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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Wir wollen Taten sehen!″
Zwischenüberschrift:
„Parents for Future″ übergeben Klimaschutz-Forderungen an OB
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Autoverkehr aus der Stadt verbannen, bessere Radwege, CO2-Ausstoß senken: Die Parents for Future Osnabrück haben Oberbürgermeister Wolfgang Griesert eine Liste von Wünschen und Forderungen zum Klimaschutz überreicht. Auf der Treppe des Rathauses stellte sich der CDU-Politiker zum Gespräch.
Die Umweltschützer überreichten ihm dabei eine Liste von Forderungen. Sie sind Ergebnis einer Umfrage, die die Parents for Future (Eltern für die Zukunft) mit Unterstützung der Aktivisten von Fridays for Future im Umfeld der Klima-Demonstration im September durchgeführt hatten. Das Motto: Osnabrück. Zusammen cooler. Kühler. Grüner.″
Begrenzter Verkehrsraum
Ein Kreisdiagramm fasst die Anliegen zusammen. Es hat 15 Felder. Die mit Abstand größten sind autofreie Innenstadt, Radverkehr und ÖPNV. Klare Sache: Die Befragten wünschen sich vor allem eine zügige Verkehrswende. Die konkreten Forderungen stehen auf kleinen Pappsonnen, diese sind zu einer Girlande verbunden.
Ein Auszug: Ich möchte morgens entspannt und ohne Stau zur Arbeit fahren können, zu vertretbaren Kosten.″ Oder: Ich möchte eine grüne Fahrradstadt, in der das Radeln sicher ist und Spaß macht.″ Und: Ich möchte mehr Fahrradwege, sichere Fahrradwege und Tempo 30 in der ganzen Stadt.″
Dietrich Notbohm von Parents for Future benannte den zentralen Punkt, an dem die gesamtgesellschaftliche Debatte bisher stets zuverlässig kippt: Wir haben einen begrenzten Verkehrsraum. Eine Verkehrswende kann darum nur auf Kosten des Autoverkehrs gehen. Und es gibt genügend Mittel, das in Gang zu setzen.″
Diese simple Tatsache auszusprechen genügt schon, um viele Leute sehr wütend zu machen. Die Gegenseite ist aber kaum weniger gereizt. Sabina Körner, ebenfalls aktiv bei den Parents for Future, fragte Griesert mit nicht zu überhörender Ungeduld: Was wollen Sie tun, um den motorisierten Individualverkehr aus der Stadt herauszubekommen?
Griesert verwies auf den Masterplan 100 Prozent Klimaschutz″, Schwierigkeiten beim Finden des richtigen Personals für die Radverkehrsplanung, betonte aber auch die Notwendigkeit, Kompromisse zu finden: Wir reden über politische Aushandlungsprozesse in einer Demokratie.″
Zwei Seiten
Übersetzt also ungefähr: Die Parents for Future mögen sich untereinander ja völlig einig sein die Meinungen über die Verkehrswende und die nötigen und möglichen Maßnahmen für den Klimaschutz gehen in der Gesellschaft aber trotzdem nach wie vor auseinander.
Körner beklagte abgeholzte Wälder und routinemäßiges Verpassen unverbindlicher Klimaziele. Griesert konterte wiederum mit dem Verweis auf das politische Tagesgeschäft: Sie können gerne in einer Ratssitzung vorbeikommen oder sich sich selbst politisch engagieren.″
Viele scheinen davon auszugehen, dass Klimaschutz sicherlich notwendig, aber auch nicht im Handumdrehen machbar ist. Doch die Parents for Future wollen nicht länger warten. Notbohm: Die Coronakrise zeigt: Wenn der politische Wille da ist, fließt das Geld. Klimaschutz wird dagegen immer wieder auf die lange Bank geschoben. Wir wollen Taten sehen!

Bildtext:
Vertreter der Initiative Parents for Future" überreichten Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ihre klimapolitischen Forderungen. Besonders wichtig ist ihnen eine Verkehrswende weg vom Auto.
Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
Markus Strothmann


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