User Online: 1 | Timeout: 21:53Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Nach 100 Jahren wieder ein Dach
Zwischenüberschrift:
Eröffnung des Piesberger Stüveschachtgebäudes im April geplant
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Rund 100 Jahre lang war das Stüveschachtgebäude ohne Dach. Mit dem dritten Bauabschnitt der Erneuerung kommt jetzt wieder eins drauf. Solide soll das neue Dach wohl sein: Der Koblenzer Hersteller Kalzip hat 2016 auch maßgeblich am neuen Schutzdach der Reaktor-Ruine von Tschernobyl mitgewirkt. Die Leute vom Osnabrücker Stahlbauer Hoving und Hellmich montierten in luftiger Höhe zunächst große, gebogene Stahlbinder. Dann schweißten sie eine provisorische Halterung an für die Trapezbleche. Diese bilden die unterste Schicht des Tonnendachs. Aber zuvor musste der Lkw plus Anhänger mit den meterlangen Blechen rückwärts die Einfahrt hoch. Das sah ziemlich knapp aus, ging dann aber doch fix. Gurte dran, Haken eingehängt, und Peter Schmidt von KVN Autokrane hob die Bleche mit dem Teleskopkran vom Hänger.
Erst auf dem Boden abgesetzt aber dann rund 20 Meter hoch auf das Stüveschachtgebäude. Franz Heidemann und Dierk Kovermann vom Förderverein Stüveschacht sahen glücklich aus. Die Sanierung des historischen Gebäudes ist ihr Projekt, aber die Finanzierung war nur mit beträchtlicher Unterstützung zu stemmen.
Denn allein das Dach kostet 220 000 Euro. Die Stadt Osnabrück und mehrere Stiftungen haben viel Geld dazugeschossen, um die Ruine im Wald am Piesberg wieder instand setzen zu lassen. Franz Heidemann: Wenn das Dach drauf ist, fehlen nur noch die großen Fenster als Witterungsschutz und die Infotafeln.″
Über die ehemalige Steinkohlenzeche Stüveschacht gibt es viel zu erzählen. Die wohl bekannteste und zugleich traurigste Episode: Am 7. September 1893 kam es hier zu einem schweren Unglück mit einem Wassereinbruch in 200 Meter. Neun Bergleute erstickten durch die Kohlensäure des Grubenwassers. Einige Osnabrücker gehen davon aus, dass der Haarmannsbrunnen in der Innenstadt an diese Tragödie erinnern soll. Doch das war wohl nicht die Absicht des Stahlwerksdirektors August Haarmann, der das Schicksal der Verunglückten zwar möglicherweise im Hinterkopf hatte, als er den Brunnen 1909 stiftete, in diesem aber ganz allgemein ein Arbeiterdenkmal sah.
Die Probleme mit dem Grubenwasser waren zur Zeit des Unglücks längst bekannt und hörten danach nicht auf. Die Bergwerksverwaltung schloss die Zeche im Juni 1898. Mehr als 1000 Bergleute verloren damals ihre Arbeit.
Der Förderverein hat mit seiner Initiative für das Stüveschachtgebäude dafür gesorgt, dass dieses Stück Osnabrücker Geschichte noch viele Jahre überdauern wird. Wenn Corona es zulässt, öffnet das Gebäude im April, zeitgleich mit der Feldbahn″, so Heidemann.
Für Leute mit Interesse an der regionalen Geschichte wird das ein echtes Ereignis, denn näher kommt man kaum heran an die vergangene Zeit des Kohlebergbaus am Piesberg.

Bildtext:
Ab nächstem Frühjahr soll die Ruine des Osnabrücker Stüveschachtgebäudes als Industriedenkmal zugänglich sein. Derzeit bekommt es erstmals seit 100 Jahren wieder ein Dach.
Fotos:
Jörn Martens
Autor:
Markus Strothmann


Anfang der Liste Ende der Liste