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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Unbekannte Bilder aufgetaucht
Zwischenüberschrift:
Kölner Erben bringen zwei Ölgemälde Franz Heckers nach Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am 15. November wäre der Osnabrücker Maler Franz Hecker 150 Jahre alt geworden, am 21. November 1944 starb er. Ein geeigneter Anlass, in Osnabrück und Bersenbrück zwei bisher nicht bekannte Bilder zu präsentieren wenn Corona nicht wäre.
Der Hilferuf kam per E-Mail: Ich habe mehrere Bilder, über die ich nicht viel weiß. Können sie mir weiterhelfen? Ein Erbin aus Köln, die nach dem Tod ihrer Mutter gemeinsam mit ihren Geschwistern in den Besitz von vier Ölgemälden und einer Mappe mit Radierungen des Osnabrücker Malers Franz Hecker gelangte, hatte sich in der Kölner Unibibliothek kundig gemacht. Dr. Ulrike Hamm machte sie als Hecker-Biografin aus. Im Internet fand sie die Kontaktdaten der Kunsthistorikerin und sandte ihr die E-Mail.
Mein Interesse war geweckt, weil ich die Motive der Bilder zum Teil kannte, aber diese Werke noch nicht″, so Hamm. Zwar gebe es beispielsweise das Bild Ostfriesische Kirche″, das in ihrer Hecker-Biografie verzeichnet ist, aber darauf sind keine Menschen zu entdecken. In dem Bild, das jetzt in Köln auftauchte, hatte Hecker im Vordergrund zwei ältere Frauen gemalt, und auch im Mittelgrund sieht man mehrere Besucher die Kirche verlassen. Hecker ist dafür bekannt, dass er bestimmte Motive mehrmals malte″, so Hamm.
Nachkommen vor der Tür
Nachdem sie eineinhalb Jahre nichts von der Erbin gehört hatte, meldete diese sich im vergangenen Oktober wieder. Wir telefonierten, und dann stand sie eines Tages mit einer Schwester bei mir in Bissendorf vor der Tür.″ Im Gespräch erfuhr sie, dass die beiden Nachkommen eines gewissen Clemens Lammers sind, einem Berliner Verbandsfunktionär und Politiker, der mit Hecker gut bekannt gewesen sein musste. Es gebe in der Familie auch ein Porträt, das Hecker von Lammers angefertigt habe. Außerdem tauchte auch eine Porträtfotografie Heckers auf, die von einer gewissen Karola Lammers aufgenommen worden war, einer Tochter des Funktionärs.
Leider musste Frau Hamm den Enkelinnen mitteilen, dass die Nachfrage nach Hecker-Motiven dieser Art in den letzten Jahren nachgelassen habe: Es gibt nicht mehr so viele Leute, die solche Bilder im Wohnzimmer hängen haben. Dunkle Bilder wie die , Stille Andacht′ sind nicht mehr en vogue.″
Aber aus historischer Perspektive gebe es Interesse an den Gemälden. So habe Thorsten Heese, Kurator für Stadt- und Kulturgeschichte beim Osnabrücker Museumsquartier, signalisiert, dass er mit der Stillen Andacht″ Bezüge zu anderen Hecker-Bildern aus dem Osnabrücker Fundus herstellen könne. Das Bild mit der Ostfriesischen Kirche, das zunächst restauriert werden müsse, will Hamm möglicherweise im Rahmen einer Ausstellung im Bersenbrücker Museum im Kloster präsentieren. Eigentlich wollten wir dort im November die Sonderausstellung , Orte seines Schaffens′ anlässlich Heckers 150. Geburtstag eröffnen, der am 15. November war. Wegen der Corona-Maßnahmen ist die Eröffnung auf spätere Zeit verschoben worden″, so Hamm.
Da die Kölner Besitzerfamilie kein Interesse an einem Verkauf der beiden Bilder habe, könnte es sein, dass sie bald Eigentum der beiden Museen werden. Jedenfalls erklärte sich die Familie zu einer Schenkung bereit. Das wäre dann Anlass genug für die Osnabrücker Kunsthistorikerin, weiter über die Verflechtung der Familie Lammers und des Künstlers Franz Hecker zu forschen.

Bildtext:
Zwei Ölgemälde des Osnabrücker Malers Franz Hecker aus dem Besitz einer Kölner Familie wurden der Kunsthistorikerin Ulrike Hamm anvertraut.
Foto:
Tom Bullmann
Autor:
Tom Bullmann


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