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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Geld allein ist nicht gut genug
Zwischenüberschrift:
Was man der Stadt für einen „Leuchtturm″ in Osnabrück bieten muss
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Am Eversburger Friedhof entsteht demnächst das Neubaugebiet Große Eversheide. Auf rund fünf Hektar bietet es Platz für ungefähr 200 Wohnungen. Vorgesehen ist ein Mix aus Ketten-, Reihen- und Doppelhäusern sowie freistehenden Einfamilienhäusern. Ein besonders großes Grundstück möchte die Stadt für gemeinschaftliches Wohnen zur Verfügung stellen.
Es liegt im Knick von Schwenkestraße und Friedrich-Wacket-Straße und misst gute 4500 Quadratmeter. Durch eine Vergabe im Erbbaurecht verspricht sich die Stadt jährliche Zinseinnahmen in Höhe von mindestens 31 850 Euro und das 60 Jahre lang. Wer bieten will, muss aber nicht unbedingt das meiste Geld in der Tasche haben″, erklärt Silke Brickwedde vom Presseamt. Um einen vordergründigen finanziellen Wettstreit″ zu vermeiden, soll vor allem das überzeugendste Konzept den Zuschlag erhalten.
Bestimmte Bedingungen
Die Stadt sei dabei für vieles offen. Die künftigen Grundstücksbesitzer können zum Beispiel gesteigerten Wert auf Ökologie legen und sich für das Quartier engagieren. Oder auf dem Grundstück, das für mindestens 30 Wohnungen reichen soll, verschiedenen Generationen oder auch besonderen Zielgruppen″ ein Zuhause geben, wie es in einer Mitteilung der Verwaltung heißt. Möglich ist aber auch etwas ganz anderes. Wir sind auf die Vorschläge für dieses Leuchtturmprojekt gespannt″, lässt sich Stadtbaurat Frank Otte zitieren.
Durch die Kontaktstelle Wohnraum wisse man im Rathaus, dass viele in Osnabrück Ideen für gemeinschaftliches Wohnen haben: Diesen Gruppen möchten wir ein Angebot machen.″
Wichtig seien neben der grundsätzlichen Idee auch Aspekte wie Architektur und kluge Konzepte″ für Energie und Mobilität. Es würden Mindestbedingungen festgelegt, die von den Bietern zwingend zu erfüllen seien.
Linkspartei unzufrieden
Dazu gehöre zum Beispiel, dass von den mindestens 1800 Quadratmeter zu schaffender Wohnfläche jeder zehnte für Sozialwohnungen reserviert bleibt und zwar über einen Zeitraum von 30 Jahren. Bei der späteren Vergabe soll laut Verwaltung das Konzept zu 70 Prozent den Ausschlag geben. 30 Prozent würde der gebotene Erbbauzins ausmachen. Der Osnabrücker Linkspartei geht das jedoch nicht weit genug. Sie verlangt in diesem Bieterverfahren eine 100-prozentige Gewichtung des Konzepts sowie einen Verkauf zum Festpreis, außerdem eine 60-jährige Dauer der Sozialbindung bei den Wohnungen.
Auch der Erbbauzins solle mindestens halbiert werden, sprich: von bislang 4 Prozent (bezogen auf einen Grundstückswert von 176, 22 Euro pro Quadratmeter) auf nur noch 1, 5 bis 2 Prozent. Die jährlichen Zinseinnahmen der Stadt würden dadurch auf einen Betrag zwischen 12 000 und 16 000 Euro sinken.
Mit diesen Forderungen bewegen sich die Linken nahe an dem, was dem Arbeitskreis Gemeinschaftliches Wohnen″ vorschwebt. Dieser setzt noch die Forderung nach einer 99-jährigen Laufzeit des Erbbauvertrages oben drauf. Der beim Osnabrücker Familienbündnis angesiedelten Runde gehören nach Angaben von Sprecher Hans-Jürgen Wilkening mindestens zwei Gruppen an, die gerne auf dem besagten Grundstück in der Großen Eversheide bauen würden sich dazu aber nur bei besseren Konditionen in der Lage sehen.
Suche nach Kompromiss
Eigentlich hätte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (StUA) am Donnerstag in der Sache eine richtungsweisende Entscheidung treffen sollen. Das Thema wurde jedoch gleich zu Beginn der Sitzung wieder von der Tagesordnung genommen.
Grund: Politik und Verwaltung wollen zunächst noch einmal gemeinsam darüber beraten, ob und inwiefern sie bestimmten Initiativen entgegenkommen können. Das letzte Wort wird der Rat dann wohl frühestens im Dezember sprechen.

Bildtrext:
Leuchtturmprojekt: Nicht weit vom neuen Landwehrviertel (oben) entfernt, liegt das Baugebiet Große Eversheide im Osnabrücker Stadtteil Eversburg. Es ist ungefähr fünf Hektar groß und bietet Platz für rund 200 Wohnungen. Der Leuchtturm in unserer Fotomontage markiert ungefähr das Grundstück für das gemeinschaftliche Wohnprojekt.
Foto:
Google Maps, GeoBasis-DE/ BKG, Colourbox.de
Autor:
Sebastian Stricker


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