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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Eselspatt zeigt falsche Prioritäten auf
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel Flächenverbrauch in der Kritik″ (Ausgabe vom 14. November).

Es ist ein Drama in Osnabrück: dilettantische, visionslose Stückwerkarbeit mit jahrelangem Stillstand am Neumarkt, wo Unfähigkeit sich in dem Maße spiegelt, wie alle zu reinen Spielbällen von Investoreninteressen werden. Und nun reiht sich in dieses Gesamtbild eine Bestrebung ein, die wieder nichts Besseres zum Ziel hat, als erneut Flächen dem Bau eines konventionellen Gewerbegebiets preiszugeben. Wann erfüllt sich für Osnabrück der Wunsch nach einer Planungsriege, die zu einer schlüssigen Gesamtstrategie für eine nachhaltige, in wirklich zeitgemäßem Sinn zukunftsweisende Innenentwicklung fähig ist?!″
Joachim Raffel
Osnabrück

Osnabrück wie auch anderen Städten fehlt weiterhin die Initiative zu einer Priorisierung der Themen: überlebenswichtige Eindämmung der wissenschaftlich belegten, weiterhin steigenden CO2-Emissionen und die Umsetzung überzeugender Strategien zum Erhalt, nicht einmal zur Verbesserung eines menschenfreundlichen Lebensumfeldes. Als funktioniere endloses Wachstum, kommen wieder einmal knapp gewordene Ressourcen, hier der Boden, unter den Hammer. Das wird bei der Planung eines Gewerbegebietes am Eselspatt deutlich.
Wenn ernsthaft über einen Umgang mit dem Klimawandel entschieden würde, müssten stadtnahe Grünflächen durch zum Beispiel Bewaldung umgewidmet werden, um CO2 zu binden. Es müsste geprüft werden, wo bereits für die Wirtschaft und das Wohnen versiegelte Flächen genutzt werden könnten, um das zu verhindern. Lärmschutzmaßnahmen, großflächige Bebauung und eine weitere angestrebte Flächenversiegelung verringern die Stadtbelüftung, trocknen die Luft und heizen sie für alle Lebewesen gesundheitsschädlich auf. Wohin werden die Abgase der stark befahrenen A 30 ziehen?
Diese Form der Stadtentwicklung ist ein weiterer unzeitgemäßer Plan neben denen, den Neumarkt architektonisch zu , versteinern′ und die grünen Finger, von denen wir weitere benötigen, schrittweise zu verkleinern. Welch eine Diskrepanz zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Stadtpolitik!
Jenny Patzelt
Osnabrück

Der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon formulierte sein Verständnis von Städten so: , Städte sind Orte, an denen der Kampf für nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird.′
Mit dem städtebaulichen Fachpersonal der Stadt Osnabrück, an dessen Spitze der für Bauen und Umwelt zuständige Stadtrat Frank Otte (Parteimitglied der Grünen!) steht, dürfte, was diesen Kampf angeht, Osnabrück auf verlorenem Posten stehen.
Es gilt in Osnabrück ganz offensichtlich das Motto: , Bevor nicht das letzte Feld zubetoniert, die letzte Wiese asphaltiert und der letzte Baum einem Pflasterstein gewichen ist, gönnen wir der Natur keine ruhige Minute.′ Aber nein, man setzt ja auf Nachhaltigkeit, ein paar Bäumchen und Büschlein pflanzen, wasserdurchlässiges Material für Parkplätze, Zufahrten und Fahrgassen und ein wenig grün auf den Dächern und schon ist der Schaden behoben. Als ökologische Ausgleichsfläche schnell noch ein kleines Wäldchen, das sowieso schon vorhanden ist, mit Fuß- und Radwegen versehen, und siehe da, ein unvergleichliches Biotop wurde erschaffen, und alles ist besser als jemals zuvor.
Die , ökologischen Ignoranten′ […] scheinen die intellektuellen Fähigkeiten der Einwohner dieser Stadt entweder unter denen eines Strohhalms zu verorten, oder sie unterliegen der (leider nicht ganz falschen) Annahme, man könne sowieso machen, was man wolle. Dieses und weitere (zum Beispiel Fürstenauer Weg) Vorhaben der Stadt Osnabrück laufen der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland diametral entgegen, genauso wie der der , New Urban Agenda′ der UN und sicherlich noch anderen intelligenten Lösungsansätzen für nachhaltige Stadtentwicklung. […]″
Klaus Prassé
Osnabrück

Es ist aus technischer Sicht einfach, Ackerflächen mittels Neubauten zu versiegeln. Die Flächen am Eselspatt sind biologisch wertlos. Das leuchtet nach Jahrzenten des intensiven Ackerbaus mühelos ein. Könnte man sich dazu durchringen, diese Flächen während der nächsten fünf oder zehn Jahre extensiv zu bewirtschaften, so würden wir über die entstandene biologische Wertigkeit der genannten Flächen (im positiven Sinn) staunen.
Hinzu käme die Tatsache, dass die Flächen dann, noch immer unversiegelt, bei Bedarf einer Bebauung zugeführt werden könnten. Im Sinne eines sparsamen Umganges mit offenen, unversiegelten Flächen ist es zielführend, den Bedarf an Büro- und Gewerbeflächen innerhalb des Stadtgebietes erst einmal zu inventarisieren. Im Anschluss daran kann man immer noch entscheiden, ob weitere gewerblich zu nutzende Flächen hinzukommen müssen.
Nach der Erfahrung in Zeiten der Pandemie mit Homeoffice und ergänzender Digitalisierung wage ich anzunehmen, dass nach entsprechender Revitalisierung ausreichend Büroraum im Stadtgebiet bereits vorhanden ist. Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang die Menge an Kriegsschäden, welche im Bereich Neumarkt und Berliner Platz bis nahe an den Hannoverschen Bahnhof und weit in die Johannisstraße in Form von zu bebauenden oder zu sanierenden bereits versiegelten Flächen brach liegen.
Bei der derzeit herrschenden Absurdität des Negativzinses mag es lukrativ erscheinen, auch mit Blick auf zukünftigen Leerstand zu bauen. Die Zeiten pflegen sich jedoch zu ändern.″
Dr. Erhard Michel
Osnabrück

Bildtext:
Statt Feldern und Wald soll am Eselspatt in Hellern ein Gewerbegebiet entstehen.
Foto:
Swaantje Hehmann
Autor:
Joachim Raffel, Jenny Patzelt, Klaus Prassé, Dr. Erhard Michel


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