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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kleiner Aufwand, große Wirkung
Zwischenüberschrift:
Zeit ist Geld: Wo Busse in Osnabrück schnell schneller werden könnten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Der Osnabrücker Verkehrsbetrieb ist besorgt. Denn seine Busse kommen auf der Straße immer schleppender voran. Die Durchschnittsgeschwindigkeit unserer Linien im Stadtgebiet sinkt pro Jahr um einen Kilometer pro Stunde. Mittlerweile liegen wir nur noch bei Tempo 16 Tendenz weiter fallend″, sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Bundesweit gehöre Osnabrück damit zu den Schlusslichtern.
Einmal abgesehen davon, dass diese Entwicklung keinem Fahrgast gefallen kann: Mit der Langsamkeit nimmt auch die Unpünktlichkeit der Busse zu. Wartezeiten verlängern sich, Fahrtzeiten ebenso, Anschlüsse werden verpasst. Gleichzeitig treibt das Schneckentempo auf den Linien die Betriebskosten für den ÖPNV in die Höhe. Auf weit über eine Million Euro im Jahr beziffern die Stadtwerke den finanziellen Mehraufwand, entstehend vor allem durch überplanmäßigen Einsatz von Bussen und Busfahrern.
Es wundert also nicht, wenn das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: Im Sinne unserer Fahrgäste und unserer Wirtschaftlichkeit begrüßen wir jedes Engagement zur Umsetzung von Busbeschleunigungsmaßnahmen.″
Dazu gehört etwa die Möglichkeit für Busse, an bestimmten Ampeln im Stadtgebiet grünes Licht anzufordern. Das funktioniert bislang nur mittelmäßig was auch die Politik ärgert. Kurzfristige Verbesserungen wurden erst vor wenigen Wochen bei der Verwaltung angemahnt.
Ein anderes wirksames Mittel, um den öffentlichen Nahverkehr in Osnabrück auf Trab zu bringen, sind Busspuren. Die brauchen auch nicht unbedingt lang zu sein″, sagte Werner Linnenbrink, bei den Stadtwerken verantwortlich für das Mobilitätsangebot, unserer Redaktion bereits im vergangenen Jahr. Am Berliner Platz etwa verfügen stadteinwärts fahrende Busse seit 2017 über eine kurze eigene Fahrspur, die ihnen von Alter Poststraße beziehungsweise Wittekindstraße kommend eine ungehinderte Weiterfahrt Richtung Neumarkt ermöglicht. Früher hätten die Busse an der Kreuzung teilweise fünf bis sechs Minuten eingebüßt, so Linnenbrink. Am Ende genügte ein Eimer Farbe, um das Problem zu lösen.″
Fachleute sprechen in solchen Fällen von Quick Wins. Mit diesem englischen Begriff, der sich im Geschäftsleben eingebürgert hat, sind rasche Erfolge gemeint, die sich mit wenig Aufwand erzielen lassen. Sie scheinen im Osnabrücker ÖPNV-Netz an so manchen Stellen möglich, wie aus dem Ende 2019 von Stadt und Landkreis gemeinsam beschlossenen Nahverkehrsplan hervorgeht: Empfohlen werden dort zum Beispiel zusätzliche Busspuren von Neumarkt bis Berliner Platz und zwar in beiden Richtungen. Bei 106 Fahrten pro Stunde allein auf diesem Abschnitt würden davon besonders viele Linien profitieren, heißt es.
Eine weitere Busspur wird angeraten für die Möserstraße stadteinwärts zwischen Schlagvorder Straße und Wittekindstraße. Auf der Hermann-Ehlers-Straße (Sutthausen) könnte eine vorhandene Busspur so beschildert werden, dass sie dauerhaft als solche genutzt werden kann und nicht nur wie bislang zur morgendlichen Rushhour. Die übrigen Vorschläge betreffen etwa die Bushaltestelle Oststraße″ (Schinkel) sowie mehrere Knotenpunkte im Verlauf der Sutthauser Straße (Kalkhügel).
Die Grünen tragen die acht Punkte umfassende Vorschlagsliste jetzt als eigenen Antrag verpackt in den Stadtentwicklungsausschuss, der am morgigen Donnerstag tagt. Michael Kopatz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, hofft auf breite Zustimmung: Busverspätungen sind extrem frustrierend. Kaum vorstellbar, dass jemand seine Autoroutine überwindet und regelmäßig in den Bus steigt, wenn dieser so unzuverlässig ist.″
Es sei nicht selten, dass Fahrgäste lange auf ihren Bus warten müssen, so Kopatz weiter. Wer dann nur eine kurze Fahrtzeit habe, frage sich zu Recht, ob das öffentliche Verkehrsmittel die richtige Wahl war. Erst recht bei manchen Fahrpreisen. Ein Ticket von Westerkappeln in die Stadt kostet 7, 70 Euro. Dafür kann man eine ordentliche Leistung erwarten.″
Von den möglichen Quick Wins verspricht sich der Grüne deshalb viel. Sie erfordern nur geringen oder überschaubaren Einsatz, um große Wirkung zu erzielen. Anders gesagt: Mit etwas Fahrbahnmarkierung lassen sich vergleichsweise leicht Hunderttausende Euro einsparen und die Zufriedenheit der Fahrgäste steigern.″

Bildtext:
Busspuren wie hier auf der Wittekindstraße müssen nicht unbedingt lang sein, um den öffentlichen Nahverkehr flottzumachen. Oft reichen kurze Abschnitte.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Sebastian Stricker


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