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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stolperstein vor der Tageswohnung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Am 21 März ist ein Stolperstein als Erinnerung an den als " alozial" stigmatisierten Halbjuden Heinz Foitzick vor der Tageswohnung verlegt worden. Paten für diesen Stein sind Elisabeth und Paulus Fleige. Foitziek wurde 1941 in einem Konzentrationslager ermordet.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen, die irgendwo in ihrem Stammbaum einen jüdischen Verwandten hatten, als Halbjude bezeichnet, Heinz Foitzick war ein solcher Halbjude. Aufgrund seines Status verlor er wieder und wieder seinen Arbeitsplatz und schließlich auch seine Frau, die sich von ihm scheiden ließ, weil er seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte. Das war die Zeit, in der Heinz Foitzick von den Nationalsozialisten als " alsozial" registriert wurde. Foitzicks Versuch, Deutschland zu verlassen, gelang nicht. Die Ausreise wurde ihm nicht gestattet, da er als Besitzer eines Wehrpasses als Soldat zur Verfügung stehen musste.
Im Konzentrationslager Groß-Rosen in Niederschlesien kam Heinz Foitzick 1941 ums Leben.
Die Aktion Stolpersteine kommt von dem Künstler Gunter Demning. Er möchte mit der Verlegung einer kleinen Platte aus Messing an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Die Gedenktafel wird wird vor der letzten Adresse des Betroffenen in den Boden eingelassen. Gunter Demning versucht so, die Erinnerung an die Menschen, die einst in diesen Häusern lebten, lebendig zu machen.
Umso größer war die Empörung, als im April plötzlich der Stolperstein von Heinz Foitzick nicht mehr im Bürgersteig vor der Tageswohnung zu finden war. Zurück blieb bloß ein Loch, das höchstens noch zur Stolperfalle diente. Die Gedenktafel ist gestohlen worden. Dass dies aufgrund des materiallen Wertes der Metallplatte geschah wird bezweifelt, da der bei etwa 1, 50 Euro liegt. Das respeklose Verhalten des Diebes wurde jedoch nicht akzeptiert. Mittlerweile befindet sich ein neuer Stolperstein, fester im Boden verankert, vor dem letzten Zuhause von Heinz Foitzick, der, nach so viel Aufmerksamkeit, bestimmt nicht vergessen wird.
Autor:
Ulrich Sandhaus


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