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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wenn′s im Rat klimpert und tutet
Zwischenüberschrift:
Tag der offenen Tür im Rathaus – Seltene Einblicke in die Katakomben
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Einmal in die Katakomben des Rathauses eintauchen? Oder im Ratssitzungssaal dem Gebrummel einer Tuba lauschen, dieauf dem Platz des Oberbürgermeisters gespielt wird? Der Tag der offenen Tür im Rathaus zu Osnabrück″ bot Besuchern Gelegenheit, hinter die Kulissen des Rathauses zu blicken. Viele Sonderaktionen und Angebote für Jung und Alt machten den Besuch zum Erlebnis.

Zur 500-Jahr-Feier des Rathauses hatten die städtischen Mitarbeiter und viele Helfer ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Wer beispielsweise einmal Oberbürgermeister spielen wollte, konnte auf dem Sessel hinter dessen Schreibtisch Platz nehmen und sich fotografieren lassen. Einige Räume weiter konnten sich Kinder Lesezeichen mit dem Rathausemblem einschweißen lassen, sich eine Krone basteln oder gegen eine Spende eine der kupfernen Marktmünzen″ mitnehmen, auf die Auszubildende von KME das Rathaus geprägt hatten. Außerdem konnte es passieren, dass einem im Flur Sophie Charlotte von Hannover begegnete, die in Bad Iburg geboren wurde und Mitte des 17. Jahrhunderts im Osnabrücker Schloss gelebt hat. Natürlich handelte es sich bei der jungen Frau um eine von mehreren Mitarbeitern der Agentur Zeitseeing, die in historischen Gewändern als prominente Bürger der Stadt wie Anna Ameldung, Justus Möser oder Ludwig Windthorst Auskunft gaben.
Alle halbe Stunde starteten auf dem Markt Führungen unter dem Titel Das unbekannte Rathaus Von Geheimgängen und Schießscharten″, an denen viele Besucher teilnahmen: Die Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Denkmalpflege, deren Osnabrücker Ortskuratorium die Führungen organisierte, hatten alle Hände voll zu tun, die Gruppen einzuteilen. Wer einen Platz ergatterte, durfte beispielsweise in den freigelegten ehemaligen Abwasserkanal steigen, der unterhalb des Ratskellers verläuft. Man erfuhr, dass eraus der Zeit um 1200 stammt, als Bäche der Stadt wie der Poggenbach unterirdisch kanalisiert wurden. Der einzige zugängliche Bereich des Hauptkanals befindet sich heute unter dem Rathaus.
Ein Höhepunkt war die musikalische Ratssitzung. Mit heftigem Zwitschern, Klimpern und Tuten betraten Dozenten und Musiker der Musik- und Kunstschule den Ratssitzungssaal, das Schwatzen der Ratmitglieder vor dem Beginn der Sitzung musikalisch simulierend. Sigrid Neugebauer-Schettler, Leiterin der Musik- und Kunstschule, erklärte das Prozedere einer echten Sitzung und stellte die einzelnen Fraktionen vor die von namhaften Musikern wie Todor Toscho″ Todorovic, Ismail Türker oder Ludwig Voges dargestellt wurden.
Der Oberbürgermeister wurde von Markus Preckwinkel gemimt, der zu passender Gelegenheit auf der Tuba Frère Jacques″ brummelte, die Stadtkämmerin sang Taler, du musst wandern gehen″, die Linke-Fraktionspielte die Internationale″ auf dem Schifferklavier, und vom Pressetisch aus wurden zerknüllte Zettel auf die Stadträte geworfen. Die ausgesprochen amüsante Inszenierung war auf Initiative von Susanne Rolfes aus dem Büro für Ratsangelegenheiten realisiert worden.
Zur Stärkung stoppten viele Besucher an den Büros der Städtebotschafter, wo russischer Tee serviert und Gebäck aus Twer, Angers und Çanakkale gereicht wurde.

Bildtext:
Musikalische Ratssitzung: So stellen sich Manfred Blieffert, Sigrid Neugebauer-Schettler und Markus Preckwinkel die Politik vor.
Foto:
Hermann Pentermann
Autor:
Thomas Bullmann


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