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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Klima wartet nicht auf die SPD-Fraktion
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
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Originaltext:
Zum Artikel Stadtbahn soll auch im Kreistag Thema werden″ (Ausgabe vom 13. November).

Erfreulicherweise sind inzwischen fast alle Fraktionen unseres Stadtrates für eine Untersuchung der Machbarkeit einer Stadtbahn. Bis auf die SPD-Fraktion. Heiko Panzer, ihr verkehrspolitischer Sprecher, behauptet: Es gebe auch moderne Systeme ohne Schieneninfrastruktur, die deutlich preiswerter seien, und eine Stadtbahn diene vor allem der Bewältigung der Pendlerströme; deshalb müsse der Kreis sich an den Kosten dieser Studie beteiligen. Eine moderne Straßen- oder Stadtbahn ist ein modernes System und hat nur noch wenig mit den Fahrzeugen zu tun, die in der Nachkriegszeit durch Osnabrück ratterten. Genau wie ein modernes Auto wenig mit einem alten VW Käfer zu tun hat. […]
Fährt der ÖPNV auf der Straße, ist das keinesfalls preiswerter als die Stadtbahn. Es sind nur weniger Anfangsinvestitionen erforderlich, weil die Straßen schon da sind. Aber im Betrieb und der Erhaltung geht es zuungunsten der straßengebundenen Systeme aus. Straßen werden mit der vierten Potenz der Achslast der Fahrzeuge abgenutzt. Busse und Gummibahnen haben viel Achslast. Das weiß man bei der Stadt auch, deshalb gab es ja die von OB Griesert angestoßene Diskussion um die Verhärtung der von Bussen befahrenen Spuren am Neumarkt wie bei einer Autobahn zur weiteren Verschönerung des Neumarkts. Der Schienenverschleiß dagegen steigt nach einer Dissertation aus 2015 am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nur etwas weniger als linear mit der Achslast. Konkret: Eine Vergrößerung der Achslast um 20 Prozent auf der Straße bewirkt eine Steigerung der Abnutzung um 100 Prozent, während es bei Schienen nur 18 Prozent sind. Stahl ist eben viel härter als Asphalt.
Dazu kommt, dass straßengebundene Systeme auf Reifen fahren und damit weiter Feinstaub produzieren. Das Bundesumweltamt bezeichnet den Straßenverkehr mit seinem Abrieb an Bremsen, Reifen und an der Fahrbahn als einen der größten Verursacher von Feinstaub in der Stadt. Feinstaub macht krank und verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten. Regensburg (150 000 Einwohner) hat Bahn und Bus vergleichend untersuchen lassen und sich aus guten Gründen für die Bahn entschieden. Herr Panzer hat auf den ersten Blick recht, wenn er fordert, dass der Kreis sich an den Kosten der schon lange geforderten Machbarkeitsstudie beteiligen sollte. Schließlich würde eine sinnvoll geplante Stadtbahn auch die Pendlerströme zwischen Stadt und Landkreis nachhaltiger gestalten als bisher. Aber es lohnt sich nicht, weitere Zeit damit zu verschwenden, mit dem Kreis um die Kostenbeteiligung zu feilschen. […] Etliche Städte bekommen zurzeit Stadtbahnen gefördert. Daran erkennt man, dass deren Nutzen regelmäßig über den Kosten liegt. Warum sollte das in Osnabrück nicht der Fall sein?
Wenn man als gegriffene Zahl für Osnabrück einen Nutzenüberschuss von einer Million Euro pro Jahr annimmt, dann heißt das: Jede Woche des Wartens bewirkt einen Verlust von Nutzen in Höhe von 19 000 Euro. Schon zwei Wochen Warten führt also zu 38 000 Euro Verlust, mehr, als vom Kreis als Beteiligung an den Kosten der Machbarkeitsstudie zu erwarten wäre.
Also sollte man zwar versuchen, den Kreis (nachträglich) an den Kosten zu beteiligen, aber eben nicht die Beteiligung des Kreises zu einer Bedingung für eine Entscheidung für eine Machbarkeitsstudie zu machen. Verschärfend kommt dazu: Ein großer Teil des Nutzens des Projektes Stadtbahn kommt aus seiner Klimawirksamkeit. Auch das ist ein Grund für die SPD-Fraktion umzudenken. Das Klima wartet nicht auf die SPD-Fraktion.
Man sollte aber den Kreis an den Kosten der standardisierten Bewertung beteiligen, die wesentlich teurer wird. Das lohnt sich. Diese Verhandlungen könnten während der Dauer der Machbarkeitsstudie geführt werden, würden das Projekt Stadtbahn also nicht verzögern.″
Dr. Wolfgang Seyfert
Osnabrück

Bildtext:
Thomas Polewsky von der Stadtbahn-Initiative überreicht Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine Unterschriftenliste für das Projekt.
Foto:
Michael Gründel

NOZ vom 26.11.2020

Sorry

In der Bildunterschrift zum Leserbrief Das Klima wartet nicht auf die SPD-Fraktion″, erschienen in der Ausgabe vom 25. November, wird der Abgebildete fälschlicherweise als Thomas Polewsky von der Stadtbahn-Initiative bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um seinen Mitstreiter Johannes Bartelt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
Autor:
Dr. Wolfgang Seyfert


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