User Online: 3 | Timeout: 19:28Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker Radler-Lobby kontra SPD
Zwischenüberschrift:
Frische Farbe für die Liebigstraße: Hier Lob, da beißende Kritik
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Stadt Osnabrück hat die Schutzstreifen für Radler auf der Liebigstraße neu markiert. Von der SPD-Fraktion gibt es dafür ein dickes Lob. Doch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert, die frische Farbe umgehend wieder zu entfernen. Ihm sind die Streifen viel zu schmal.
Mit Genugtuung quittiert die SPD-Fraktion, dass die Liebigstraße auf beiden Seiten wieder über Schutzstreifen verfügt. Eine unbürokratische Politik der kurzen Wege″ habe zum Ziel geführt, heißt es in der Pressemitteilung, in der sich die SPD dazu bekennt, die Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen angeregt zu haben, und zwar schon vor geraumer Zeit″.
Fraktionschef Frank Henning und seine Schinkelaner Ratskollegin Roswitha Pieszek drücken ihre Freude aus, dass unsere Initiative nunmehr umgesetzt wurde und die Arbeiten in dieser Woche schon zu deutlich sichtbaren Verbesserungen geführt haben″. Gerade in der dunkleren Jahreszeit sei es wichtig, dass Autofahrer ebenso wie Radler gut sichtbar die Verkehrsräume nutzen könnten. Eine deutliche Abgrenzung der Fahrspuren sorge für mehr Sicherheit.
Ohne Sicherheitsabstand
Das sehen der ADFC und der Osnabrücker Fahrradaktivist Daniel Doerk ganz anders. In ihrem gemeinsamen Statement kritisieren sie, dass der Fahrradschutzstreifen an der Liebigstraße ohne Sicherheitsabstand zu den parkenden Autos erneuert wurde. Radler würden jetzt in die Gefahrenzone gezwungen, wo sie von sich urplötzlich öffnenden Autotüren getroffen werden könnten. Eigentlich müsste zu den Parkstreifen ein Sicherheitsraum abmarkiert sein″, vermerkt Volkmar Seliger vom ADFC, um solche Dooring″-Unfälle zu verhindern.
Nach Einschätzung der Osnabrücker Fahrradlobbyisten können sich in der Liebigstraße zwar zwei Autos begegnen, ohne den Schutzstreifen befahren zu müssen. Aber der vorgeschriebene Überholabstand von 1, 5 Metern zu einem Radler lasse sich dann nicht einhalten. Gerade das gefährlich knappe Überholen sei aber eine große Gefahr, vermerkt Doerk. Autofahrer orientierten sich an der gestrichelten Linie und rauschten mit wenigen Zentimetern Abstand vorbei. Mit derart veralteten Schutzstreifen könne die Stadt nicht ihrem Anspruch gerecht werden, bis 2030 unter die Top 5 der deutschen Fahrradstädte zu kommen. Nur weil der Schutzstreifen vor Ewigkeiten″ einmal so aufgetragen wurde, dürfe er nicht ohne zu hinterfragen einfach erneuert werden.
Seliger und Doerk fordern eine zügige komplette Neuplanung der Liebigstraße, die als wichtigster Zubringer zum Radschnellweg diene und als letzte Meile″ in die Innenstadt führe. Ziel müsse im kommenden Jahr die Umgestaltung zur Fahrradstraße sein. Bis dahin regen beide an, die schmalen Schutzstreifen zu entfernen und Tempo 30 auf der gesamten Liebigstraße anzuordnen. Der Kritik des ADFC hat sich auch die Ratsfraktion der Grünen angeschlossen. Ein so schmaler Schutzstreifen schaffe definitiv keine Sicherheit, heißt es in einer Stellungnahme des Fraktionsvorsitzenden Volker Bajus.
Nachgemessen
Wie schmal sind die Schutzstreifen eigentlich? Wir haben nachgemessen und festgestellt, dass die Breite zwischen 90 und 110 Zentimetern variiert. Nach den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) sollten sie mindestens 125 cm aufweisen, in der Regel aber 150 cm, und zwar gemessen von der Mitte der Markierung bis zum Bordstein.
Das Schmalspurprogramm in der Liebigstraße erklärt Stadtsprecher Sven Jürgensen auf Nachfrage unserer Redaktion so: Der gute Wille sei ja erkennbar, aber es habe womöglich an der Reflexion gefehlt. Nach seiner Ansicht bringt die frische Farbe immerhin eine Verbesserung.

Bildtexte:
Eingezwängt: Radler auf dem neuen Schutzstreifen in der Liebigstraße.
Viel zu schmal findet der ADFC die Fahrradschutzstreifen in der Liebigstraße.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


Anfang der Liste Ende der Liste