung stehende Raum mancherorts bloß anders aufgeteilt würde.
Metrobus-Linie M2: Für die acht Kilometer lange Metrobus-Linie M2 (Landwehrviertel–Hauptbahnhof) kommt unter anderem ein Vorschlag zur Anbindung des geplanten Park-and-ride-Platzes (P+ R) Rubbenbruchsee. Er beinhaltet einen neuen Bypass nur für Busse vom Kreisverkehr Landwehrstraße in die Wersener Straße, was Linienweg und Fahrzeit der M2 (aktuell 29 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit 16, 5 km/ h) verkürzen würde. Am Computer haben die Fachleute ein erstes Bild vom möglichen künftigen P+ R-Haltestellenbereich entworfen. Statt der bestehenden vierspurigen Ausfallstraße samt Lärmschutzwand sind darauf eine von Bäumen umsäumte Busstation inmitten der Fahrbahn zu sehen, separate Busspuren, Radwege und teils üppige Grüninseln.
Den Knotenpunkt Eversburger Platz haben sich die Gutachter ebenfalls vorgenommen. Er könnte so umgebaut werden, dass eine Durchfahrt in die beziehungsweise aus der Natruper Straße nur noch für den sogenannten Umweltverbund (Bus/ Rad) möglich ist. Autos aus der Atterstraße würden eingangs der Kreuzung in die Pagenstecherstraße und Wersener Straße abgeleitet. Anlieger erhalten Sonderrechte. Visualisierungen aus verschiedenen Perspektiven zeigen auch hier, wie sich die heute von roten Schutzstreifen für Radfahrer durchkreuzte große graue Fläche in ein übersichtliches System aus getrennten Fahrspuren für Busse und motorisierten Individualverkehr (MIV) verwandeln würde garniert mit sicheren Überwegen für Radfahrer, Fußgängerfurten und vielen grünen Verkehrsinseln.
Dritter Verkehrsknoten auf der Linie M2, den sich die Konzeptstudie vorknöpft, ist der Rißmüllerplatz. An dieser Stelle nahe Stadthaus, Remarque-Hotel und Kunsthalle münden Bierstraße und Natruper Straße auf den Wallring (Natruper-Tor-Wall/ Hasetorwall). Auffälligste Verbesserungsvorschläge hier: die Einrichtung von zwei Busspuren von/ bis Heger Tor sowie von mindestens zwei Meter breiten Radwegen, außerdem die Verlegung der Bushaltestelle Rißmüllerplatz vor die Bierstraße zur besseren Erreichbarkeit aus Richtung Altstadt/ Krahnstraße. Die Station für die Gegenrichtung befindet sich inmitten der heutigen Fahrbahn.
Metrobus-Linie M4: Entlang der Metrobus-Linie M4 (Hellern–Neumarkt–Belm) interessierten sich die Planer vor allem für den 6, 7 Kilometer langen Abschnitt zwischen Ikea und Berliner Platz. Nach Angaben des Projektbüros Mobile Zukunft beträgt die Fahrzeit dort momentan 23 Minuten, das Durchschnittstempo 17, 4 km/ h. Um dem ÖPNV hier auf die Sprünge zu helfen, legt die Konzeptstudie ein besonderes Augenmerk auf den Heinrich-Lübke-Platz.
Wo die Martinistraße in den Kurt-Schumacher-Damm übergeht, könnte demnach die Durchfahrt in/ aus Blumenhaller Weg eines Tages nur noch dem Umweltverbund gestattet sein. Der MIV würde dann über Kurt-Schumacher-Damm und Rückertstraße beziehungsweise Blumenhaller Weg geführt. In diesem Fall sollen auch hier Anliegern Sonderrechte zugestanden werden. Die Visualisierung zeigt einen aufgeräumten, klar strukturierten Heinrich-Lübke-Platz, in dessen Mitte sich die Haltestellen an zwei Busspuren direkt gegenüber liegen. Stadteinwärts verjüngen sich zwei MIV-Fahrstreifen ab der Martinistraße zu einem. Stadtauswärts rollen Autos, Lastwagen und Motorräder ebenfalls einspurig an diesem Knotenpunkt vorbei, ehe sie sich etwa in Höhe der Aral-Tankstelle wieder auf zwei Fahrstreifen verteilen können. Radfahrer werden auf eigenen, rot markierten und teilweise baulich getrennten Wegen über die Kreuzung und an ihr vorbei geführt.
Brigitte Strathmann, die das Projekt Mobile Zukunft″ bei der Stadt leitet, ist von den Resultaten der Untersuchung angetan: Das ist niederländische Verkehrsplanung par excellence und sie wäre nachweislich auch in Osnabrück möglich.″ Thomas Schniedermann, als oberster Fahrplanmacher der Stadtwerke mit der Sache betraut, ergänzt: Die Konzeptstudie zeigt, was man für den Umweltverbund erreichen kann, wenn man nur will.″ Bei konsequenter Umsetzung aller Empfehlungen etwa zur Busbeschleunigung seien auf den beiden untersuchten Linien Fahrzeitgewinne von mehreren Minuten möglich, was sich positiv auf Attraktivität und Kosten des ÖPNV auswirke. Zudem könnten die Maßnahmen als Blaupause für die anderen drei Metrobus-Linien M1, M3 und M5 dienen.
Ob und welche Ideen aus dem vorliegenden Papier aber in die Tat umgesetzt werden, ist völlig offen und nicht zuletzt eine politische Entscheidung. Einen Vorgeschmack darauf, wie schwierig hier die Suche nach tragfähigen Kompromissen werden dürfte, bot die November-Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (Stua). Dort stellten Strathmann und Schniedermann die Konzeptstudie den zuständigen Ratsleuten vor. Zwar wurde sie am Ende einstimmig verabschiedet, was es der Verwaltung erlaubt, die Pläne weiterzuverfolgen. Dies jedoch unter einer Bedingung: Auf Druck der CDU muss geprüft werden, ob die jeweils bestehenden zwei Fahrspuren pro Richtung auf der Martinistraße sowie auf der Wersener Straße für den Autoverkehr erhalten werden können und ob Blumenhaller Weg und Natruper Straße für den Durchgangsverkehr offen bleiben können. Die in der Konzeptstudie vorgesehenen Eingriffe beim Autoverkehr gehen uns stellenweise zu weit″, erläuterte Marius Keite die Bedenken seiner Fraktion. Wären die anderen Parteien der CDU in diesen Punkten nicht gefolgt, hätten wir abgelehnt″ und damit eine Mehrheit für die Beschlussvorlage im Stua verhindert.

Bildtexte:
So stellen sich die Planer den Osnabrücker Heinrich-Lübke-Platz in Zukunft vor: Die linke Bildhälfte zeigt den heutigen Zustand, die rechte eine mögliche neue Gestaltung mit erheblichen Verbesserungen für den Bus- und Radverkehr. Im Onlineartikel lässt sich der Regler in der Bildmitte auch verschieben, um beide Motive zu vergleichen.
Den Knotenpunkt Eversburger Platz, Ist-Zustand links, haben sich die Gutachter ebenfalls vorgenommen. Er könnte so umgebaut werden, dass eine Durchfahrt in die beziehungsweise aus der Natruper Straße nur noch für den sogenannten Umweltverbund (Bus/ Rad) möglich ist (rechts).
Fotos:
Büro Mobile Zukunft
Autor:
Sebastian Stricker


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