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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Inklusion: nur ein soziales Modewort?
 
Inklusionsangebote im Osnabrücker Sport
 
Inklusionsangebote in Osnabrücker Sportvereinen
 
Inklusion - bei uns schon lange Normalität
 
Therapeutisches Reiten zur Kinderstärkung
 
Sportivationstag - Osnabrück 2013
Zwischenüberschrift:
Eine Einführung in das Thema
 
Ein Interview mit Jutta Schlochtermeyer - Fachwartin für Behindertensport im Stadtsportbund Osnabrück
 
Behinderten-Fußball bei RW Sutthausen
 
Rollstuhl-Sport-Club Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Inkusion: ein soziales Modewort? So könnte man eine oberflächliche Wahrnehmung beschreiben, denn viele Zeitgenossen sind dieses seit Monaten medial arg strapazierten Begriffs bereits doch schon etwas überdrüssig. Schaut man allerdings genauer hin, so erkennt man schnell, dass es hierbei um ernste Absichten im Sinne einer Weiterentwicklung zu einer für alle gerechten Gesellschaft geht.
Worum geht es? Seit den Beschlüssen der UN-Behindertenrechts-Konvention (2006) und der Ratifizierung durch die Bundesregierung (2009) gilt für alle gesellschaftlichen Bereiche in Deutschland, das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen bzw. nachhaltig zu fördern. Jeder Mensch soll danach gemäß seiner Interessen und körperlich-geistigen Voraussetzungen überall mitmachen kiinnen oder mit einbezogen werden; dafür haben alle gesellschaftlichen Bereiche die organisatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen! Dabei sollen vor allem Menschen mit einem Handicap zu einem gemeinsamen Miteinander mit Nichtbehinderten ermuntert werden, insofern versteht sich Inklusion auch als eine konsequente Weiterentwicklung integrativer Formen, bei der die Gruppen eher nebeneinander agieren.
Soweit die Beschlusslage, was aber ist bisher geschehen? Bereits in der Arbeitswelt und in der beruflichen Bildung gibt es seit Jahren ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung (spezielle Arbeitsplätze und Ausbildungsstätten); seit diesem Schuljahr werden auch Kinder und Jugendlich in alleallgemein bildenden Regelschulen aufgenommen, wenn sie bzw. ihre Eltern es wünschen!
Für den Sport, auf den wir in dieser Ausgabe einen besonderen Schwerpunkt legen; bedeutet Inklusion im Besonderen, wenn alle mitplanen, mitorganisieren und mitmachen können, keiner ausgeschlossen wird, Unterschiedlichkeit kein Problem ist und Anderssein normal ist (Sportbund Niedersachsen).
Seit 2009 ist man daher sowohl auf den Verbandsebenen als auch in den Vereinen eifrig dabei, inklusive Sportangebote anzubieten und nach und nach zu installieren, immer getragen von dem Anspruch, Menschen
mit und ohne Behinderung zu einem gemeinsamen Sporttreiben anzuregen. Inzwischen sind bereits einige nationale Yorzeigeprojekte entstanden, die auf beeindruckende Weise inklusive Sportaktivitäten präsentieren (z.B. LinaS-Lingen, TABALiNGO- Stolberg). Aber auch im Bereich des Stadtsportbundes Osnabrück sind unter Federführung der Inklusionsbeauftragten Jutta Schlochtermeyer schon etliche Sportangebote bei den Vereinen eingerichtet und haben bereits Viele zum Mitmachen angeregt. Das wird ein langer Weg″, betont dabei Jutta, Schlochtermeyer, aber es lohnt sich für uns alle, ihn mitzugehen! Bei allen Trainingsbesuchen der hier beispielhaft vorgestellten Sportangebote konnten wir erleben, mitwelchem Spaß und Engagement alle Beteiligten bei der Sache Waren; hier wurde Inklusion sportlich verwirklicht, nämlich einfach miteinander gespielt!
So gesehen ist Inklusion kein soziales Modewort, sondern.beinhaltet eine fortwährende Aufgabe für den Sport, aber auch für uns alle, weiter an der Verwirklichung einer gerechten und menschenwürdigen Gesellschaft mitzuwirken.

Der Begriff Inklusion ist ja seit geraumer Zeit in aller Munde. Aber was müssen wir uns genau darunter vorstellen?
Nach allgemein gültiger Interpretation ist darunter zu verstehen, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhält, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter.

Wie hat sich diese InkIusionsidee im Bereich des Osnabrücker Sports entwickelt?
Aufgrund der Übernahme der Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesregierung 2009 haben die Sportverbände überall entsprechende Fachausschüsse gebildet, so auch der Stadtsportbund Osnabrück.

Wie haben Sie versucht, diese Ideen an Gruppen undivereine heranzutiragen?
Wir vom Verband sind da natürlich initiativ geworden und haben viele Vereine aufgesucht undiihnen das Konzept eines inklusiven Sports vorgestellt. Dabei sind wir größtenteils auf Akzeptanz, teilweise sogar auf großes Interesse gestoßen. Allerdings gab es auch viel Unverständnis und Unkenntnis, besonders darüber, wie solche Sportangebote or-
ganisiert werden können.

Wie sollten inklusive Ansätze im Bereich Sport denn aussehen?
Wichtig ist, gemäß der allgemeinen Definition von Inklusion, die Sportangebote so zu gestalten, dass alle mitmachen können, keiner ausgeschlossen wird und Unterschiede kein Problem sind. Das ist natürlich ein hoher sozialer Anspruch, deninan nicht einfach verordnen oder einfordern kann, sondern er muss in kleinen Schritten von der Basis aufgebaut werden, denn einen Anspruch auf Bewegung und.Sport hat schließlich jeder in der Gesellschaft.

Wie sehen Sie derzeit die Möglichkeiten für die Umsetzung im Sportbereich?
Wir stehen zurzeit noch ganz am Anfang dieser Aufgabe zu einem gemeinsamen Sporttreiben. Hier gilt es vor allem für mich, noch reichlich Überzeugungsarbeit zu leisten und nach und nach im Kleinen solche Sportgruppen aufzubauen. Da sowohl die Menschen mit Behinderung (im Sport Handicap 1-3 genannt) als auch die Nichtbehinderten hier erhebliche Berührungsängste oder zumindest Vorbehalte haben, wird es sicher noch zwei Generationen dauern, bis diese Zielsetzung annähernd verwirklicht werden kann.

Was muss sich dafür bei allen Beteiligten grundlegend verändern?
Insgesamt müssen wir alle die Unterschiedlichkeit von Menschen begreifen und unsere Haltung dahingehend verändern, dass wir die Sportangebote so anpassen, dass alle mitmachen können.

Was gehört dazu, damit ein so langer Prozess erfolgreich sein kann?.
Dazu gehören immer besonders engagierte Menschen, die mit Offenheit für Neues und großer Leidenschaft mithelfen, inklusive Sportangebote auf den Weg zu bringen. Dafür gibt es bereits auch in Osnabrück einige Beispiele im Fußball, Judo, Tanzen, Turnen und Basketball, die alle nur durch die engagíerte Arbeit der jeweiligen Übungsleiter entstanden sind. Daneben bedarf es auch Finanzieller Unterstützung, die bereits seit Jahren in vielene Sport-Verbänden zur Verfügung steht, wenn auch zurzeit noch überwiegend bei separaten Angeboten für Handicap-Sportler″, zum Beispiel die Fußballliga für behinderte Fußballer des Niedersächsischen Fußballverbandes oder die Rolli-Basketballer innerhalb des Deutschen Basketball Bundes. Dies ist ein hoffnungsvoller Anfang, an dessen Ende die Verwirklichung von inklusiven Angeboten in Form gemeinsamer Sportteams, - ligen oder - turnieren stehen könnte. Außerdem leistet das Land Niedersachsen aufgrund» des Sportförderungsgesetzes erhebliche Unterstützung in Finanzieller und logistischer Hinsicht, besonders für die Vereine und ihre Übungsleiter. Daneben erfahren wir große Unterstützung bei vielen Inklusionsprojekten durch die Aktion Mensch″. Hierzugibt es auch einen sehr informativen Film zum Thema Inklusion.

Was soll die Inklusion für den Menschen mit Behinderung bringen?
Hierbei muss ich darauf hinweisen, dass es nicht bedeutet, dass diese Personen künftig überall im Sporttreiben mitmachen sollen oder müssen, sondern es sollte ihnen auch die Wahlmöglichkeit zum selbstbestimmten Sport durch vielfältige Angebote eröffnet werden.

Gibt es hier in Osnabrück neben den Aktivitäten einzelner Vereine, die wir noch näher vorstellen werden, bereits inklusive Veranstaltungen?
Ja, zum Beispiel hat in diesem Jahr (am 18.09.13) zum 3. Mal ein sogenannter Sportivationstag″ für Schülerlnnen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit Nichtbehinderten auf der Illoshöhe in Osnabrück stattgefunden. Dort konnten alle das DSB-Sportabzeichen erwerben oder an alternativen Spielformen teilnehmen. Diese Sporttage wurden bisher gut besucht, so waren im letzten Jahr ca. 800 Kinder und Jugendliche dabei. Dabei machten alle Gruppen sowohl von den Förderschulen Montessori-Osnabrück und der Paul-Moor-Schule-Bersenbrück als auch den Kooperatíonsklassen aus Regelschulen sichtbar engagiert mit.

Abschließend betrachtet, wo sehen sie mittelfristig am ehesten InklusionsmögIichkeiten im Sport?
Vor allem zunächst im Breitensport, da dort die nötige Offenheit Schon größtenteils vorhanden ist, weniger im Leistungssport, da hier die. Verbände noch zurückhaltend sind. Allerdings könnte das Beispiel des Sprinters Pistorius bei den Olympischen Spielen in London 2012 neue Wege öffnen. Im Schulsport steht uns sicher noch ein langer Weg bevor, da viele Lehrkräfte, kaum entsprechend ausgebildet sind und auch der Leistungsgedanke, noch zu sehr überwiegt. Hier gilt es, die Lehrerausbildung zu reformieren und die Sporthallenausstattung vielfältiger auszustatten. Wichtig ist, dass alle Kinder durch verschiedene Angebote, Sport treiben können und sich gemeinsam bewegen wollen, denn wenn Inklusion zur Normalität werden soll, dann kann es sich nur von unten″, von den Kindern weiterentwickeln.

I Seit 2008 trainieren Menschen mit Behinderungen jeden Freitag zwei Stunden als Fußballgruppe. Zurzeit sind es etwa 15 Spieler zwischen l8 und 35 Jahren, die auch am Spielbetrieb der Behinderten Fußballliga , des niedersächsischen Fußhallverbandes (BFLN) teilnehmen. Die Betreuer und Heilpädagogen, Christian Schwarz und Stefan Braun, spielen dabei mit und achten besonders darauf, dass ihre Spieler nicht nur, ihre sportliche Kompetenz verbessern, sondern auch soziale Fähigkeiten weiterentwickeln (Gemeinschaftssinn, Rücksicht Kommunikation untereinander, Zielstrebigkeit, Einsatz etc.). Die Mitspieler werden dabei zuvor von den beiden Übungsleitern auf ihre Eignung für den Teamsport im kognitiven und affirmativen Sinne geprüft und ausgesucht. Während des Trainings geben die Betreuer sehr oft Verhaltenshinweise an die Spieler weiter, wobei Lob als auch Tadel gleichermaßen verteilt sind. Wichtig ist, erklärt Betreuer Stefan Braun, dass die Spieler ihr verhalten nachhaltig überprüfbar wahrnehmen und ihr Handeln entsprechend allmählich verändern, was über den Sport zumeist schnell erreichbar ist. Die beteiligten Spielers sehen das Ganze so: Seit ich hier mit Fußball spiele, bin ich allgemein besser drauf und verstehe, mich mit meinen Arbeitskollegen auch besser″, so Markus, der seit nunmehr einem Jahr dabei ist. Durch die Liga haben wir noch mehr Anreiz, viel zu trainieren und Leistung zu bringen! Das Gute ist, dass wir eine echte Kameradschaft haben und alle mitziehen″, so der abegeisterte Torwart des Teams, dem auch die Übungsstunden am Freitagnachmittag nach Feierabend nichts ausmachen. Ein interessantes Projekt, das im Übrigen in vollkommener Trägerschaft des Vereins RW Sutthausen stattfindet, das heißt, den Spielern entstehen keine Kosten. Eine gänzliche Inklusion beim Fußball hält Schwarz allerdings für nicht leistbar, da die sportlichen und intellektuellen Fähigkeiten zwischen den beiden Sportgruppen zu unterschiedlich sind und unliebsame Ausgrenzungen die zwangsläufige Folge wären. Die besondere inklusive Leistung des Vereins besteht vielmehr darin, dass hier eine Gruppe mit Behinderung als ganz normale Abteilung unter vielen im Club existiert und so auch selbstverständlich am Vereinsleben teilnehmen kann (Feiern, Jubiläen, Sportwochen etc.).

Judoclub e.V./ HEilpädagogische Hilfe

Bereits seit 1981 wurde eine Judogruppe für Menschen mit Behinderung bei der Heilpädagogisehen-Hilfe Osnabrück-Sutthausen vom Judoka Friedhelm Kükelhahn aufgebaut. Im Laufe der vielen Jahre hat sich die Zahl der regelmäßig übenden Teilnehmer auf nahezu 20 erweitert, wobei auch einige Nichtbehinderte mitmachen. Sie trainieren einmal wöchentlich unter der kompetenten Anleitung ihrer Trainer, Peter Ackermann (1. DAN-Judo) und Friedhelm Kükelhahn (6. DAN-Judo). Man merkt dabei Friedhelm, wie er liebevoll von seinen Kämpfern* gerufen wird, seine 83 Jahre überhaupt nicht an, ganz im Gegenteil, er macht alle Übungen gekonnt vor und achtet dabei immer auf den gegenseitigen Respekt voreinander. Der in Insiderkreisen oft als OS-Judopapst″ titulierte Kükelhahn ist selbst seit 1960 bereits maßgeblich im Judosport aktiv und genießt insoweit überall hohe Wertschätzung. Den Mitkämpfer immer achten und ihm respektvoll begegnen″, so sein unumstößliches Motto, das er nicht nur auf Judokas bezieht! Mit diesem: Anspruch trainiert er seit etlichen Jahren leidenschaftlich gern die Gruppe von der HHO-Sutthausen. Als Zuschauer merkt man da sofort, wie die Kämpferinnen und Kämpfer besonders höflich miteinander umgehen, sich begrüßen oder verabschieden, sich gegenseitig helfen und sehr diszipliniert die Anweisungen des Trainers aufnehmen.″
Er hilft uns immer und ist nie sauer, wenn ich die Griffe nicht so schnell hinkriege″, äußert sich Judoka Sandra, für die bestimmte Techniken wegen ihrer Unterarm-Anomalie schwerer erlernbar sind. Aber Friedhelm bleibt gleichermaßen geduldig und beharrlich und hat so erreicht, dass alle seine Schüler inzwischen etliche Leistungsprüfungen für diverse JUDO-Gurte bestanden haben! Es fallt dem Beobachter des Trainings weiter. auf dass die Teilnehmer gerne und völlig unbefangen gegenseitig Hilfestellung geben, das gilt besonders auch für die zwei mittrainierenden, . nichtbehinderten HHO-Mitarbeiter, die es so verstehen:
Wichtig ist für uns, dass die Techniken gelingen und wir aller Spaß am Üben und auch am Erfolg haben! Da spielt das Handicap keine Rollel″ Eine wahrhaft inklusive Einstellung!
Und Erfolg wollen auch diese Sportler haben, nehmen sie doch seit Jahren an Judo-Turnieren für Menschen mit Behinderung im ln- und Ausland teil. Ob in Dresden oder Wyhlen, ob in Gent, Derby oder Harlem - viele Pokale und Urkunden zeugen von interessanten und erfolgreichen Teilnahmen. Alle Kämpfer sind dabei zuvor von ihren Trainern je nach Behinderungsgrad in Handicap . eins bis drei eingestuft worden und können dann in verschiedenen Gewichtsklassen antreten; Wobei nichtbehinderte Teilnehmer nur in handicapfreien Klassen kämpfen dürfen.
Diese interessanten Reisen, die vielen Begegnungen und nieht zuletzt auch die Erfolge haben diese Gemeinschaft der HHO-Judoka immer weiter gefestigt nd vor allem auch dafür gesorgt, dass der Zulauf neuer Mitglieder bis jetzt anhält. Wer einmal beim Training zugeschaut hat, kann diese Entwicklung nachvollziehen und Friedhelm zu seinem inklusiven Lebenswerk″ nur beglückwünschen. Jeder Interessierte ist herzlich willkommen, mal freitags um 14.30 Uhr in der Sporthalle der HHO-Sutthausen vorbeizuschauen″, so seine ebenso óffene wie nette Art der Einladung an alle Mitmenschen mit oder ohne Behinderung.

Beim Rollstuhl-Sport-Club (RSC) Osnabrück steht man dem aktuell so beachteten Thema Inklusion eher entspannt gegenüber, denn der Verein praktiziert das sportliche Miteinander von Nichtbehinderten und Menschen mit Behinderung (Handicap) bereits seit über 25 Jahren! Nach Gründung des aus der TSG Burg Gretesch hervorgegangenen RSC Osnabrück (1988) wurde bereits früh festgelegt, dass interessierte Begleitpersonen der Rollstuhlsportler auch die Möglichkeit zum Mitspielen haben sollten. So sind nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Heiner Artkamp mittlerweile von den ca. 70 Clubmitgliedern in den Basketballund Tischtennisteams ganz selbstverständlich auch etliche nichtbehinderte Sportler (Fußgänger) aktiv mit von der Partie.
Die meisten Sportler haben dabei über verschiedene REHA-Einrichtungen den Weg zum RSC Osnabrück gefunden und machen seitdem in den beiden Sport-Abteilungen (Basketball oder Tischtennis) engagiert und mit sichtbarer Freude mit. Dabei müssen neben den üblichen Vereinsbeiträgen auch alle die Sportausstattungen und Fahrten zu Auswärtsspielen mitfinanzieren, wenn auch einige Sponsoren ausdem REHA-Bereich den RSC unterstützen.
Beim - Basketball sitzen die Fußgänger/ innen″ ebenso angeschnallt in den Sportrollstühlen, bekommen allerdings bei der Handicapeinstufung die höchste Punktzahl.( 4, 5). Dies ist wichtig, damit es bei den Wettkämpfen möglichst gerecht zugeht. Alle übrigen Spieler haben entsprechend dem Grad ihrer Behinderung ein. zuvor. festgelegtes Handicap (1, 0 - 4, 0), wobei den mitspielenden Frauen (auch die gibt es in jedem Team) einen Bonus von 1, 5 Punkten erhalten. Insgesamt beträgt jeweils die Obergrenze pro Team 14, 5 Punkte.
Beim Training erkennt man an den verschwitzten Spielern schnell, wie anstrengend Rollstuhl-Basketball eigentlich ist, besonders dann, wenn Cheftrainer Frits Wiegmann wieder Konditionsarbeit verlangt. Als ehemaliger deutscher, Bundestrainer wirkt er dabei besonders ehrgeizig, möchte, er doch mit dem vor drei Jahren abgestiegenen RSC Osnabrück möglichst bald wieder in die 1. Bundesliga zurück.
Beim Tischtennis hingegen kommt es im Training und bei offenen Turnieren″, sogar oft zu Partien zwischen richtigen Fußgängern″ und Rollispielern″, wobei nicht immer die Fußgänger gewinnen″, wie Betreuerin Alexandra Müller-Otte augenzwinkernd anmerkt. Bei den Liga-Spielen müssen allerdings wegen der Chancengleichheit die Fußgänger in die Rollis, wobei die aus zwei Spielern bestehenden Teams den Sieger in vier Einzel- und einer Doppel-Partie ermitteln.
In allen Teams, in denen Männer und Frauen, mit oder ohne Behinderung, gemeinsam für ihren Erfolg kämpfen, gibt es zudem auch keine Altersbeschränkungen. So spielen beim RSC 40- bis 50-jährige ganz selbstverständlich im Rahmen ihrer körperlichen Fähigkeiten mit.
Beim wöchentlichen.Training kann man den Eifer aller Beteiligten gut erkennen, wobei die unterschiedlichen körperlichen und geistigen , Voraussetzungen überhaupt keine Rolle spielen, alles wirkt völlig entspannt, eben vollkommen normal!
So kann Inklusion nachhaltig gelingen, der RSC Osnabrück geht diesen Weg bereits lange und erfolgreich! Näherees zu diesem Club» auf www.rsc-osnabrueck.de″ oder beim Training in der Sporthalle am Goethering, OS, jeweils dienstags und donnerstags ab 18.00 Uhr.

Foto:
Helga Duwendag-Strecker

Was darf unter Therapeutischem Reiten″ und Inklusion verstanden werden? Im Rahmen des internationalen Reitsportfestivals Horses & Dreams″ in Hagen a.T.W. wurde Gelegenheit gegeben, bei einem bunten und kurzweiligen Schauprogramm diese Begrifflichkeiten differenziert zu betrachten. Einblicke wurden beispielsweise in die Hippotherapie″, die heilpädagogische Förderung mit dem Pferd″, das Reiten als Sport für Menschen mit Behinderung″, Kinder mit Pferden starkimachen″ sowie Therapeutisches Reiten an Kindergärten und Schulen″ gewährt.
Sinn und Zweck des therapeutischen Reitens sind, dieindividuellen und sozialen Kompetenzen zu stärken. Freude und Spaß stehen dabei besonders im Vordergrund! Unter Hippotherapie″ wird der medizinische Einsatz auf neuro-physiologischer Basis verstanden, unter anderem bei Ataxien (Störung der Bewegungskoordination und Haltungsinnervation. Ataxie äußert sich in unkontrollierten und überschüssigen Bewegungen und Spastiken. Fehlt hier zum Beispiel bei Kindern und Jugendlichen der Sinn fürdas Gleichgewicht, wird dieses auf dem Pferd trainiert und wieder ausgeglichen.
Eine , Heilpädagogische Förderung″ mit dem Pferd hat das Ziel, Menschen mit Behinderung/ en (Geistige-, Lern- u. Sprachbehinderung) neue Körpererfahrungen sowie ein angstfreies Lernen ohne Leistungsdruck zuvermitteln. Wichtig dabei ist ebenfalls, dass sämtliche Vor- und Nacharbeiten wie Fütterung und Putzen″ des Pferdes mit übernommen werden. Durch das Beobachten und klare Ansagen an das Pferd, gewinnen die Menschen deutlich an Koordination, finden Vertrauen in sich und in die Außenwelt. Die Aufmerksamkeit und Wahrnehmung wird im Kindesalter (etwa vier bis sieben) dadurch nachweislich gefördert.
Beim Reiten als Sport″ steht der Grundgedanke der Inklusion im Vordergrund. Menschen mit cerebralen (zum Hirn gehörenden) Störungen, sei es durch Reitunfälle oder angeborene Störungen, wird hierdurch Vertrau-
en in die eigenen Fähigkeiten vermittelt. Integratives Voltigieren″ hat den Hintergedanken″, Jugendlichen durch Schritt″ und Galopp″ dem Pferdesport näher zu bringen.
Bei Kinder mit Pferden stark machen″ steht schwerpunktmäßig die Frühförderung im Vordergrund. Alles, Vor- und Nacharbeiten, soll auf Augenhöhe geschehen, so entsteht Vertrauen.
Der Dipl.-Pädagoge - und Dipl.-Psychologe Bernhard Ringbeck aus Münster fe konnte vom Deutschen Kuratoriumg für Therapeutisches Reiten e. V.″ mit Sitz in Warendorf für die Projekte Kinder mit Pferden stark machen″ und Therapeutisches Reiten an Kindergärten und Schulen″ gewonnen werden. Als Vater der Idee und aufgrund seines starken Engagements ist es in der Zwischenzeit gelungen, an ca. 50 Schulen im Großraum Münster Therapeutisches Reiten als Förderunterricht fest auf den Unterrichtsplan zu setzen. Das sogenannte Münsteraner Modell″ steht Pate für das bundesweite Projekt des Kuratoriums, welches auch Kindergärten einschließt.
Trotz nachweislicher Erfolge bei geschädigten und kranken. Menschen wird das Therapeutische Reiten leider nicht von den Krankenkassen unterstützt. Es lebt allein von Spenden.Die hier zum Einsatz kommenden Pferde sind mit Geld nicht zu bezahlen.
Eine gute und beispielhafte Idee, auf diesem Weg Kinder und Jugendliche auf den Ernst des Lebens vorzubereiten!

Foto:
Eva-Kristina Rahe, freundlich zur Verfügung gestellt vom Deutschen Kuratorium Therapeutische Reiten e. V. (www.gkthr.de)

Bereits seit sieben Jahren gibt es den Sportabzeichentag für Menschen mit und ohne Behinderung, so auch in diesem Jahr mit insgesamt 1719 Teilnehmern (Aktive und Helfer). Nach der Begrüßung durch den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius begann auf der Illoshöhe Osnabrück ein buntes Sporttreiben, bei dem nicht nur die Wettbewerbe für das Sportabzeichen-Leichtathletik stattfanden, sondern auch die vielen Stationen mit Spielangeboten regten die jungen Sportler zum Mitmachen an. Bemerkenswert dabei, dass neben den 15 Förderschulen auch drei Regelschulen teilnahmen, sodass Jugendliche mit und ohne Handicap gleichermaßen motiviert zum Laufen, Springen und Werfen antraten. Die Bedingungen für das begehrte Sportabzeichen sind dabei entsprechend dem Handicap festgelegt, sodass zum Beispiel für den 100 m Lauf die Zeitlimits von 13 bis 20 Sekunden betragen. Die gemeinsam vom Behindertensportverband Niedersachsen und dem Stadtsportbund Osnabrück organisierte . Veranstaltung war rundum gelungen, zumal auch das Wetter mitspielte. Die Vorsitzenden Michel bzw. Wellmann zeigten sich sehr zufrieden. Sie überlegen sogar, ob wir Wegen der zunehmenden Teilnehmerzahlen künftig eine weitere Veranstaltung im Nordkreis oder Emsland durchführen″.

Fotos:
Thomas Osterfeld
Autor:
Günther Bensmann, Rita Westerheide


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