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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Wind und Sonne tragen die Hoffnung
 
Manager mitSinn fürdie Umwelt
 
Jugendredaktion stürmt die Woche der Umwelt in Berlin
 
Eine Idee, eine Kuh und ein Preis
 
Men in Black
 
Zufall oder geplanter Zerfall?
Zwischenüberschrift:
Energiewende bestimmt Diskussionsrunde – Umweltminister: Atomausstieg ehrlich umsetzen
 
Das Berufsbild des Schornsteinfegers hat sich mit der Energiewende gewandelt
 
Was hinter der kurzen Lebensdauer von Produkten steckt
Artikel:
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Originaltext:
BERLIN. Auf der Woche der Umwelt in Berlin debattierten Politiker, Vertreter aus der Wirtschaft und von Nicht-Regierungs-Organisationen. Dabei ging es umenergetische Probleme der Gegenwart und um Lösungen für die Zukunft.

Die Energiewende ist eines der größten Industrieprojekte unseres Landes ähnlich wie die Wiedervereinigung″, sagte Ewald Woste, Energie-Lobbyist beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Denn es gehe um einen kompletten Wandel: Weg von fossilen Energien wie Kohle, Gas und Atomkraft hin zu einem nachhaltigen Energie-Management, das auf Sonne, Wasser und Wind setzt auf die erneuerbaren Energien.
Als Problem nannte er den Umstand, dass der Strom aus erneuerbaren Quellen nur eingeschränkt verfügbar ist, weil beispielsweise nicht immer der Wind wehe.
Deshalb sei es wichtig, diese Energielücken zu schließen, sagte Angelika Zahrnt vom Umweltverband BUND. Insbesondere Gaskraftwerke seien dafür geeignet, weil sie schneller hoch- und heruntergeregelt werden könnten als herkömmliche Atom- und Kohlekraftwerke.
Dem stimmte Bundesumweltminister Peter Altmaier zu: Die durch den Atomausstieg entstandene Energielücke dürfe man nicht durch konventionelle Energie schließen. Im März 2011 hatte die Bundesregierung nachdem Atomunglück im japanischen Fukushima den Atomausstieg verkündet. Nun müsse dieser Atomausstieg ehrlich″ umgesetzt werden, sagte Altmaier.
Beim Thema Netzausbau hätten die Deutschen unendlich viel Zeit verloren″, warf Helmut Jäger von der Solarfirma Solvis der Berliner Energie-Runde vor. Jedes Jahr würden Unmengen an Strom aus erneuerbaren Energien weggeschmissen, da nicht genügend Stromnetze vorhanden seien, die den Öko-Strom transportieren.
Diese Kritik nahm Umweltminister Altmaier zur Kenntnis, gab aber zu bedenken, dass die Belange des Naturschutzes und der Bürger dabei nicht einfach vernachlässigt werden und in den vergangenen Monaten hätten immer wieder Bürger gegen Stromtrassen vor ihrer Haustür protestiert. Die Mär, dass alle Umweltschützer Leitungen blockieren, stimmt so nicht″, entgegnete Zahrnt. Außerdem sei der Ausbau der Netze nicht das entscheidende Problem. Schließlich müsse man keine neuen Strecken bauen, sondern lediglich die Netze erneuern.
Solar-Unternehmer Jäger forderte, erneuerbare Energien auszubauen und Energie zu sparen. Nur das ist eine realistische Vision.″ Gerade die Energiewirtschaft habe Nachholbedarf Privatleute hätten bereits viel investiert. Jäger führte an, dass Experten ein Einspar-Potenzial von bis zu 20 Prozent in Unternehmen sähen. Trotzdem gab sich Energie-Lobbyist Woste zuversichtlich: Die Energiewende würden die Deutschen hinbekommen″.
Diese Energiewende schaffen das wollen die Deutschen″. Ganz am Ende meldete sich ein Landwirt aus dem Publikum und brachte mit ostfriesischem Akzent auf den Punkt, was manch einer auf dem Podium vielleicht noch nicht ganz verstanden hatte: Die Bürger mitnehmen, darauf kommt es an wir bezahlen auch den Netzausbau. Ruckzuck haben wir das geregelt.″ Darauf reagierte Peter Altmaier nicht in Sachen Energiewende steht eben noch so manche Antwort aus.

BERLIN. In sehr vielen Unternehmen gibt es sogenannte Umweltmanager. Michael Kaminski-Nissen zum Beispiel ist so einer. Er arbeitet für das Unternehmen Hewlett-Packard und stellte bei der Woche der Umwelt seine Tätigkeit vor.
Umweltmanager sorgten dafür, sagte Kaminski-Nissen, dass die gesetzlichen Anforderungen des innerbetrieblichen Umweltschutzes erfüllt würden. Außerdem verbesserten sie die Umweltschutzmaßnahmen innerhalb des Unternehmens und sorgten für einen sparsameren Umgang mit Rohstoffen und Energien. Umweltmanager finden heutzutage in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftszweige Beschäftigung. Sie arbeiten häufig in der herstellenden Industrie und in größeren Handwerksbetrieben. Um den Beruf zu erlernen, empfehle sich ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich, sagte Kaminski-Nissen. Dies könne beispielsweise Umweltwissenschaften sein. Auch Kenntnisse über gesetzliche Umweltschutzbestimmungen und Produktionsabläufe seien unerlässlich.

Pommes statt Kaviar: Wenn der Bundespräsident und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt zur Woche der Umwelt ins Schloss Bellevue nach Berlin einladen, könnte man meinen, dass Anzugzwang herrscht und nur Delikatessen gereicht werden. Doch erleichtert stellten die Mitglieder der Klasse!- Jugendredaktion vor Ort fest, dass die meisten anderen Besucher auch ganz normal angezogen″ waren und dass entgegen ihrer Erwartung weder Kaviar noch Hummer serviert wurden. In Zweierpaare aufgeteilt, stürzten sich die Schüler-Reporter (von links) Julie Gebauer, Leonie Alefs, David Missal, Marie-Sophie Herlein, Natascha Kanke, Tina Rybinski, Jan-Niklas Schröer, Projektleiterin Kristina Schwarte und Lennart Knäuper auf ihre Aufgaben, hörten Vorlesungen in den Fachforen, besuchten Diskussionsrunden und interviewten Experten. Danach blieb noch Zeit für einen Abstecher zur Siegessäule, zum Brandenburger Tor, zum Holocaust-Denkmal und zum Bundestag, denn: Ein bisschen Sightseeing in Berlin muss sein!

BERLIN. Menschen für den Umweltschutz begeistern, das will die von der Bundesregierung, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen getragene Initiative Deutschland Land der Ideen″. Deshalb zeichnet sie Menschen aus, die sich auf clevere Art für die Umwelt einsetzen. Bei der Woche der Umwelt in Berlin haben drei Preisträger ihre Projekte vorgestellt und deutlich gemacht, wie wichtig es ist, diese öffentlichkeitswirksam zu vermitteln.
Ideen sind unsere wichtigste Ressource″, sagte Land-der-Ideen-Geschäftsführerin Ariane Derks während ihres Vortrags, Zielgruppe Deutschland. Umweltthemen publikumswirksam vermitteln″. Da es aber oft an finanzieller Unterstützung mangele, brauche es viel Motivation, um Ideen zum Umweltschutz umzusetzen. Durch die Auszeichnungen würden engagierte Menschen in ihrem Einsatz bestärkt, sagte Derks weiter.
Eines von den Projekten, Biomar″ vom Unternehmen Enviro Chemie, umfasst eine Technik für die anaerobe Abwasserreinigung. Das Prinzip schauten sich die Entwickler bei den Prozessen ab, die im Magen einer Kuh ablaufen. Dabei werden dem Abwasser anaerobe Bakterien zugesetzt, die Schadstoffe aus dem Wasser in Biogas umwandeln. So wird gleichzeitig das Wasser gereinigt und Energie gewonnen. Nach der Reinigung werden die Bakterien dann mit hilfe einer Desinfektion wieder entfernt.
Damit solche Projekte Erfolg haben, müssen möglichst viele Menschen davon erfahren, sagten die Entwickler. Messen, Tagungen, Zeitung und Fernsehen helfen dabei, ein Bild für die Öffentlichkeit aufzubauen.

BERLIN. Einem alten Aberglauben nach bringen Schornsteinfeger denjenigen Glück, denen sie begegnen. Tatsächlich stehen die Männer in Schwarz für Sicherheit, weil sie Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen kontrollieren und so unteranderem Feuern und Krankheiten vorbeugen. Außerdem sind Schornsteinfeger ein wahrer Glücksgriff für die Umwelt.
Schornsteinfeger reinigen Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen und prüfen sie auf ihre umweltschutzrechtlichen Vorgaben. Außerdem messen sie Emissionen und beraten in feuerungs-, umwelt- und klimatechnischen Fragen. Bekommt jemand zum Beispiel neue Fenster, kommen wir dahin, um zubestätigen, dass die Energieeffizienz passt″, erklärt Herbert Wazula, Bezirksschornsteinfegermeister und Mitglied im technischen Ausschuss des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks. Wir messen, ob zuviel Energie verloren geht und ob an einer Stelle Energie eingespart werden kann. Dazu beraten wir auch die Leute zum richtigen Heizen″, erläutert der Schornsteinfegermeister weiter und stellt fest: Wir sind neutrale Partner der Verbraucher und wollen nichts verkaufen.″
Die Ausbildung zum Schornsteinfegergesellen dauert drei Jahre und wird in einem Betrieb ausgeführt. Voraussetzungen sind gute Kenntnisse in Deutsch, Mathe und Physik. Außerdem sollte man einen Realschulabschluss haben″, informiert Herbert Wazula. Im Anschluss an die Gesellenprüfung ist es möglich, eine Fortbildung zum Schornsteinfegermeister zu machen und diese dann mit einem dualen Studiengang zu verknüpfen. Man kann zum Beispiel seinen Bachelor abschluss im Bereich Umweltschutz, Umwelttechnik oder Versorgungstechnik machen.
Um in dem Beruf Fuß zufassen, sehen die Perspektiven sehr gut aus, da viele in Rente gehen und wir auf der Suche nach neuen Auszubildenden sind″, erklärt Herbert Wazula.
Der Beruf Schornsteinfeger hat eine lange Tradition und sich im Laufe der Zeit gewandelt: Durften Schornsteinfeger bis vor einigen Jahren nur Feuerstätten kehren, müssen sie mittlerweile durch neue Heiztechniken helfen, den Energieverbrauch zu senken. Als Schornsteinfeger sind wir also direkt an der Energiewende beteiligt″, sagt Herbert Wazula.
Das klingt, als seien Schornsteinfeger tatsächlich Glücksbringer für die Umwelt.

Bildtext:
Berater mit Hut: Die Schornsteinfeger helfen beim Umweltschutz.
Foto:
Schiffbänker

BERLIN. Jeder von uns hat es wahrscheinlich schon einmal erlebt: Ein kürzlich erst gekauftes Produkt ist schon wieder defekt oder nicht mehr funktionsfähig. Man ärgert sich und kauft sich dann meist ein neues Gerät. Zufall? Nicht unbedingt. Denn: Wenn ein Gerät ewig hält, hat der Kunde ja kaum einen Anreiz, sich ein neues zu kaufen. Somit kommt der Defekt den Unternehmen sogar gelegen. Grund: Es wird mehr verkauft und mehr Geld eingenommen. Es gibt sogar einen Fachbegriff für dieses Phänomen: Obsoleszenz″, was so viel wie geplanter Zerfall bedeutet.
Zu diesem Thema fand auf der Woche der Umwelt eine Diskussion statt. Mit dabei: die Regisseurin des Films Kaufen für die Müllhalde″, Cosima Dannoritzer, der ehemalige Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein, Klaus Müller, und dem sachverständigen Mitglied der Enquente-Kommission des Bundestages, Michael Müller. Diese Kommission soll Fragestellungen zu den Themen Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität″ klären. Außerdem diskutierten HP( Hewlett-Packard)- Umweltmanager Michael Karwinski-Nissen und der Kommunikationsdirektor der European Climate Foundation (ECF), Carel Mohn, mit.
Zunächst einmal wurde aufgeführt, dass Ewigprodukte allgemein nicht gern gesehen würden, da die Wirtschaft schon darauf basiere, dass Produkte, die wir uns zulegen, nach einigen Jahren ersetzt werden müssten. Folge daraus sei, dass nunmehr die Quantität der Qualität vorangestellt würde. Folgend führt Klaus Müller an, dass zum Beispiel ein Akku heutzutage eine enorme Einschränkung der Produktqualität sein könnte. Als Beispiel nannte er Handys. In zu vielen Fällen, wie beispielsweise bei Smartphones, hält der Akku nicht lang, und somit wird die Qualität gelindert″, so Müller. Die Wegwerfkultur habe auch einen gesellschaftlichen Hintergrund, so die Experten: Da das Wort reich″ heutzutage nur auf Objekte bezogen sei , würden wir uns reicher fühlen, wenn wir unsere defekten Utensilien ersetzen würden. Einen kostenlosen Besuch im Schwimmbad würden wir hingegen nicht als Reichtum″ empfinden.
Nur selten würden Kunden darauf kommen, dass es oftmals intelligenter wäre, ein Produkt zu reklamieren oder eine Reparatur durchführen zu lassen. Kunden sollten bestimmte Vorgänge öfter auch mal hinterfragen″, so der Tenor der Diskussion.
Abschließend fassten die Teilnehmer noch einmal zusammen, dass die Menschen viel stärker darüber aufgeklärt werden sollten, dass hinter einem Defekt oft kein Zufall, sondern ein geplanter Zerfall stecke. Denn nur so könnten sie sich darauf einstellen und in Zukunft schlauer″ konsumieren.
Autor:
David Missal, Lennart Knäuper, Jan-Niklas Schröer, Leonie Alefs, Julie Gebauer, Leonie Alefs, Tina Rybinski


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