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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadtbahn für Osnabrück soll auch im Kreistag Thema werden
Zwischenüberschrift:
OB Wolfgang Griesert nimmt Unterschriften entgegen
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück E-Busse sind gut, aber eine Stadtbahn wäre besser, meint die Stadtbahninitiative Osnabrück. Jedenfalls, wenn es gelingen soll, mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Trotz der Corona-Einschränkungen hat die Initiative 3155 Unterschriften gesammelt, um eine Machbarkeitsstudie anzustoßen.
Mit ihrer Petition will die Stadtbahninitiative (SBI) den Rat bewegen, ein Gutachten über Kosten und Nutzen, Chancen und Risiken einer Osnabrücker Stadtbahn in Auftrag zu geben. Die Unterschriftenaktion wurde unterstützt von Fridays for Future″. Jüngere und ältere Aktivisten berichteten übereinstimmend, dass sie an den Sammelständen unerwartet große Zustimmung für ihr Anliegen erfahren hätten. Eine Stadtbahn werde von vielen Menschen herbeigewünscht, die dem Bus oftmals eher skeptisch gegenüberstünden.
Laut SBI haben zwar vor allem Stadtbewohner die Petition unterzeichnet, aber auch mehr als 1000 Personen aus dem Landkreis. Darauf nahm Oberbürgermeister Wolfgang Griesert Bezug, als er die Mappe mit den ordentlich abgehefteten Unterschriften entgegennahm. Dabei ließ der OB zwar eine gewisse Sympathie für den Bau einer Stadtbahn erkennen, machte aber zugleich deutlich, dass hier nicht nur der Rat der Stadt Osnabrück gefragt sei, sondern auch der Kreistag. Thomas Polewsky und Johannes Bartelt von der SBI gaben ihm recht.
Um der Corona-Gefahr etwas entgegenzusetzen, fand der Termin für die Übergabe der Unterschriften nicht im Rathaus, sondern draußen an der frischen Luft statt. Die Pandemie hatte es den Mitgliedern der Stadtbahninitiative auch schwer gemacht, Unterschriften zu sammeln. Während des Lockdowns im Frühjahr mussten die Aktivitäten ruhen. Später wurde mit einer Online-Petition nachgesetzt. Dass sich dennoch 3155 Menschen mit ihrer Unterschrift für das Anliegen eingesetzt haben, halten Polewsky und Bartelt für einen beachtlichen Erfolg.
Der Oberbürgermeister erhielt von der SBI eine gemalte Vision, die den Neumarkt ohne Autos, aber mit zwei Straßenbahnen zeigt. OB Griesert hatte der Zeichner mit Helm und Renndress auf ein Fahrrad gesetzt. Thomas Polewsky mahnte das Stadtoberhaupt zur Eile, denn wenn es jetzt einen Beschuss für die Stadtbahn gebe, werde die erste Linie frühestens 2028 in Betrieb gehen können. Aus dem Rat haben bereits die Fraktionen der Grünen, der FDP und der Linken zugesagt, dass sie sich für die geforderte Machbarkeitsstudie einsetzen werden. Von der CDU und der SPD hatte es bislang keine klare Positionierung gegeben. Unsere Redaktion hat deshalb bei beiden Fraktionen nachgefragt. Die Antworten klingen wohlwollend, aber nicht verbindlich.
Für die CDU-Fraktion erklärt deren Vorsitzender Fritz Brickwedde: Unser Ziel sind wie in Groningen große Park-and-Ride-Plätze rund um Osnabrück, die nichts kosten.″ Von dort sollten im schnellen Takt E-Busse in die Innenstadt fahren, damit möglichst viele der 60 000 Einpendler nicht mit dem Auto in die Stadt kämen. Auch einer Stadtbahn stehe die CDU mit Sympathie gegenüber: So könnte es auch an einem P& R-Platz in einer Umlandgemeinde eine Straßenbahn geben, die quer durch Osnabrück in die gegenüberliegende Umlandgemeinde fährt. Das sollten Stadt, Landkreis, Umlandgemeinden und die Planos gemeinsam untersuchen.″
Für die SPD kündigt der verkehrspolitische Sprecher Heiko Panzer an, dass seine Fraktion die Machbarkeitsstudie unter zwei Bedingungen unterstützen würde. Es müsse ergebnisoffen geprüft werden, ob es ein Schienenfahrzeug sein muss oder eine andere Technologie″. Immerhin gebe es moderne Systeme auch ohne Schieneninfrastruktur, und die seien deutlich preiswerter. Zum Zweiten müsse sich der Landkreis an den Kosten der Machbarkeitsstudie beteiligen, denn im Wesentlichen gehe es bei der Untersuchung ja um die Pendlerströme.

Bildtexte:
Ein Spaß mit ernsten Absichten: So stellt sich die Stadtbahninitiative den Neumarkt der Zukunft vor. OB Griesert wurde vom Zeichner aufs Rad gesetzt.
Wegen der Corona-Gefahr nahm Oberbürgermeister Wolfgang Griesert die Unterschriften der Stadtbahninitiative im Freien vor dem Rathaus entgegen.
Ordentlich abgeheftet: 3155 Unterschriften für eine Stadtbahn bekam Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (links) von der Stadtbahninitiative ausgehändigt. Johannes Bartelt (rechts) händigte dem OB außerdem ein Bild aus, das den Neumarkt mit Stadtbahn und Griesert auf dem Rad zeigt.
Foto:
Stadtbahninitiative Osnabrück, Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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