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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
1000 neue Nachbarn in Schinkel-Ost?
Zwischenüberschrift:
Baugebiet Windthorststraße weckt weiter Befürchtungen und Hoffnungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wohnen zwischen der Gesamtschule Schinkel und der Autobahn: Auf 22 Hektar Acker entlang der Windthorststraße soll ein Baugebiet entstehen für vielleicht 300 Wohnungen für 1000 Menschen. Die Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel″ und Kleingärtner sind dagegen, während andere gerne dort bauen würden. Dieser Konflikt wurde nun einmal mehr deutlich im Bürgerforum für die Stadtteile Gartlage, Schinkel, Schinkel-Ost und Widukindland. Das Hauptargument der Gegner: Das Baugebiet würde dem Klima im Stadtteil Schinkel-Ost schaden. Viele Anwohner aus der Nachbarschaft engagieren sich deshalb in der Bürgerinitiative Naturnaher Schinkel″. Unter anderem geht es ihnen um die Kaltluft, die von einer neuen Siedlung gebremst würde. Doch ist das der Fall?
Die Stadtverwaltung jedenfalls hat die Ergebnisse einer Klimauntersuchung in ihren Plan eingearbeitet. Claudia Sierp vom Fachbereich Städtebau erläuterte im Bürgerforum, dass zwei Korridore und eine aufgelockerte Bauweise mit entsprechend ausgerichteten Häusern die Kaltluft durchlassen würden.

Bauen und Klimawandel

Die Befürchtung, dass die Temperaturen dort spürbar ansteigen würden, sei unzutreffend″. Der Anstieg werde sehr gering sein und jedenfalls unter einem Grad″ bleiben. Das beruhigt nicht alle Anwohner. Eine von ihnen richtete sich so an die Verwaltung: Sie haben Mut, wenn Sie angesichts des Klimawandels so bauen wollen.″ Stadtbaurat Frank Otte entgegnete ihr: Es gibt viele Aspekte des Klimawandels, das Bauen nimmt dabei nur einen kleinen Teil ein.″ Zu den Vorteilen einer neuen Siedlung an der Windthortstraße gehöre die Anbindung an bestehende Strukturen und Buslinien.
Zu den Gegnern des Baugebietes gehört auch Walter Leineweber, der Vorsitzende des Bürgervereins Schinkel-Ost. Er zeigte sich grundsätzlich misstrauisch gegenüber neuen Siedlungen: Osnabrück ist flächenmäßig sehr klein.″ Da müsse sich für die Stadt die Frage stellen, ob überhaupt noch Platz für größere Baugebiete vorhanden sei.
Der Kleingartenverein Weseresch fürchtet um Erweiterungsmöglichkeiten. Dessen Vorsitzender Hartmut Siefke wies darauf hin, dass ein Teil des geplanten Baugebietes im Bebauungsplan bisher als Kleingärten vorgesehen ist. Er fragte im Bürgerforum, wie es um Ersatzflächen bestellt ist. Immerhin seien dort 60 neue Kleingärten geplant gewesen. Stadtbaurat Frank Otte meinte dazu, dass es mit einem Ersatz schwierig sei, weil ja keine bestehenden Kleingärten betroffen sind. Aber: Wir haben der Politik die Interessen des Kleingartenvereins nahegebracht.″ Doch es gibt nicht nur Gegner des Projekts, und mancher, der dafür ist, bezweifelt, dass es den Kritikern wirklich in erster Linie um den Klimaschutz geht.
Ein Befürworter äußerte sich so: Bürgerinnen und Bürger, die gerade selbst dort gebaut haben, wollen verhindern, dass sich dort weitere Menschen ansiedeln.″

Konsens suchen?

Weitere Anwohner meldeten sich per Chat und ergänzten damit das als Videokonferenz abgehaltene Bürgerforum um Beiträge ohne Bild und Ton. Simon Vehring von der Stadtverwaltung las deren Anmerkungen vor. Ein Anwohner schrieb, dass nicht jeder Bürger gegen das geplante Baugebiet sei. Sein Seitenhieb auf die Gegner: Es sollten keine Extrempositionen bezogen werden.″ Besser sei es, einen Konsens zu suchen. Ein weiterer Anwohner schrieb, dass dieses Wohngebiet vor allem im Interesse von Familien zu begrüßen sei.
Bürgermeisterin Eva-Maria Westermann, die das Bürgerforum leitete, stellte fest, dass der Plan noch nicht fertig ist und noch viele Untersuchungen anstehen: Das ist ja erst einmal ein Vorentwurf.″ Auch mit der Bürgerbeteiligung wird es weitergehen, versprach sie: Mitte nächsten Jahres haben wir einen konkreteren Plan, in den Sie einbezogen werden.″

Bildtext:
Blick aus Richtung Osten: Auf einer 22 Hektar großen Fläche entlang der Windthorststraße zwischen Autobahn und Gesamtschule plant die Stadt ein Baugebiet. Im Bürgerforum diskutierten Gegner und Befürworter.
Foto:
Geodaten Osnabrück
Autor:
Jann Weber


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