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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hotelkette steigt am Neumarkt aus
 
Briten übernehmen Hotel am Neumarkt
Zwischenüberschrift:
Corona und die Folgen für die Hotelprojekte in Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Die Hamburger Centro-Hotelkette gibt eines von zwei ihrer Hotelprojekte in Osnabrück auf. Wegen der tief greifenden Folgen der Corona-Krise verzichtet Centro auf das geplante Ninety-Nine-Hotel in der ehemaligen Sportarena. Ein Hotel wird dort trotzdem gebaut, wie Imobilienbesitzer Theodor Bergmann versichert. Er hat nach eigenen Angaben mit dem britischen Whitbread-Konzern einen neuen Mieter, der in dem Neubau ein Hotel der Marke Premier Inn einrichten will. Ein langfristiger Mietvertrag sei unterschrieben, so Bergmann. Das zweite Hotelprojekt am Neumarkt, das Boutique-Hotel im sogenannten Zauberwürfel, will die Centro-Gruppe dagegen wie geplant umsetzen. Die Corona-Krise wirkt auch auf andere Hotelprojekte in der Innenstadt, macht die Investoren aber nicht nervös.

Osnabrück Das Fragezeichen über dem Hotelneubau am Osnabrücker Neumarkt wurde zuletzt immer größer jetzt ist es weg: Immobilienkaufmann Theodor Bergmann hat einen anderen Betreiber gefunden, der Osnabrück schon lange auf dem Kieker hatte.
Die Hamburger Centro-Hotelgruppe ist raus. Das Unternehmen, das nach eigenen Angaben über 80 Hotels in Deutschland und Österreich betreibt, wollte im ehemaligen Sportarena-Haus (Neumarkt 3) ein Hotel unter dem Markennamen Ninety-Nine eröffnen. Die Corona-Krise hat diese Pläne zerschlagen. Nach Informationen unserer Redaktion trennt sich die Centro-Gruppe von insgesamt 16 Projekten in Deutschland, zu denen auch das Haus an der Hase gehört.
In die Bresche springt der Whitbread-Konzern mit Hauptsitz in London. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als führender Hotelbetreiber im Vereinigten Königreich″. Zum Konzern gehören bekannte Hotel- und Gastro-Marken wie Pizza-Hut, Maredo, Premier Inn und Marriott.

Auf der Wunschliste

In der ehemaligen Sportarena soll ein Premier-Inn-Hotel entstehen, wie Immobilienbesitzer Theodor Bergmann unserer Redaktion mitteilte. Ein Mietvertrag mit 25-jähriger Laufzeit sei unter Dach und Fach. Der Whitbread-Konzern wollte sich auf Anfrage dazu nicht äußern. Aktuell können wir keine konkreten Aussagen darüber machen, wie genau der Deal aussieht. Gerne informieren wir Sie Anfang Dezember″, teilte eine Sprecherin schriftlich mit.
Premier Inn ist auf den Britischen Inseln eine weit verbreitete Hotelmarke. Mehr als 800 Häuser mit rund 80 000 Zimmern gibt es nach Firmenangaben unter diesem Namen in Großbritannien und Irland. Seit 2016 drängt Premier Inn mit Macht auf den deutschen Markt: Wir sind immer auf der Suche nach passenden Grundstücken und Immobilien″, heißt es auf der Homepage. Angeschlossen ist eine Karte mit den Wunschstandorten. Und, siehe da, auch Osnabrück ist als eine von 50 Wunschstädten aufgeführt. Ende dieses Jahres wird Premier Inn das erklärte Ziel erreichen, 20 Hotels in Deutschland zu betreiben. Weitere 20 Häuser sollen bis Ende 2023 hinzukommen.
Zu diesem zweiten Paket gehört auch das Premier Inn Osnabrück. Theodor Bergmann drängt darauf, 2021 mit dem Neubau an der Sportarena-Ecke beginnen zu können. Die Stadt hat seine Bauvoranfrage im Wesentlichen positiv beschieden. Ein wichtiges Detail ist aber noch ungeklärt: Die oberen Geschosse des Neubaus sollen wie das bisherige Gebäude auch zur Hase hin über den Gehweg ausragen dürfen. Bergmann will die Baugrenze um 80 Zentimeter überschreiten. Dazu bedarf es allerdings der Zustimmung der Nachbarn, die noch fehlt.
Während Premier Inn expandiert, fährt die Hamburger Centro-Gruppe wegen der Corona-Folgen ihre Expansionspläne zurück. Die wichtige Nachricht für Osnabrück: Der Zauberwürfel″ vor dem Neumarkt-Carrée (mit H& M) ist davon nicht betroffen. Centro hält an dem Plan fest, hier unter der Marke Boutique-Hotel im kommenden Jahr eine Drei-Sterne-Herberge mit 80 Zimmern zu eröffnen. Der Tiefbau ist abgeschlossen, der Hochbau hat begonnen.
Auch das dritte Hotelprojekt im Umfeld des Neumarktes, der Neubau auf dem früheren Sinn-Leffers-Gelände an der Johannisstraße, steht trotz Corona nicht infrage. Für uns steht definitiv fest, dass wir an der Realisierung des Projektes in der Johannisstraße festhalten. Daran bestand auch zu keinem Zeitpunkt ein Zweifel″, teilte eine Sprecherin der LIST Develop Commercial aus Nordhorn auf Anfrage mit.
Sie räumte ein, dass die weitere Entwicklung schwierig abzuschätzen sei. Deshalb räumen wir uns derzeit etwas mehr Zeit als vor Corona für die Analyse und Interpretation der Rahmenparameter ein. Wir beobachten laufend die Entwicklung der Lage und tauschen uns dabei eng mit unseren Projektpartnern aus. Außerdem spüren wir in unseren Projekten auch die eine oder andere Verzögerung.″ Eigentlich sollten im Oktober die Bauarbeiten beginnen. Derzeit sei das Projektteam noch in den finalen Zügen der Ausführungsplanung″. Zur Vermietung der Erdgeschossflächen konnte die Sprecherin noch nichts Neues preisgeben″.
Geplant ist ein fünfstöckiges Gebäude mit 10 000 Quadratmeter Nutzfläche. Das Unternehmen GS Star mit Sitz in Grünwald bei München will hier ein Super-8-Hotel für Kurzzeitgäste (192 Zimmer) und ein Boardinghouse der Marke Arthotel Ana Living (54 Zimmer) eröffnen.

Wer überlebt?

Das Beherbergungsgewerbe leidet katastrophal″ unter der Corona-Krise und den Reisebeschränkungen, wie Ira Klusmann sagt, Chefin des Vienna House Remarque und des Stadthallen-Hotels Vienna House Easy. Auch die Zahl der Geschäftsreisenden ist dramatisch eingebrochen, weil die großen Unternehmen derzeit kaum noch Dienstreisen zulassen.
Der Hotelmarkt in Osnabrück war in den vergangenen Jahren durch ein explosionsartiges Wachstum gekennzeichnet. Zwischen 2014 und 2016 gingen acht neue Beherbergungsbetriebe an den Start, die Zahl der Betten stieg in diesen zwei Jahren um 32 Prozent. Der Geschäftsführer des Hotels- und Gaststättenverbandes Dehoga, Dieter Westerkamp, äußerte schon damals die Befürchtung, dass kleinere Betriebe überrollt werden. Die Corona-Krise werde den Prozess weiter beschleunigen, sagt Westerkamp. Das Wachstum sei nicht aus dem Markt gekommen, sondern vom Kapitalmarkt getrieben. Vorhandenes Geld müsse in Zeiten von Negativzinsen irgendwo angelegt werden. In der Hotelbranche seien die Renditen bis zum Ausbruch der Pandemie vergleichsweise gut gewesen. Westerkamp ist überzeugt, dass die geplanten Hotelneubauten in Osnabrück wie geplant umgesetzt werden. Die Frage ist nur, welche Häuser dafür über die Klinge springen.″

Bildtexte:
Das ehemalige Sportarena-Gebäude steht zum Abriss bereit. Hier will jetzt die britische Whitbread-Gruppe ein Premier-Inn-Hotel eröffnen. Die Centro-Gruppe steigt aus.
Hotel statt Sportarena. So soll es werden.
Die Arbeiten am Zauberwürfel schreiten voran.
Auf dem sogenannten Baulos 2 am Neumarkt entsteht der Zauberwürfel mit Hotel. Das Bild zeigt den Stand der Arbeiten Ende Oktober.
Der Zauberwürfel
Fotos:
Jörn Martens, M. Gründel
Grafik:
pbr, B& B
Autor:
Wilfried Hinrichs, Sebastian Stricker


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